. .
TV und Fernsehen
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
26. November 2011, 16:18 Uhr

Mogelpackung statt Erziehungsdrama

Mit der "Super Nanny" feierte Katharina Saalfrank Erfolge. Nun wirft die Pädagogin hin. Angeblich aus Frust über die Sensationshascherei des Senders.

Medien, Fernsehen, Super, Nanny, Katharina Saalfrank, RTL

"Super Nanny" Katharina Saalfrank wirft hin© DPA

Jahrelang therapierte sie in ihrer TV-Sendung "Die Super Nanny" aggressive Kinder und gab überforderten Eltern Erziehungstipps. Katharina Saalfrank wurde mit Beginn ihres Engagements bei RTL zur bekanntesten Fernsehpädagogin Deutschlands. Nach über sieben Jahren und 145 Folgen wurde das Format nun mit der Ausstrahlung der letzten Folge am 16. November 2011 eingestellt. Einvernehmlich, wie der Sender mitteilte.

Nach Informationen des Magazins "Spiegel" hat Saalfrank aber die Zusammenarbeit mit RTL beendet, weil der Sender die erzieherischen Inhalte der "Super Nanny" massiv in den Hintergrund gedrängt habe: "In meine Arbeit als Fachkraft in diesem Format wurde extrem (...) und teilweise sogar gegen pädagogische Interessen eingegriffen", zitiert das Magazin aus einer internen E-Mail der 40-jährigen Diplom-Pädagogin an RTL-Verantwortliche. Das sei wohl der Entwicklung des medialen Markts hin zu "gescripteter", also inszenierter Realität, geschuldet. Laut "Spiegel" weist RTL die Vorwürfe zurück. Für eine Stellungnahme war Saalfrank zunächst nicht zu erreichen, RTL wollte sich nicht dazu äußern.

Gescriptet oder Realität

Die Darstellung des Senders liest sich anders: "Trotz immer noch akzeptabler Quoten sind wir unübersehbar in einer Reifephase angekommen", sagte der zuständige Bereichsleiter bei RTL, Markus Küttner. Auch Saalfrank dankte in der Mitteilung für die Zusammenarbeit. Es hieß auch: "In meiner TV-Arbeit sind mir Authentizität und Nachhaltigkeit wichtig und ich bin dankbar, dass wir mit "Die Super Nanny" über Jahre hinweg ein erfolgreiches nicht gescriptetes Reality Format etabliert haben."

Ob diese Aussage Saalfranks auch auf die letzten der insgesamt zwölf Staffeln zutrifft, geht aus der Mitteilung nicht hervor. Klar ist aber: Die Real-Life-Serie war von Anfang an umstritten. Nach zunächst wütenden Protesten zum Start der "Super Nanny" 2004, in denen RTL die Entwürdigung von Kindern vorgeworfen wurde, legte sich die Kritik in den Folgejahren allerdings etwas.

Schwierige Gratwanderung

Zuletzt aber hatte der Deutsche Kinderschutzbund RTL aufgefordert, die Sendung einzustellen, da weder das Filmteam noch Saalfrank selbst bei Gewalt gegenüber Kindern vor laufender Kamera eingegriffen hätten.

Die Zuschauer schalteten trotz der Kritik ein: Das Format erreichte anfangs einen durchschnittlichen Marktanteil von 24,1 Prozent in der werberelevanten Gruppe der Fernsehzuschauer (14- bis 48-Jährige). Die letzte Staffel verzeichnete im Schnitt einen Marktanteil von 17,2 Prozent - immer noch ein Millionen-Publikum.

Für Saalfrank hatte es immer ein Spannungsfeld zwischen ihrer Arbeit und der medialen Vermarktung gegeben: "Es ist schwierig für mich, auch meine Arbeit sozusagen als Unterhaltung zu verpacken, weil es ist nicht nur Unterhaltung. Ich verstehe den Aspekt Fernsehen: Das ist der Kompromiss, den ich auch ein Stück eingehe", sagte sie 2007 im Rahmen des Deutschen Fernsehpreises. Diesen Kompromiss konnte sie nun aber am Ende vielleicht doch nicht mehr mit sich vereinbaren?

Benno Schwinghammer, DPA
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Fernsehen als Lebenshilfe Warum Coachingformate so erfolgreich sind

Sie erziehen Kinder, helfen bei der Jobsuche, beim Abnehmen oder aus der Schuldenfalle. Die Coachingformate der Privatsender sorgen für gute Quoten - selbst kleine Sender wie Kabel eins mit "The Biggest Loser". Doch warum sind diese Sendungen so erfolgreich? mehr...

"Super Nanny" und "Das Supertalent" RTL bekommt Ärger mit Kinderschutzbund und Peta

Weil das Filmteam untätig zugesehen habe als eine Mutter ihre Kinder schlug, fordert der Deutsche Kinderschutzbund RTL auf, "Die Super Nanny" einzustellen. Auch die Tierschutzorganisation Peta beschwerte sich über RTL. Beim "Supertalent" war eine 6-Jährige mit Schlange aufgetreten. mehr...

MEHR ZUM THEMA
powered by wefind WeFind
 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (22/2012)
Dick im Geschäft