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21. August 2008, 12:33 Uhr

"Immer noch Gänsehaut"

Er ist die schillerndste Figur der deutschen Olympia-Mannschaft: Dirk Nowitzki. Kurz vor seinem Abflug nach Deutschland hat stern.de den Basketball-Superstar getroffen. Heraus kam ein Plausch über unerfüllte Träume, unvergessliche Emotionen - und Freizeitgestaltung in Chinas Hauptstadt. Von Jens Fischer, Peking

Stets umschwärmt in China: NBA-Star Dirk Nowitzki© Karl-Josef Hildenbrand/DPA

Dirk Nowitzki über …

… seine Faszination für Olympia

"Es war einfach ein einmaliges Erlebnis hier zu sein. Natürlich hätte es sportlich besser laufen können, aber Olympia bleibt für mich dennoch immer ein absolutes Highlight. Das kann man mit einer Welt- oder Europameisterschaft einfach nicht vergleichen. 10.000 Athleten in einem Dorf - das ist ein unglaubliches Gefühl."

… seine Gefühle bei der Eröffnungsfeier

"Wir Sportler haben ja die Hälfte der Feier leider verpasst, weil wir im benachbarten Turnstadion auf den Einmarsch warten mussten. Aber der Einlauf mit der Fahne wird für mein ganzes Leben unvergessen bleiben. Ich habe jetzt noch eine Gänsehaut, wenn ich daran denke. Als der chinesische Turner am Ende durch das ganze Stadion flog, um die Flamme zu entzünden, haben wir nur noch nach oben geschaut, gestaunt und gefilmt.

… seine Zukunft in der deutschen Nationalmannschaft

"Da habe ich jetzt sehr viel Zeit, darüber nachzudenken. Sicher werde ich erst einmal einige Zeit nicht mehr spielen. Nach diesen olympischen Spielen ist es einfach sehr schwer für mich, noch einmal die richtige Motivation zu finden. Aber ich habe jetzt genug Zeit darüber nachzudenken und werde einige Gespräche führen, um meine Perspektiven in der deutschen Mannschaft auszuloten. Da ist noch nichts definitiv entschieden, aber jetzt zählt erst einmal die NBA."

… das bittere Olympia-Aus gegen China

"Das war natürlich sehr enttäuschend. In den letzten beiden Minuten stand das Spiel auf der Kippe, da hätten beide Teams gewinnen können. Da gab es sicher einige Schiedsrichter-Entscheidungen, die sehr zweifelhaft waren. Aber egal: Unsere Leistung hat einfach in diesem Turnier nicht ausgereicht und deshalb sind wir ausgeschieden. Wir haben unser großes Ziel, das Viertelfinale, verfehlt. Das ist bitter."

… die Stunden nach der China-Pleite

"Natürlich waren alle Spieler sehr enttäuscht. Wir haben versucht, die Niederlage zu analysieren, aber das ist nicht so einfach. Da überwiegt der Frust. Ich konnte in der Nacht danach bis fünf Uhr nicht einschlafen, weil mir immer wieder die entscheidenden Szenen durch den Kopf gegangen sind. Aber es hilft alles nichts. Es hat nicht gereicht."

… die Mega-Pleite gegen seine amerikanischen NBA-Kollegen

"50 Punkte Unterschied ist natürlich viel zu viel. Aber für uns ging es einfach auch um nichts mehr, die Motivation war weg und das China-Spiel steckte uns noch in den Knochen. Dennoch darf man so hoch eigentlich nicht verlieren. Auf der anderen Seite sind die Amerikaner bei Olympia auch so bärenstark, dass sie niemand gefährden wird. Die werden Gold gewinnen - ganz sicher."

… seine Beliebtheit in China

"Bevor ich nach Peking kam, hätte ich niemals gedacht, was hier los sein wird und welche Popularität Basketball in China hat. Ich werde hier auf der Straße erkannt und bei jedem Spiel wurden wir von den Chinesen angefeuert. Es ist ein schönes Gefühl, auch hier so bekannt zu sein.

… seine Freizeitgestaltung bei Olympia

"Am Mittwoch war ich mit einigen Spielern aus der Mannschaft an der chinesischen Mauer. Wirklich ein beeindruckendes Erlebnis. Diese Mauer muss man einmal im Leben gesehen haben, sonst hat man wirklich etwas verpasst. Wie die Chinesen damals die Mauer in die Berge bauen konnten, das wird mir immer ein Rätsel bleiben. Ansonsten war ich natürlich bei einigen anderen Sportarten wie Leichtathletik, Schwimmen oder Beachvolleyball. Es macht einfach Spaß, auch die anderen Sportler zu unterstützen und ihre Sportarten bei Olympia aus der Nähe zu erleben."

… seine bevorstehende Rückkehr nach Deutschland

"Ich habe das Glück, erst Ende September wieder zurück nach Dallas zu müssen. Bis dahin werde ich versuchen, mich in Deutschland bei meiner Familie zu erholen. Ich habe so viele Eindrücke von Olympia auf meiner Videokamera, die werde ich mir alle gemütlich auf der Couch im Fernsehen ansehen. Ich glaube, dann kann ich sie erst so richtig genießen.

… den Familien-Zuwachs

"Meine Schwester hat gerade ein Kind bekommen und ich bin zum zweiten Mal Onkel geworden. Ich freue mich tierisch darauf, das neue Baby zu sehen. Um das werde ich mich kümmern und schlichtweg versuchen, mich zu erholen, um für die nächste NBA-Saison topfit zu sein."

… seine sportlichen Ziele

"Natürlich zählen für mich jetzt nur noch die NBA und die Dallas Mavericks. Wir waren vor zwei Jahren so nah dran an der Krone, hatten damals schon eine 2:0-Führung in der Finalserie, diese Scharte möchte ich unbedingt auswetzen. Daran setze ich alles.

… seinen Verein, die Dallas Mavericks

"Wir haben jetzt mit Rick Carlisle einen neuen Trainer und haben einiges vor. Vielleicht kommen ja noch ein paar neue Spieler, dann sind wir allemal so stark, um ernsthaft um den Titel spielen zu können."

Von Jens Fischer, Peking
 
 
KOMMENTARE (2 von 2)
 
otten23 (21.08.2008, 13:54 Uhr)
Hmm
In der Sportart bringt Doping wohl nicht so viel wie in anderen kraftorientierten Sportarten. Hier entscheidet dann letztendlich Taktik und Technik.
acenes (21.08.2008, 13:23 Uhr)
Warum hat Dirk Nowitzki eigentlich so unproffesionell gedopt!!!
Wir Deutschen sind einfach zu dumm zum Dopen. Selbst unsere Ritalin-Pferde werden entdeckt. Nowitzki scheint wohl das falsche eingeschmissen zu haben nach der Leistung der Dotzballer zu beurteilen.
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