. .
Formel-1-News
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
14. Januar 2009, 12:11 Uhr

Schumi, der "Anti-Boris"

Welch seltenes Ereignis, Michael Schumacher im TV. Nach der Kerner-Sendung musste man den Hut ziehen. Vor einem Menschen, einem der größten Sportler aller Zeiten, der wohltuend normal geblieben ist. Kaum Glamour, keine Skandale, dafür Bescheidenheit und Tiefgang - an Schumi darf sich manch' anderer gern ein Beispiel nehmen. Von Jens Fischer

Schumacher, Kerner, ZDF, Michael, Formel 1, Interview, Kommentar, Becker, Boris

Michael Schumacher: Siebenmaliger Formel-1-Champion und immer noch wohltuend normal© Sascha Baumann/ZDF

Am späten Dienstagabend war im deutschen Fernsehen Schlimmes zu befürchten. Die "TV-Allzweckwaffe" Johannes B. Kerner trifft die deutsche Formel-1-Legende Michael Schumacher auf dessen Luxus-Ranch am Genfer See. Und zugegeben: Der Start der Sendung war grausam. Kerner und Schumi romantisch im Schnee, dann bei der Ausfahrt auf albernen Trikes, später ein ungelenker Kerner mit Schumi hoch zu Ross im Pferdestall - wie sollte das nur enden?

Als die beiden dann aber endlich Platz zum Gespräch nahmen, erfuhr alles eine angenehme Wendung – was in erster Linie an Michael Schumacher lag.

Denn dessen Auftritt tat einfach gut. Alles was er seinem "Duz-Kumpel" Kerner an diesem Abend verriet, zeigte eines ganz deutlich: Viel Geld und viel Erfolg müssen nicht zwangsläufig gleichbedeutend mit jeglichem Verlust der Bodenhaftung sein. Man muss sich als Prominenter nicht "Boris-Becker-like" zum Sklaven der Öffentlichkeit machen, sondern kann durchaus als normaler Mensch weiterleben.

Man kann auch seine Kinder ganz normal erziehen und muss seine Familie nicht über die halbe Welt verteilen. Eine Ehe kann auch mal 18 Jahre halten. Medial voll ausgeleuchtet von einem Bett ins nächste hüpfen, muss ganz nebenbei bemerkt auch nicht sein.

Michael Schumacher ist der "Anti-Boris-Becker". Er ist keiner, der auf Nischensendern Poker spielt, und keiner, der auf jedem "Roten Teppich" rumstolziert. Wenn er wollte, könnte er das wahrscheinlich jeden Abend an einem anderen Ort dieser Welt.

Stattdessen spricht er aber lieber über seine Kinder ("Wir beten nicht"), über seine Frau Corinna ("Sie ist meine Ergänzung") und über seine neue Leidenschaft, das Kochen. Alles erstaunlich unprätentiös, bodenständig, bescheiden - und einfach wohltuend normal.

Schumi hat den Menschen an diesem Abend seltene Einblicke gewährt. Er hat ihnen erklärt, warum er bei vielen Ehrungen nicht zu sehen ist, wie er das "Haifischbecken" Formel 1 so erfolgreich überstanden hat und wie er versucht, sich mit dem Tod auseinanderzusetzen.

Er hat das in dieser Sendung seit langem das erste Mal getan, und es wird ewig dauern, bis man Derartiges wieder von ihm hören wird. Das macht ihn so besonders. Inflationäre Klatschgeschichten und oberflächliches Blabla kennen wir schließlich von anderen zu Genüge.

Schumacher hat es geschafft, während des Gesprächs seinen ganzen Reichtum in den Hintergrund zu drängen. Klar hatte man immer diesen riesigen Stall mit der großen Anzahl von Pferden im Blick, den Designeranzug, den gestriegelten Rassehund, den Ferrari vor der Tür - aber wichtiger war etwas anderes: Nämlich die Erkenntnis, dass es auch anders geht. Ohne Glamour und Skandale. Deshalb auch eine Bitte zum Schluss: Schumi, lass' dich öfter blicken!

Von Jens Fischer
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Formel 1 Mercedes denkt an Honda-Rettung

Überraschende Aussagen aus Stuttgart: Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug kann sich vorstellen, als Motorenlieferant beim kriselnden Honda-Rennstall einzusteigen. Allerdings gibt es noch einige Hürden zu überwinden - sowohl finanziell als auch in Sachen Entwicklungsarbeit. mehr...

Formel 1 Schumacher glaubt an Topteams

Noch mehr Spannung, aber keine neue Hackordnung: Michael Schumacher geht davon aus, dass durch die neuen Regeln die Teams in der Formel 1 näher zusammenrücken. Force India verlängerte den Vertrag mit Adrian Sutil. mehr...

Formel 1 Mosley will den Sozialismus

Sparen heißt die Devise in der Formel 1: Deshalb möchte Fia-Boss Max Mosley über die bereits beschlossenen Maßnahmen hinausgehen und allen Renn-Teams den gleichen Etat verordnen. Ziel soll es sein, eine größere Chancengleichheit zu gewährleisten. mehr...

Formel 1 Scharfe Kritik an Ecclestone und Mosley

Der dreimalige Formel-1-Weltmeister Jackie Stewart hat den Rücktritt von Formel-1-Boss Bernie Ecclestone und Fia-Chef Max Mosley gefordert. Ecclestone habe eine derartige Machtfülle, dass er jeden erdrücken könne, der etwas ändern wolle. mehr...

Formel 1 Mexiko-Milliardär dementiert Honda-Rettung

Es klang nach einem Märchen aus tausend und einer Nacht: Ein mexikanischer Milliardär übernimmt den kriselnden Honda-Rennstall und rettet damit die Japaner vor dem Formel-1-Ausstieg. Jetzt aber folgte das Dementi. Auch der Wechsel von Fernando Alonso zu Ferrari ist noch lange nicht klar. mehr...

MEHR ZUM THEMA
powered by wefind WeFind
 
stern testen, Serie sichern

Jetzt den stern inklusive der aktuellen Gesundheits-Serie testen! Jetzt sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (7/2012)
Unser täglich Fleisch