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"Ich habe Angst, heute Nacht zu sterben"

"Ich brauche Frieden": Worte aus dem Mund einer Siebenjährigen. Bana al-Abed wohnt in Aleppo und wächst zwischen Bomben und Angst auf. Zusammen mit ihrer Mutter twittert sie aus dem Leben einer Familie, die mitten im Krieg lebt. 

Die siebenjährige Bana al-Abed twittert aus dem Krieg in Syrien

Die siebenjährige Bana al-Abed twittert zusammen mit ihrer Mutter aus dem Krieg in Syrien

"Bomben, Bomben, Bomben ... wir wissen nicht, ob wir heute Nacht sterben werden. Bitte, bitte betet für uns.": Bana al-Abed ist sieben Jahre alt. Ein Alter, in dem die größte Sorge sein sollte, nicht genug Zeit zum Spielen zu haben. Doch Bana al-Abed wohnt in Aleppo, genauer gesagt, im Ostteil der syrischen Stadt. Ein Ort, den der UN-Nothilfekoordinator Stephen O'Brien als die "Hölle auf Erden" bezeichnet. Zerstörte Krankenhäuser, kein Wasser und Essen. Die Kindheit von Bana al-Abed findet zwischen Bomben und Angst statt. Es ist Krieg - und die Hoffnung auf Frieden schwindend gering. Das verstehen auch schon die Kleinsten. 


Seit dem 24. September 2016 schreiben Bana und ihre Mutter Fatemah auf Twitter, wie es ihnen geht, wovor sie Angst haben, was sie sich wünschen - und machen mit wenigen Worten und Bildern deutlich, was es bedeutet im Krieg zu leben. 


Schlaflose Nächte, weil eine Bombe nach der nächsten explodiert, zerstörte Häuser, tote Freunde und Verwandte. Und dazwischen ein kleines Mädchen, dass ihre eigenen Worte dafür findet, was in Aleppo passiert. Sie vergleicht den Krieg mit einem Dinosaurier, der hoffentlich auch bald ausstirbt und liest, um sich abzulenken. Doch das funktioniert nicht immer: "Ich habe Angst, heute Nacht zu sterben. Diese Bomben werden mich töten." 

"Hört uns denn niemand?"

Im Interview mit dem "Guardian" erzählt Mutter Fatemah warum sie sich dazu entschlossen hat, die Gedanken von sich und ihrer Tochter zu twittern: "Bana hat mich gefragt, warum die Welt uns nicht hört. Warum niemand uns hilft." Seit sie twittern werden sie nun immerhin gehört. Bereits über 25.000 Leute folgen den beiden auf Twitter, drücken ihr Mitgefühl aus und bangen mit der Familie.


Doch es gibt nicht nur positive Kommentare. Manche glauben, dass es sich bei dem Profil um einen Fake handelt, da es in dem Stadtteil, in dem die Familie lebt, gar kein Strom mehr gebe. Andere gehen von Propaganda aus. 

Der Wunsch nach Frieden

Für Bana und ihre Geschwister bedeutet der Krieg auch, dass sie nicht zur Schule gehen können - das wäre einfach zu gefährlich. Mutter Fatemah unterrichtet ihre Kinder zu Hause. Doch die Siebenjährige wünscht sich, endlich wieder in die Schule gehen zu können. Denn sie will, wie ihre Mutter Lehrerin werden. 


Es ist der Wunsch eines Kindes nach Alltag. Einem Alltag, wie ihn Kinder in Deutschland haben - ohne Bomben, ohne die Angst zu sterben. Doch für Bana ist es noch immer ein Wunsch. Der Wunsch nach Frieden. 





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