Gemälde aus Hitlers Reichskanzlei wird versteigert

28. Februar 2013, 13:27 Uhr

Einst gehörte es Adolf Hitler, nun soll ein Ölbild des Impressionisten Karl Walther in Thüringen versteigert werden. Das Auktionshaus gibt sich ahnungslos - und setzt das Startgebot bei 650 Euro fest.

Ein Ölbild, das einst Adolf Hitler erworben hat, soll an diesem Samstag im thüringischen Rudolstadt versteigert werden. Die Arbeit des Spätimpressionisten Karl Walther (1905-1981) zeigt den Naumburger Dom an einem sonnigen Herbsttag. 1939 habe es Hitler für 3500 Reichsmark gekauft. Dies gehe eindeutig aus Kontobüchern der Großen Deutschen Kunstausstellung sowie Fotos der Ankäufe Hitlers hervor, bestätigte Stefan Klingen vom Zentralinstitut für Kunstgeschichte in München der Nachrichtenagentur dpa. Die "Süddeutsche Zeitung" hatte am Donnerstag darüber berichtet.

"Uns ist davon nichts bekannt", sagte der Inhaber des Auktionshauses, Martin Wendl, der dpa. Das Bild sei von einem Privatmann angeliefert worden. An der Versteigerung an diesem Samstag will Wendl deshalb festhalten, das Startgebot liegt bei 650 Euro. Laut Katalog trägt es auf der Rückseite ein Etikett der "Großen Deutschen Kunstausstellung 1939 im Haus der Kunst München".

Klingen zufolge hatte Walther in den Jahren 1937 bis 1944 genau 28 Gemälde bei der "Großen Deutschen Kunstausstellung" zum Verkauf gestellt. Seinen Angaben nach hat Hitler weitere Arbeiten von Walther erstanden, ebenso wie andere Nazi-Größen. Das Bild "Naumburger Dom" sei später von den Amerikanern in einem Salzstock geborgen worden und schließlich in die Kulturabteilung des Auswärtigen Amtes gelangt. Dort habe es in verschiedenen Büros und Botschaften gehangen.

Zuletzt für 540 Euro verkauft

Nach Erkenntnissen des Kunsthistorikers Oliver Hellmuth vom Auktionshaus Wendl wurde es in den vergangenen Jahren zweimal auf Versteigerungen angeboten und zuletzt für 540 Euro verkauft.

Klingen sieht den Bund in der Pflicht, solche Hinterlassenschaften des Nazi-Regimes einzukassieren und dem Deutschen Historischen Museum zu übereignen. Wendl selbst versichert, dass sein Auktionshaus alles dafür tue, einen großen Bogen um Stücke mit Nazi-Vergangenheit zu machen. Er räumte aber ein, dass sein Haus schon einmal einen Sekretär versteigert habe, der einst Hitlers Rüstungsminister, dem Kriegsverbrecher Albert Speer, gehörte.

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