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"Wir tranken Bier und schimpften über Einwanderer, ich dachte, das sei die CSU!"

Endlich ist es raus: Beate Zschäpe will mit den Gräueltaten des NSU rein gar nichts zu tun haben. Schon im Gerichtssaal hatte ihre Einlassung für Lacher gesorgt. Ein gefundenes Fressen für Satire-Fans.

Zschäpe-Satire mit Eva-Braun

Eva Braun in den Mund gelegt: Die Satire zu Beate Zschäpes Einlassung im NSU-Prozess macht auch vor Hitlers Geliebter nicht halt

Beate Zschäpe hat jahrelang mit ihren beiden Exfreunden in einer Dreier-WG gelebt, beide hießen Uwe - schon das allein erscheint als Realsatire. "Die Uwes" ist durch den NSU-Prozess und die Berichterstattung über die Verhandlung bereits zum geflügelten Unwort geworden. Als Zschäpe dann am Mittwoch von ihrem Anwalt Mathias Grasel ihre Aussage verlesen ließ, kannten die Satiriker kein Halten mehr.

Zehn Menschen haben diese Uwes im Zeitraum von 2000 bis 2007 getötet. Doch Zschäpe beharrt in ihrer Einlassung darauf: Von der Mordserie habe sie all die Jahre jeweils erst im Nachhinein etwas gemerkt. Auch das Bekennervideo, das sie selbst verschickt hat, habe sie erst im Prozess zum ersten Mal gesehen. Und damals, als sie nach dem Tod der Uwes schnell die gemeinsame Wohnung abfackelte, wollte zuvor noch eine gehbehinderte ältere Dame im Nachbarhaus warnen, wie sie beteuert. Und mit der Brandstiftung habe sie auch keine Beweise vernichten wollen. Das sei ihr völlig egal gewesen, ließ sie ausrichten. Es sei ihr allein um den letzten Wunsch ihrer Uwes gegangen. Sogar die Katzen habe sie vor den Flammen gerettet.

Schon im Gerichtssaal sorgte Zschäpe für Lacher

Dass Zschäpes Einlassung das Potenzial hat, für Belustigung zu sorgen, zeigte sich bereits während der Verlesung im Gerichtssaal. An mehreren Stellen des 53-seitigen Dokuments kam es zu Lachern im Publikum. Etwa nach dem Zitat "Ich war entsetzt, dass sie erneut gemordet haben", mit dem Zschäpe ihren Anwalt erklären ließ, dass sie erst lange nach den Taten von vier Morden gleichzeitig erfahren habe. Der Anwalt eines Nebenklägers spottete nach Zschäpes Erklärung im Gericht: "Ist der Haftbefehl schon aufgehoben?"

Es ist, als habe Zschäpes Verteidigung mit ihren zum Teil überzeichnend pathetischen Formulierungen selbst den Startschuss für Parodien, Fotomontagen und sonstige Albernheiten gegeben. Auf diesen Zug sind die Satire-Macher freilich aufgesprungen. Hier also eine Auswahl der Satire-Reaktionen auf Zschäpes Erklärung. 

Die ZDF-"Heute Show" hat die zentralen Punkte aufgeschrieben:

Die Satire-Website "Norddeutsche Nachrichten" hat ihre eigene Version von Zschäpes Aussagen im Gericht gebloggt: 


Auch der Mitteldeutsche Rundfunk hat es geahnt: Zschäpe war nicht die einzige hintergangene Hausfrau:

Der "Postillon" kauft Beate Zschäpe offensichtlich alles ab:

Und auch die linksorientierte Tageszeitung "taz" glaubt ihr:


Wie hätte Zschäpe ahnen können, dass auch sie verdächtigt wird?


Und auch das Satiremagazin "Extra 3" des Norddeutschen Rundfunks bringt es auf den Punkt:



jen
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