Schumi, der "Anti-Boris"

14. Januar 2009, 12:11 Uhr

Welch seltenes Ereignis, Michael Schumacher im TV. Nach der Kerner-Sendung musste man den Hut ziehen. Vor einem Menschen, einem der größten Sportler aller Zeiten, der wohltuend normal geblieben ist. Kaum Glamour, keine Skandale, dafür Bescheidenheit und Tiefgang - an Schumi darf sich manch' anderer gern ein Beispiel nehmen. Von Jens Fischer

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Michael Schumacher: Siebenmaliger Formel-1-Champion und immer noch wohltuend normal©

Am späten Dienstagabend war im deutschen Fernsehen Schlimmes zu befürchten. Die "TV-Allzweckwaffe" Johannes B. Kerner trifft die deutsche Formel-1-Legende Michael Schumacher auf dessen Luxus-Ranch am Genfer See. Und zugegeben: Der Start der Sendung war grausam. Kerner und Schumi romantisch im Schnee, dann bei der Ausfahrt auf albernen Trikes, später ein ungelenker Kerner mit Schumi hoch zu Ross im Pferdestall - wie sollte das nur enden?

Als die beiden dann aber endlich Platz zum Gespräch nahmen, erfuhr alles eine angenehme Wendung – was in erster Linie an Michael Schumacher lag.

Denn dessen Auftritt tat einfach gut. Alles was er seinem "Duz-Kumpel" Kerner an diesem Abend verriet, zeigte eines ganz deutlich: Viel Geld und viel Erfolg müssen nicht zwangsläufig gleichbedeutend mit jeglichem Verlust der Bodenhaftung sein. Man muss sich als Prominenter nicht "Boris-Becker-like" zum Sklaven der Öffentlichkeit machen, sondern kann durchaus als normaler Mensch weiterleben.

Man kann auch seine Kinder ganz normal erziehen und muss seine Familie nicht über die halbe Welt verteilen. Eine Ehe kann auch mal 18 Jahre halten. Medial voll ausgeleuchtet von einem Bett ins nächste hüpfen, muss ganz nebenbei bemerkt auch nicht sein.

Michael Schumacher ist der "Anti-Boris-Becker". Er ist keiner, der auf Nischensendern Poker spielt, und keiner, der auf jedem "Roten Teppich" rumstolziert. Wenn er wollte, könnte er das wahrscheinlich jeden Abend an einem anderen Ort dieser Welt.

Stattdessen spricht er aber lieber über seine Kinder ("Wir beten nicht"), über seine Frau Corinna ("Sie ist meine Ergänzung") und über seine neue Leidenschaft, das Kochen. Alles erstaunlich unprätentiös, bodenständig, bescheiden - und einfach wohltuend normal.

Schumi hat den Menschen an diesem Abend seltene Einblicke gewährt. Er hat ihnen erklärt, warum er bei vielen Ehrungen nicht zu sehen ist, wie er das "Haifischbecken" Formel 1 so erfolgreich überstanden hat und wie er versucht, sich mit dem Tod auseinanderzusetzen.

Er hat das in dieser Sendung seit langem das erste Mal getan, und es wird ewig dauern, bis man Derartiges wieder von ihm hören wird. Das macht ihn so besonders. Inflationäre Klatschgeschichten und oberflächliches Blabla kennen wir schließlich von anderen zu Genüge.

Schumacher hat es geschafft, während des Gesprächs seinen ganzen Reichtum in den Hintergrund zu drängen. Klar hatte man immer diesen riesigen Stall mit der großen Anzahl von Pferden im Blick, den Designeranzug, den gestriegelten Rassehund, den Ferrari vor der Tür - aber wichtiger war etwas anderes: Nämlich die Erkenntnis, dass es auch anders geht. Ohne Glamour und Skandale. Deshalb auch eine Bitte zum Schluss: Schumi, lass' dich öfter blicken!

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KOMMENTARE (10 von 59)
 
cologne237 (17.01.2009, 00:05 Uhr)
@Ernst_Derlage
"...diametral von dem dreckigen Heimat-Kaff im rheinisch-sibirischen Nirgendwo zwischen Köln und Aachen, in dem man eine Bratwurst nicht im Freien verzehren sollte, der Fliegen wegen..."
Wo kommen Sie denn her, dass Sie glauben, sich diese Arroganz leisten zu können?
susiwolf (16.01.2009, 14:44 Uhr)
Der Besen auf der Rennstrecke ...
Einen Michael Schumacher in einem Atemzug mit Boris Becker zu zitieren ...
ist wie einen Besen auf die Rennstrecke zu schicken. Letzterer landet letztlich in der berühmten Besenkammer.
Auch im Wachsfigurenkabinett sollten -wenn denn- Beide auf unterschiedlichen Etagen stehen.
Auch wenn die Rennbahn als sehr kritisch zu sehen ist (Umwelt etc.) so ist doch Michael eher ein Renner als ein Kammerjäger. Im wahrsten Sinne des Wortes.
heinzbecker007 (16.01.2009, 11:33 Uhr)
Stolz auf Schumi
Schumi ist trotz seiner Erfolge und seines Reichtums einfach ein ganz normaler Mensch geblieben. Nicht abgehoben wie so mancher Möchtegernpromi. Das zeichnet ihn aus. Wir Deutsche können stolz auf ihn sein, es gibt wenige von seiner Sorte.
Pans (16.01.2009, 09:05 Uhr)
Ich schäme mich...
....für so manchen Kommentar hier, der so ziemlich deutlich macht, wie viele Deutsche ticken. Da kann einem wirklich schlecht werden und alleine das ist schon ein Grund dieses Land zu verlassen! Wer immer noch nicht begreift, wie dieser Mann ist, der wird es auch nach 100 Kerner Sendungen nicht begreifen...also alles vergebene Zeit!
Michael - genieß Deine Familie, Deine Möglichkeiten und Dein Geld und bleib so wie Du bist, das passt schon alles! ;-)
Serst (15.01.2009, 17:32 Uhr)
@sportmakler
Oberlehrer finde ich zum Kotzen, egal wo und wie sie fahren.
sportartmakler (15.01.2009, 14:56 Uhr)
ok serst,
mit der strafanzeige haste wohl recht. ansonsten sind aber meist die schnarchnasen die oberlehrer
Serst (15.01.2009, 11:45 Uhr)
@sportmakler
Schnarchnasen wird es immer geben.Aber berechtigt sowas sich zum selbsternannten Vehrkehrserzieher aufzuspielen? Typisch deutsch, immer den Oberlehrer geben.Und dann noch zur Krönung Strafanzeige stellen.Echt super.
sportartmakler (15.01.2009, 11:32 Uhr)
@serst
die von greeper beschriebenen vollpfosten sind dann aber wegen fehlender fahrfähigkeiten ebenfalls nicht zum führen eines pkw geeignet. diese sind viel gefärlicher, sehen sie ja noch nichmal das eigene unvermögen.
Serst (15.01.2009, 11:00 Uhr)
@greeper
Wenn Sie sich tatsächlich so im Straßenverkehr verhalten, so sind Sie charakterlich nicht zum führen eines Fahrzeuges geeignet.Man sollte Sie sofort zur MPU schicken.
H.P. (15.01.2009, 08:27 Uhr)
Es wird viel erzählt und geschrieben
Ich möchte über Michael Schumacher nicht urteilen, weil ich ihn zu wenig kenne. Es wird viel erzählt und geschrieben, ob alles wirklich so ist, ist einmal dahingestellt. Ich gönne ihm sein Anwesen und sein Erfolg!
Sportlich war er ein Großer, was ich nie sein werde, weil mir das einfach nicht gegeben ist. Das Leben zu meistern, ohne all das viele Geld und den Erfolg, ist manchmal sehr viel schwerer, deshalb sollte sich keiner minderwertig sehen, auch ohne den Erfolg und all das viele Geld kann man ein Großer und glücklich sein. Die Natur kostet mich nichts und die gehört uns allen.
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