17. November 2012, 10:43 Uhr

Mutter verhindert weiteres Kino-Blutbad

Er setzte seine Psychopharmaka ab und besorgte sich Waffen: Ein 20-Jähriger in Missouri plante offenbar ein ähnliches Massaker wie der Kino-Amokläufer James Holmes. Seine Mutter verhinderte die Tat.

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Der 20-Jährige, der ein Massaker geplant haben soll, war der Polizei schon vorher bekannt©

Dank der Aufmerksamkeit einer Mutter hat die Polizei im US-Bundesstaat Missouri möglicherweise ein Blutbad nach dem Vorbild des Kino-Amoklaufs von Colorado verhindert. Wie am Freitag aus Gerichtsdokumenten hervorging, nahmen die Ermittler der Kleinstadt Bolivar am Vortag einen 20-Jährigen fest, nachdem seine Mutter ihnen über das seltsame Verhalten ihres Sohnes berichtet hatte. Dieser hatte demnach seine Psychopharmaka abgesetzt und sich Anfang der Woche ähnliche Waffen gekauft wie der mutmaßliche "Batman"-Todesschütze James Holmes.

Nach anfänglichem Leugnen gestand der 20-Jährige schließlich, während der Kino-Vorstellung des neuen "Twighlight"-Films am Wochenende ein ähnliches Massaker wie Holmes geplant zu haben. Dann jedoch habe er sich überlegt, die Schießerei in den Supermarkt seiner Heimatstadt zu verlegen, da er dort an zusätzliche Munition gekommen wäre und somit noch mehr Menschen hätte töten können. Der Polizei sagte der junge Mann weiter, er habe 400 Schuss Munition gekauft und am Dienstag erstmals Schießen geübt. Der 20-Jährige war laut Polizei 2009 schon einmal festgenommen worden, weil er damit gedroht hatte, einen Angestellten des Supermarkts zu erstechen.

Aurora-Opfer erhalten Entschädigung

Nach dem Kino-Massaker in Aurora fließen nach einem Zeitungsbericht mehr als fünf Millionen Dollar an die Geschädigten. Das Geld stamme aus privaten Spenden, berichtete die "Denver Post" am Freitag. Die Hinterbliebenen der Todesopfer erhielten jeweils 220.000 Dollar (knapp 173.000 Euro). Dieselbe Summe gehe an fünf Menschen, die dauerhafte Hirnschäden erlitten hätten oder seit der Tat gelähmt seien. Fast drei Dutzend anderer Verletzte, die teilweise mehrere Wochen in Kliniken behandelt wurden, können ebenfalls mit Hilfszahlungen rechnen.

Der mutmaßliche Todesschütze Holmes hatte in der Nacht zum 20. Juli in einem Kino in Aurora im Bundesstaat Colorado während der Premiere des jüngsten "Batman"-Films zwölf Menschen erschossen und 58 weitere verletzt. Gegen den Studenten der Neurowissenschaften läuft derzeit ein Gerichtsverfahren, bei einer Verurteilung wegen Mordes droht ihm die Todesstrafe.

mlr/DPA/AFP
 
 
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