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15. Juni 2009, 10:50 Uhr

Sylter Forderungen lassen Party-Mann kalt

Christoph Stüber "grinst" über die angekündigten Schadensersatzforderungen der Insel Sylt. Der 26-Jährige, dessen Aufruf am Samstag 5000 Feierwütige nach Westerland gefolgt waren, sieht sich nicht als Veranstalter der Party. Er hat bereits eine neue Aktion im Internet ins Leben gerufen.

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Christoph Stüber lässt sich vom Flashmob in Westerland auf dem Bahnhofsvorplatz feiern - bald auch vor dem Schleswiger Verwaltungsgericht?© Maurizio Gambarini/DPA

Der Initiator der riesigen Strandparty auf Sylt sieht den angekündigten Schadenersatzforderungen der Gemeinde gelassen entgegen. "Ich grinse darüber. Ich sehe mich nicht als Veranstalter", sagte Christoph Stüber am Montag. Der 26 Jahre alte Schleswiger hatte im Internet bei meinVZ zu der Party aufgerufen, etwa 5000 junge Menschen folgten der Einladung und trafen sich am Strand von Westerland. Dabei kam es am Samstag auch zu Schlägereien und Alkoholexzessen. Die Party folgte dem Prinzip des Flashmobs - einem spontanen Massenaufruf via Internet oder SMS.

Stüber sagte, für die zu erwartenden Gerichtsverfahren habe er sich einen Anwalt genommen. Zudem hat er bereits eine neue Gruppe in dem Internet-Netzwerk gegründet: "Alle Mann zum Verwaltungsgericht, wir gewinnen den Prozess." Die Gruppe hatte am Montag schon mehr als 100 Mitglieder.

Ob er wieder an den Erfolg der ersten Aktion anknüpfen kann? Was an sich nur als 100-Mann-Party gedacht war, um die Trennung von seiner Freundin zu überwinden, wurde am vergangenen Samstag zum Massenauflauf. Online hatten sich gar 13.000 Menschen verabredet, jedoch verursachten auch die 5000 genügend Müll. Die Sylter Bürgermeisterin Petra Reiber sagte, die Gemeinde sei zwar "im Großen und Ganzen glimpflich davongekommen". In einer Sonderschicht hätten die Mitarbeiter von Gemeinde und Tourismus-Service aber Müllmengen am Strand und in der Innenstadt von Westerland beseitigen müssen. Dünen seien sichtbar in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Nord-Ostsee-Bahn registrierte "extrem stark verschmutzte Züge". Für den Einsatz seien den beteiligten Institutionen erhebliche Kosten entstanden, sagte Reiber. Stüber droht Böses, denn die Bürgermeisterin verkündete: "Hierfür werden wir den Initiator der Beachparty zur Verantwortung ziehen."

Dabei war eigentlich sogar alles schneller vorüber als gedacht. Nachdem die Züge auf Sylt am Samstagmittag jede Menge Feierwütige ausgespuckt hatten und Party-König Stüber noch eine Ansprache ans Volk gehalten hatte, wurde es am Abend zunehmend leerer am Partystrand. Das war auch zu leiser Musik geschuldet, denn der Massenauflauf wurde nur von einigen Ghettoblastern beschallt, die wohl eher für die geplanten 100 als für 5000 Gäste gedacht waren.

Statt Feiern war dann vor allem Trinken das Motto. Die Polizei fand die hohe Zahl alkoholisierter Flashmob-Teilnehmer und ihr Aggressionspotenzial "besonders erschreckend". 30 Straftaten wie Körperverletzungen und Sachbeschädigungen wurden registriert. Da schließlich auch der Getränkenachschub haperte, war dann für viele der 5000 außerordentlichen Sylt-Urlauber gegen 22 Uhr Rückreise angesagt. Organisator Stüber wird die Feier dagegen jetzt wohl noch länger beschäftigen als die Trennung von seiner Freundin.

DPA/AP/ben
 
 
KOMMENTARE (10 von 50)
 
gaga007 (18.06.2009, 08:11 Uhr)
Es geht doch ...
... mit Stübers Chancen steht es nach Expertenmeinung nicht zum Besten. "Öffentliche Versammlungen unter freiem Himmel müssen angemeldet werden. Wenn festgestellt wird, dass Herr Stüber öffentlich zu der Versammlung aufgerufen hat, hat er ganz schlechte Karten", sagt der Kölner Rechtsanwalt Carsten Penkella. Als die Horden nämlich wieder abzogen waren, erkannte manch Insulaner seine geliebte Insel nicht wieder: In den Eingangsbereichen von Schmuckläden hatten sich Urin-Lachen gebildet, Strände waren verschmutzt, Dünen zertrampelt, die Bummelmeile Friedrichstraße in Westerland war sogar Schauplatz für Alkoholexzesse und Schlägereien. 26 Menschen trugen Verletzungen davon, 22 Personen erhielten Platzverweise, 16 wurden festgenommen ... dafür soll er zahlen ! Unterstützung bekommen die Sylter aus der Metropole vor den Toren Schleswig-Holsteins: Hamburgs Innensenator Christoph Ahlhaus (CDU) kündigte an, Flashmob-Partys in der Hansestadt verhindern zu wollen. "Es ist nicht hinnehmbar, dass Tausende unorganisiert feiern und anschließend die Gemeinschaft den Dreck wegräumen und die Folgen bezahlen muss", sagt der Senator. Es ist zu hoffen, dass Stüber noch sehr lange dafür zahlen darf und endlich begreift, dass unsere Gesellschaft derartige Elemente und Ereignisse nicht benötigt !
Gisella (17.06.2009, 13:59 Uhr)
Hallo Bertl:
Yes, wir waren besser. Und sind es noch , ohne spießig zu sein. Niemals , ich sage niemals, habe ich meinen Müll irgendwo abgelagert, wo er nicht hingehörte .Seht mal die Parkplätze der Raststätten an-ekelhaft.
jetrabbit (17.06.2009, 08:20 Uhr)
sylt
ist das nicht die insel die für millionen steuergelder jedes mal wieder aufgeschüttet werden muss, damit die betuchten schön feiern können.
snus (16.06.2009, 10:17 Uhr)
Es ist schrecklich
was da auf Sylt Passiert ist. Da hat sich das Präkariat gewagt in die Heilgtümer der Dekadenz einzufallen. Und sie haben das Land verwüstet, Vorgärten geschändet, Alkohol in Unmengen konsumiert. Da muss ein genaue Analyse her und vor allem VERBOTE. Zu erst mal StudiVZ sperren, ähnlichen Plattformen geleich mit, um Nachahmungstätern die Grundlage zu entziehen. Dann sollten die Computer und Konsolenspiele noch mal alle geprüft werden. SIMS verbieten, denn da rotten sich doch auch ständig welche zusammen und mit sicherheit hat der Iniziator auch schon mal `nen Killerspiel gespielt. Er wäre ja sonst nicht auf diese barbarische Idee gekommen so mir nichts dir nichts `ne heile Welt voller guter Menschen zu Überfallen?
Gebt uns mehr Verbote und drastischere Strafen, das deutsche Korsett ist viel zu lose geschnürt.
speedo61 (16.06.2009, 06:11 Uhr)
Oh man....
fünf Seiten Kommentare zu diesem Thema! Das interessiert, das bewegt. Und bei der nächsten Wahl FDP wählen, weil - die da oben tun ja nix. Ein armes, ahnungsloses Party- und Spassvolk...
DasBertl (15.06.2009, 22:09 Uhr)
MIch würde intressieren...
wie viel von dem Müll die offensichtlich anwesenden Journalisten verursacht haben (ohne den Müll der dann in der "Bild" steht mit einzurechnen...)
Wiebitte20081 (15.06.2009, 20:47 Uhr)
???
Was soll dr Hype.Schaut doch einfach die Bilder im Stern.Die Blagen sind glücklich.Bisschen Randale gabs auch na und?Skandal?Blödsinn.Und die Strassenfeger v. Sylt hatten jetzt wenigstens mal was vorm Besen.Sonst liegt doch da kein müll rum.Aber den Besen schieben die trotzdem und die Verwaltung stellt die Reinigung in Rechnung.die Sylter sind einfach nur Sauer das sie nicht die gesammte Sahne mit ihren Schweinepreisen abgreifen konnten.War zu kurz vorbereitet die Nummer.Nen richtiger Flash wäre gewesen wenns vor der Anreise ein gutes Chili mit Bier gegeben hätte.Soviel Papier hätts auf dem Eiland nicht geben .Also,ich find okay das die Blagen mal einen draufgemacht haben.
Blacky007 (15.06.2009, 20:21 Uhr)
@giangastone
Und die zig Tausend EUR an Gewinn und Steuereinnahmen scheinen Sie wohl ganz zu vergessen!?
Lesen Sie den Beitrag von "Karl_Schreiber", er hat ziemlich glaubhafte Zahlen vorgegeben!
edward_silberhorn (15.06.2009, 20:04 Uhr)
christoph...
...halt durch! ich komme zur verhandlung. ein hoch auf so geile flash mobs!!
dekanus (15.06.2009, 20:03 Uhr)
@giangastone
Er hat sich doch seinen schönsten öffentlichen Garten ausgesucht. Wo liegt ihr Problem? In Ihrem nicht vorhandenem Wissen zwischen Öffentlich und Privat?
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