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12. Februar 2010, 09:26 Uhr

"Er war der kreativste Designer unserer Zeit"

In New York läuft zurzeit die Modewoche. Doch an Partys und Präsentationen mag niemand denken. Die Nachricht vom Tode Alexander McQueen schockt das Modevolk. Selbst Anna Wintour, eisige Chefredakteurin der "Vogue", zeigt sich gerührt. Von Ulrike von Bülow, New York

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Modedesigner Alexander McQueen wurde nur 40 Jahre alt© Danny Moloshok/AP

Die New Yorker Modewoche sollte im Zeichen des Abschieds stehen, als sie an diesem Donnerstag begann. Geplant war, noch einmal den Bryant Park in Midtown Manhattan hochleben zu lassen, in dem die Fashion Week nun zum letzten Mal ihre weißen Zelte aufgebaut hat, bevor sie im September in das Lincoln Center umzieht. Die Modewoche wollte aber auch im Zeichen der Hilfe stehen, mit Veranstaltungen wie "Fashion for Relief", bei der Naomi Campbell die Patin gibt und Geld sammelt für die Opfer des Erdbebens von Haiti. Die Einladungen wurden heiß gehandelt in diesen New Yorker Wintertagen, aber dann ging das Spektakel los - und plötzlich kannte die Fashion Week nur noch ein Thema: Hast du schon gehört? Alexander McQueen ist tot.

Es wurde ein anderer Abschied als erwartet: Worte wie "tragic" (tragisch) und "sad" (traurig) wanderten durch die weißen Zelte, kaum dass die Nachricht aus London den New Yorker Bryant Park erreichte. Sie ging auf iPhones und BlackBerrys ein, war in fassungslosen Gesichtern zu erkennen und an seltenen Regungen: Anna Wintour, mächtige Chefredakteurin der amerikanischen "Vogue", erfuhr während der Show des Labels "BCBG" von McQueens Tod. Mrs. Wintour, die dafür berühmt ist, niemals eine Miene zu verziehen, sprang auf, sie sah ungewohnt verstört aus, als sie aus dem Raum eilte, derweil Models in fließend grauen Stoffen über den Laufsteg flanierten.

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McQueens New Yorker Boutique blieb geschlossen, Fans und Freunde legten Rosen vor die Tür© Shannon Stapleton/Reuters

Eine bei der Fashion Week geplante Präsentation von McQueens Kollektion "McQ" wurde kurzfristig abgesagt, das Schaufenster seines Geschäftes im Meatpacking District, 417 West 14th Street, mit einem weißen Rollo verhängt: "Alexander McQueen" blieb an diesem Donnerstag geschlossen, während sich vor der Boutique die Modejünger der Stadt versammelten und Rosen niederlegten. Am schnellsten aber verbreitete sich die Anteilnahme am Tode McQueens via "Twitter": Das soziale Netzwerk war das Sprachrohr der Prominenz, wie schon beim Tode Michael Jacksons. "Wir sind alle traurig und schockiert ob des Verlustes von Alexander McQueen - eines wahren Genies", verkündete da die Designerin Tory Burch, derweil das Model Tyra Banks kund tat, sie werde McQueen "sehr vermissen: Er war einer meiner Lieblingsdesigner".

Doch je mehr Shows an Tag eins der Fashion Week stattfanden, desto mehr Modemenschen äußerten sich auch vor laufenden Kameras zum Tode Alexander McQueens: "Er war absolut einer der talentiertesten Designer der Welt", fand Heidi Klum, "er dachte um die Ecke, nicht nur an das Grundsätzliche." Die Designerin Betsy Johnson sagte: "Er war der kreativste Designer unserer Zeit, eine Inspiration." Und am Ende war auch Anna Wintour wieder zu sehen, steinern das Gesicht. Sie würdigte McQueen als "eines der größten Talente seiner Generation". Sein Tod sei ein "unüberwindbarer Verlust. Er hatte einen bemerkenswerten Einfluss, ob auf die Mode der Straße, die Musikkultur, die Museen der Welt". Und nun auf die Fashion Week. Selten ging es im Modezirkuszelt so bedächtig zu wie an diesem Donnerstag.

Von Ulrike von Bülow, New York
 
 
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