9. August 2012, 16:01 Uhr

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Drygalla-Freund

Die Affäre um den Freund der Olympia-Ruderin Nadja Drygalla geht weiter. Die Staatsanwaltschaft Rostock hat Michael Fischer im Visier. Er könnte sich des Landfriedensbruch schuldig gemacht haben.

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Michael Fischer, Freund der Ruderin Nadja Drygalla vor der Tower-Brigde in London©

Die Rostocker Staatsanwaltschaft führt ein Ermittlungsverfahren gegen den Freund der deutschen Olympia-Ruderin Nadja Drygalla, den ehemaligen NPD-Landtagskandidaten Michael Fischer. Es werde derzeit geprüft, ob er sich eines schweren Landfriedensbruchs schuldig gemacht habe, sagte eine Sprecherin der Anklagebehörde am Donnerstag. Fischer könne zu einer Gruppe von Rechtsextremisten gehört haben, die im Februar in Rostock bei einer Gedenkveranstaltung für ein Opfer der Neonazi-Zelle Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) Polizisten angegriffen hätten.

13 Verdächtige im Visier

Ob Fischer tatsächlich zu der Menge gehört habe, sei bislang allerdings noch unklar, betonte die Sprecherin. "Es besteht der Verdacht, dass Herr Fischer in der Gruppe anwesend war." Außer Fischer seien derzeit auch zwölf weitere Verdächtige im Visier der Ermittler. Bei der Gedenkveranstaltung waren nach Angaben der Staatsanwaltschaft etwa 20 bis 30 vermummte Täter aus der rechtsextremistischen Szene aufgetaucht und hatten Polizisten angegriffen. Sie seien mit Eisenstangen und Holzlatten bewaffnet gewesen. Ein Polizist wurde bei dem Vorfall am 25. Februar verletzt.

Fischer war in den vergangenen Tagen durch seine Beziehung zu der deutschen Leistungs-Ruderin Drygalla in die Schlagzeilen geraten. Die 23-Jährige hatte in der vergangenen Woche die Olympischen Spiele in London verlassen, nachdem ihre Partnerschaft bekannt geworden war. Fischer war früher Landtagskandidat für die rechtsextreme NPD, nach Angaben der Partei aber im Mai ausgetreten. Er soll auch in der rechtsextremen Kameradschaft "Nationale Sozialisten Rostock" eine führende Rolle gespielt haben, einer zentralen Gruppe der örtlichen Szene.

swd/AFP
 
 
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