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Gericht spricht Millionär in Vergewaltigungsprozess frei

Nach durchzechter Nacht soll ein saudi-arabischer Geschäftsmann eine 18-Jährige vergewaltigt haben. In einer Befragung räumte er ein, die Frau vielleicht "aus Versehen penetriert" zu haben. Ein Londoner Gericht sprach ihn jetzt dennoch frei.

Der Southwark Crown Court in London

Das Londoner Gericht sprach Abdulaziz nach nur 30 Minuten der Vergewaltigung einer 18-Jährigen frei

Die Anschuldigungen gegen den 46-jährigen Projektentwickler Ehsan Abdulaziz wogen schwer: Der aus Saudi-Arabien stammende Mann soll im August dieses Jahres eine 18-Jährige vergewaltigt haben, die er zuvor in einem Londoner Edel-Nachtclub kennengelernt hatte. Der Fall sorgte in Großbritannien für Aufsehen, weil der Geschäftsmann in einer zweiten Befragung eingeräumt hatte, das mutmaßliche Opfer möglicherweise "aus Versehen" penetriert zu haben, nachdem er gestolpert und auf sie gefallen sei. Am Mittwochmorgen endete der Prozess gegen ihn mit einem Freispruch, wie unter anderem der "Mirror" berichtet.

Dem Bericht zufolge sah es der Southwark Crown Court in London als nicht erwiesen an, dass der Millionär die 18-Jährige tatsächlich vergewaltigt hat – obgleich in ihrer Vagina seine Spermaspuren gefunden wurden. Das Gericht folgte mit seinem Urteil offenbar dem juristischen Grundsatz "im Zweifel für den Angeklagten". Wohl auch, weil von Beginn an Aussage gegen Aussage stand. So gab es lediglich was den Ablauf des Abends betrifft, eine gleichlautende Version.

Vom Nobelclub zu dritt ins Appartement

Demnach hatte der Geschäftsmann die Frau am 7. August im noblen "Cirque le Soir"-Nachtclub kennengelernt, den diese gemeinsam mit einer 24-jährigen und Abdulaziz bereits bekannten Freundin besuchte. Er habe die beiden Frauen an seinen Tisch eingeladen und ihnen im weiteren Verlauf dann angeboten, sie in seinem Luxussportwagen, einem Aston Martin, nach Hause zu fahren, heißt es in dem Bericht. Letztendlich landete das Trio demnach in Abdulaziz‘ Appartement. Dort hätten sich der Mann und die 24-Jährige einige Drinks später ins Schlafzimmer zurückgezogen, die 18-Jährige sei indes im Wohnbereich geblieben und auf der Couch eingeschlafen. 

Ihrer Aussage nach kam es am darauffolgenden Morgen zu der Vergewaltigung. Laut “Daily Mail“ gab die Frau vor Gericht an, sie sei gegen 4.30 Uhr aufgewacht, weil sie bemerkte, dass Abdulaziz auf ihr lag und in sie eindrang. Sie habe ihn daraufhin weggestoßen und sei ins Schlafzimmer gerannt, um ihre Freundin zu wecken. Als ihr dies nicht glückte, habe sie die Wohnung so schnell wie möglich verlassen und zunächst zwei Freunde und später die Polizei informiert. So ihre Version.

Vergewaltigung aus Enttäuschung über Korb erfunden?

Abdulaziz sagte laut " Daily Mail" hingegen aus, er habe die junge Frau geweckt, um ihr ein T-Shirt zum Schlafen zu geben oder, falls gewünscht, ein Taxi zu rufen. Er gab auch zu, dabei nur in Unterhose bekleidet gewesen zu sein, und dass sein Penis dabei möglicherweise heraushing. Als die 18-Jährige aufwachte, habe sie ihn angelächelt, geküsst und dann energisch zu sich gezogen, so dass er stolperte und auf sie fiel. Zudem habe sie seine Hand in ihren Schritt geführt. Dies könne auch erklären, warum Spermaspuren von ihm gefunden wurden. Diese könnten noch vom Sex mit der 24-Jährigen gestammt haben. Zum Geschlechtsakt sei es definitiv nicht gekommen, sagte er aus.

Seine Erklärung für den Vergewaltigungsvorwurf: Er glaube, die junge Frau sei beschämt gewesen, weil ihr bewusst wurde, dass er nicht aufgestanden war, um mit ihr sexuell aktiv zu werden. Auch dass sie ihn weggestoßen habe, stimme nicht. Andernfalls wäre er ganz sicher rückwärts über einen Kaffeetisch gefallen. "Wenn sie mich geschubst hätte, wäre ich im Krankenhaus gelandet. Ich bin sehr schwach", wird der 46-Jährige in dem Bericht zitiert.

Das Gericht schenkte Abdulaziz‘ Aussage letztlich mehr Glauben. Nach lediglich 30 Verhandlungsminuten sprach es den Millionär frei.

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