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25. März 2009, 17:12 Uhr

Glamour-Paar in der Dauerkrise

Das Leben in Saus und Braus hat für Verona und Franjo Pooth vorerst ein Ende. Er ist vorbestraft und muss 100.000 Euro Strafe zahlen. Sie wird gemeinsam mit ihrem Manager Alain Midzic der Steuerhinterziehung verdächtigt. Ist die Karriere der einstigen Werbeikone damit beendet?

Verona Pooth, Franjo Pooth, Alain Midzic, Steuerhinterziehung

Dicke Hose in Iffezheim: Franjo Pooth, Alain Midzic und Verona Pooth amüsieren sich im September 2004 auf der Galopprennbahn© Uli Deck/DPA

Vor drei Wochen noch hatte Franjo Pooth nach seiner Verurteilung zu einem Jahr Haft auf Bewährung geseufzt, er sei froh, dass es nun vorbei sei. Es blieb ein frommer Wunsch: Als am Dienstagmorgen Ermittler vor der Villa des Glamour-Paars in Meerbusch bei Düsseldorf auftauchten, war klar: Es geht wieder los. Womöglich geht es jetzt erst richtig los, denn im Fokus der Ermittler steht nun nicht mehr der frisch verurteilte Gatte, sondern der Star selbst, Werbe-Ikone Verona Pooth, vormals Feldbusch, deren Vermögen auf 15 bis 20 Millionen Euro geschätzt wird.

Verona Pooth und ihr Manager Alain Midzic werden der Steuerhinterziehung verdächtigt, bestätigen Justizkreise. Offiziell schweigen die Behörden aber beharrlich mit Hinweis auf das Steuergeheimnis, das großzügig Schutz vor der Öffentlichkeit gewährt. Lediglich die Durchsuchungen bestätigt die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft.

Verona Pooth bestreitet vehement: "Seit 20 Jahren zahle ich brav meine Steuern. Ich habe mir nichts vorzuwerfen und habe mir nie etwas zuschulden kommen lassen", sagte sie der "Bild"-Zeitung. Jedenfalls haben die Vorwürfe diesmal wohl nichts mit den verlustreichen Geschäften ihres Mannes zu tun. Pooth vermutet, dass der Verdacht gegen sie auf eine einzige Buchung aus dem Jahr 2003 zurückzuführen ist. Dem RTL-Magazin "Exklusiv" sagte sie, dass sie damals eine Management-Provision gezahlt habe, die wohl irrtümlich von den zuständigen Behörden als Schenkung gewertet worden sei. Dies sei aber nicht der Fall. "Es handelt sich um einen Irrtum. Warum soll ich meinem Manager etwas schenken? Es ist überhaupt nichts los. Ich habe in keinster Weise Steuern hinterzogen oder Gelder ins Ausland transferiert", sagte sie dem Sender.

Wie die Ermittler auf ihren Verdacht kommen, darüber gehen die Spekulationen auseinander: Eine Zeitung schreibt von einem Insider-Tipp, die andere von Hinweisen, die man bei der ersten Razzia im Hause Pooth vor 13 Monaten entdeckt habe. Vielleicht ergaben sich auch Widersprüche aus dem Steuerverfahren gegen Franjo Pooth nach dessen Selbstanzeige.

Ihr Anwalt Benedikt Pauka, der auch Franjo vertrat, will erst nach Akteneinsicht Stellung nehmen und verrät nur soviel: Die im Durchsuchungsbeschluss genannten Vorwürfe "erschließen sich mir nicht". Die 40-Jährige kündigt unterdessen an, die Vorwürfe "zu 100 Prozent zu entkräften". Ähnlich optimistisch hatte sie sich auch im Fall ihres Mannes geäußert.

Überhaupt ist die Frage von Schuld oder Unschuld manchmal eine der eigenen Interpretation: So hatten die PR-Strategen nach Franjo Pooths Verurteilung verkündet, die Vorwürfe gegen den Pleite- Unternehmer hätten sich "größtenteils nicht bewahrheitet". Dabei waren im Strafbefehl zu den bis dahin bekannten Straftatvorwürfen Bestechung und Insolvenzverschleppung noch Vorteilsgewährung und Untreue hinzugekommen.

Und der vorbestrafte Franjo Pooth hatte nach dem Strafbefehl, den er akzeptierte und damit rechtskräftig werden ließ, dem gutgläubigen Publikum kundgetan, er habe nie jemandem vorsätzlich schaden wollen. Das erstaunte wiederum Juristen, denn drei der ihm attestierten Straftaten haben eins gemein: Man kann sie nur vorsätzlich begehen.

Frank Christiansen/DPA
 
 
KOMMENTARE (5 von 5)
 
Chris24 (26.03.2009, 09:03 Uhr)
dreiste Familie
Ihr Manager wirkte schon immer hochseriös (lol) und der Auftritt von Franjo bei Christiansen war extrem peinlich. Frau Pooth hatte Glück durch die Ehe mit Bohlen eine gewissse Bekanntheit zu erlangen und penetriert seit dieser Zeit die Öffentlichkeit mit ihrer schrillen Stimme, dem fehlerhaften Deutsch und absoluter Talentfreiheit. Was kann die Frau? Kann sie moderieren, singen, schauspielen oder sonst etwas? Nein, sie kann Opfer spielen, Gläubiger durch dumme Äußerungen verhöhnen und geschmacklos die überschriebenen Schlitten herumkutschieren. Das ist so geschmacklos. Die meisten Menschen bekommen bei der Familie Pooth nicht wegen der Pleite einen Hals, sondern wegen dem Verhalten nach der Pleite. Sie jammern immer rum und sehen sich als Opfer, dabei ist er bei Privatinsolvenz in ein paar Jahren schuldenfrei. Vielleicht hätten nicht sämtliche Immobilien und Autos auf die Familie überschrieben werden sollen und vielleicht hätte sie sich nicht bei jeder Eröffnung einer Bleitstiftfabrik beim in die Kamera grinsen, zeigen sollen. Aber es kommt bestimmt ein Auftritt bei Kerner oder Beckmann. Da kann sie dann wieder auf Opfer machen. Die Aussage mit dem Campingplatz war unter aller S..
mk2009 (26.03.2009, 04:22 Uhr)
Abwarten, Tee trinken, Sonne tanken
Das Urteil sprechen nicht einmal die Staatsanwälte, sondern Richter, und wenn diese Frau Verona verurteilen, DANN ist ihre Werbekarriere vorbei. Für den Ehemann kann sie nichts, dass sie ihm finanziell aushilft, ist auch geschenkt, aber selbst Geld wegzuschaffen, dass wäre zuviel. Aber darüber urteilen wir erst, sobald die Gerichte geurteilt haben.
mr_s (25.03.2009, 23:49 Uhr)
Ich zieh meinen Hut vor dem Journalisten
...der diesen Artikel verfasst hat. Trotzdem, dass hier nur Vermutungen vorliegen wurde soviel Text produziert. Respekt! Hat aber mit investigativem Journalismus nichts zu tun. Das ist Boulevardjournalismus erster Klasse.
Schnaafpaaf (25.03.2009, 21:07 Uhr)
Nun hat der Staatsanwalt
mal statt ihres teiggesichtigen "Mannes" mit der unglaublichen geistigen Flachheit einer Pfütze Frau Blubb, Blubber Blah, Blääh am unschuldigen, wenn auch hübschem Hintern.
Wer hätte das gedacht. Wo wir doch bei KK (Kotz-Kerner) und bei jeder sonstigen Gelegenheit tränenreich pure, reine Unschuld präsentiert bekamen. Und "Manager" Djindjic (oder so) ist auch keiner, dem man vertrauensvoll ein Gebraucht-Auto abkaufen sollte. Außerdem soll er ja mitunter zu handgreiflichem Gefühlsüberschwang neigen. Also insgesamt ein Trio, bei dem man durchaus sehr, sehr gemischte Gedanken haben darf.
havit (25.03.2009, 20:32 Uhr)
Hallo Verona,
bitte nicht die gleiche Tour wie bei Beckmann oder Kerner. Dieses mal sitzt auf der anderen Seite ein Staatsanwalt, der sich mit so einem Bla bla nicht abgibt. Heulsuse spielen läuft ab sofort nicht mehr, jetzt wird mit Akten, nicht Aktien, gearbeitet. Nichts geht mehr mit dieser Nummer, da wird Ihnen geholfen.
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