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9. September 2009, 15:23 Uhr

So wird die neue "Harald Schmidt"-Show

Weniger Boulevard, mehr Politik und Hochkultur. Bei einer Pressekonferenz in Köln stellte Harald Schmidt seine neue Late Night Show vor. Statt Oliver Pocher steht ihm nun ein junges Expertenteam zur Seite. So soll es klappen.

Harald Schmidt, Late Night

Harald Schmidt bei der Pressekonferenz zu seiner neuen Show© WDR/Herby Sachs

In der neuen Late-Night-Show "Harald Schmidt" will der TV-Entertainer vor allem Politik und Kultur gnadenlos bissig aufs Korn nehmen. "Ich hatte den Wunsch, wieder Blut zu trinken", sagte der 52-Jährige am Mittwoch in Köln zu seiner 45-Minuten-Sendung, die ab 17. September immer donnerstags um 22.45 Uhr in der ARD läuft. "Bei uns ist die Premiere am Burgtheater genauso wichtig wie der Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr." Boulevard-Themen sollen dagegen nur noch am Rande vorkommen. Mit der neuen Late Night ist "Dirty Harry" wieder solo unterwegs. Bis zum Frühjahr hatte er in "Schmidt & Pocher" mit Partner Oliver Pocher getalkt und gelästert.

ARD-Programmdirektor Volker Herres sagte, Schmidt sei gleich für zwei Staffeln verpflichtet worden. "Weil das Beste ins Erste gehört, so wie der Ball ins Tor." In jeder Sendung kommt ein Gast ins Kölner Studio, den Auftakt macht der Chef des Textilherstellers Trigema, Wolfgang Grupp. Ein "absoluter Traum-Gast", der sonst nicht in Talkshows komme und Standort-Deutschland-Experte sei, sagte Schmidt. Für die zweite Show hat der Intendant des Berliner Ensembles, Claus Peymann, zugesagt. In seiner Late-Night wolle er nicht "dieselben Nasen" sitzen haben, die schon durch alle Talkshows gereicht worden seien, betonte der Moderator und Schauspieler.

Keine "Wegwerf-Gags"

Es werde "scharf, politisch, satirisch" zugehen, auch den "zahmen" Bundestagswahlkampf könne Schmidt noch in Schwung bringen, meinten ARD und WDR. Mit von der Partie ist ein Expertenteam, das Zyniker Schmidt - wie gewohnt hinter dem Schreibtisch - von drinnen oder draußen unterstützen wird. Zur Mannschaft gehören Katrin Bauerfeind (3sat), Jan Böhmermann (1Live), Pierre M. Krause (SWR3) oder Peter Richter (FAZ/FAZ.net), die als Reporter oder Experten, in Live-Schalten oder Einspielfilmen zum Einsatz kommen.

Schmidt soll Herres zufolge dazu beitragen, das ARD-Programm "unverwechselbar" zu machen. Der Late-Night-Altmeister erklärte, die Show sei "generalstabsmäßig" vorbereitet, er werde die hohen Erwartungen noch übertreffen. Es werde keine "Wegwerf-Gags" geben, sondern intelligente Unterhaltung und ein "satirisches Korrektiv".

Schmidt hatte zunächst bei Sat.1 von Ende 1995 bis 2003 seine "Harald Schmidt Show" nach amerikanischem Vorbild präsentiert, die auch den Deutschen Fernsehpreis als beste Comedy-Sendung erhalten hatte. Im Oktober 2007 war dann das Duo Schmidt und Pocher für anderthalb Jahre im Ersten auf Sendung gegangen. Pocher sollte vor allem für mehr jüngere Zuschauer sorgen, hatte aber als Lästermaul und mit derben Späßen auch für Ärger gesorgt. Pocher wechselte zu Sat1, wo er demnächst freitags eine Late-Night-Sendung präsentiert.

DPA/kmi
 
 
KOMMENTARE (2 von 2)
 
neyzen (11.09.2009, 11:15 Uhr)
Hey..
Schmidy ist doch ok.Wennigstens einer der sagt was er denkt.Und wenns andere die Wahrheit nicht vertragen dan sollen sie wegschalten.
Das mit Pocher war ein Fehlgriff.Pocher ist doch kein Komiker.Der ist nur ein kleines Kind der im Körper eines Mannes sitzt, und einfach blöde sprüche loslässt.
Da ist ja Elton lustiger.
Und einen richtigen Konkurenten zu Schmidy gibts in Deutschland auch ned, Raab war mal einer,aber der ist auch nicht mehr lustig.
talkingkraut (10.09.2009, 10:09 Uhr)
Sandmännchen
Mehr als das Sandmännnchen für Erwachsene wird diese Show nicht sein. Schmidt gefällt sich in der Rolle, der böse Bube der Dressurelite zu sein, aber schön brav in den von der Dressurelite gesetzten Grenzen. Ein Fernsehen, das längst zur Karikatur seiner selbst geworden ist, satirisch zu behandeln, ist billig. Schmidt landet dann wieder bei seinem Spott, den er über die Zuschauer ausgießt, weil die so dumm sind, ihn mit ihren Zwangsgebühren zu bezahlen.
Zur Theaterarbeit von Peymann kann ich nichts sagen, aber im Gespräch ist er eine Dumpfbacke, und das hat er über die Jahre im Fernsehen immer wieder bewiesen. Möchte Schmidt denn nun seinen Zuschauern auch noch präsentieren, wie Peymann verkündet, er wolle Christian Klar an seinem Theater eine Praktikantenstelle anbieten, oder wie Peymann gerade zu Hochhuth steht, er habe sich mit ihm wieder vertragen, er habe sich mit ihm wieder verstritten, oder er rede mit Hochhuth nur noch über seinen Anwalt?
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