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Polizei manipuliert Radarfallen, um weniger Knöllchen zu bearbeiten

Um sich nicht mit Bußgeldbescheiden beschäftigen zu müssen, haben israelische Polizisten reihenweise Blitzkästen manipuliert. Raser mussten das Tempolimit teilweise um 190 Stundenkilometer überschreiten, damit die Blitzen auslösten.

Manipulierte Radarfallen in Israel: Aufnahme zweier Blitzer (Symbolbild)

Die Polizisten in Israel manipulierten nicht nur Radarfallen, sie gingen ebenso von Kollegen begangenen Verstößen nicht nach

Israelischen Rasern war die Polizei jahrelang ein Freund und Helfer: Wie jetzt in einem staatlichen Prüfbericht herauskam, manipulierten die Schutzleute Radarfallen an einschlägigen städtischen Rennstrecken, um sich nicht mit der Last der vielen Bußgeldbescheide herumschlagen zu müssen.

So lösten die Blitzer an einer Ausfallstraße in Westjerusalem, auf der immerhin 80 Stundenkilometer erlaubt sind, erst bei 150 Sachen aus, heißt es in dem Bericht, aus dem israelische Medien am Donnerstag zitierten. Auf einer Tangente in Tel Aviv mussten die dort besonders häufigen Raser sogar 250 statt der erlaubten 60 Stundenkilometer fahren, um sich eine Verwarnung einzuhandeln. 

Polizei drehte eigenmächtig am Tempolimit

Die israelische Regierung hatte 2005 übers Land verteilt 300 Blitzer aufstellen lassen, was umgerechnet 20 Millionen Euro kostete. Diese Maßnahme deckte mancherorts so viele Geschwindigkeitsüberschreitungen auf, dass die überlastete Polizei an neuralgischen Punkten eigenmächtig am Tempolimit drehte, um die Flut einzudämmen, heißt es in dem Bericht des israelischen Staatskontrolleurs.

Die Regierungswächter kamen auch noch einer weiteren Unsitte auf die Spur, bei der sich die Polizisten untereinander behilflich waren: Systematisch wurden Bußgelder wegen Geschwindigkeitsüberschreitungen nicht weiter verfolgt, wenn Ordnungshüter außer Dienst geblitzt wurden. 

1400 Tempoverstöße von Polizisten in Israel nicht geahndet

Es reichte, wenn sie beteuerten, dass die Schnellfahrt dienstlich veranlasst war. So fielen dem Bericht zufolge zwischen 2012 und 2015 rund 1400 Tempoverstöße von Polizisten außer Dienst unter den Tisch, was 53 Prozent aller Bußgeldbescheide gegen sie ausmachte.

mod/AFP
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