. .
Fußball-News
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
12. November 2009, 18:25 Uhr

Diese Frau bewegt Deutschland

Ihr beeindruckender Aufritt berührt die Menschen in Deutschland - und darüber hinaus. Selbst die Londoner "Times" huldigt Teresa Enke. Wer ist diese mutige Frau?

Teresa Enke, Hannover 96, Robert, Selbstmord

"Beeindruckende Frau": Teresa Enke bei der Pressekonferenz vom Mittwoch in Hannover

Einen solch' ergreifenden Auftritt hat es im deutschen Fußball noch nicht gegeben. Teresa Enkes zu Tränen rührende Pressekonferenz, ihr mutiger Schritt in die Öffentlichkeit hat die Menschen tief bewegt. Ihre Offenheit und Tapferkeit, über ein bis dahin tabuisiertes Thema, über die schwere Depression ihres Mannes Robert und über dessen Tod zu sprechen, berührte die Zuschauer wie kein Fußballspiel es kann.

"Sie ist eine beeindruckende Frau", sagte Hannover-96-Chef Martin Kind am Tag danach: "Sie hat meinen höchsten Respekt". Nicht nur in Deutschland fanden Teresa Enkes Worte große Beachtung. Die renommierte britische Tageszeitung "The Times" brachte als Aufmacherfoto auf Seite eins ein großformatiges Bild der Witwe und titelte: "Manchmal reicht Liebe nicht aus".

Tränen liefen, während die 33-jährige Teresa Enke vor laufenden Kameras vom langen Leiden mit ihrem Mann berichtete. Ihr Mut und ihre schonungslose Offenheit beeindruckten. "Bewundernswert", sagte 96-Manager Jörg Schmadtke, der in diesen Tagen mit der Witwe Kontakt hält und ihr - mit anderen - auch in der Nacht nach dem Suizid Beistand leistete.

Ihr Auftritt hat Freunde "nicht überrascht"

Der starke Auftritt hat diejenigen, die sie näher kennen, "nicht überrascht", wie Kind sagte. Der Clubchef kennt die Frau des nun toten Torhüters seit dessen Verpflichtung im Jahr 2004. Kind hat erlebt, wie sie nach dem Tod der herzkranken Tochter vor drei Jahren trauerte. Er hat versucht, der Familie beizustehen, als sie nach dem Verlust der zweijährigen Lara den Weg in die Normalität suchte.

Und nun saß diese Frau da und erzählte von der schleichenden Krankheit, von der verzweifelten Suche nach einem Ausweg und dem Tod ihres Mannes - dem zweiten Schicksalsschlag in nur drei Jahren. "Es war unglaublich, mit welcher Gefasstheit sie gesprochen hat", sagte Schmadtke. Teresa Enke selber war es, die den Weg in die Öffentlichkeit vorgeschlagen hatte. "Wir fanden, dass es richtig ist, wenn sie es will", erklärte der Manager des Vereins.

"Sie wollte eine Öffentlichkeit für dieses Tabuthema herstellen", berichtete Andreas Kuhnt, der Pressesprecher von 96. "Sie wollte etwas damit anstoßen." Kuhnt war wie Schmadtke in der Nacht dabei, als die Entscheidung für den öffentlichen Auftritt fiel. "Das war sehr mutig", sagte Kuhnt. "Vielleicht war es auch ein kleines Stück Befreiung. Sie konnte erzählen, was sie vorher aus Liebe zu Robert nicht erzählen konnte."

Sie zog mit ihm durch ganz Europa

Vor vierzehn Jahren hatte Teresa ihren Mann kennengelernt, in Jena, auf dem Sportgymnasium. Sie zog mit ihm durch Europa, begleitete den Fußballprofi nach Mönchengladbach, Lissabon, Barcelona, Istanbul, Teneriffa und schließlich zu Hannover 96. Im Umland der Stadt bezogen die Enkes einen alten Bauernhof, engagierten sich vor allem im Tierschutz. Zu den landläufigen Klischees von Spielerfrauen passt Teresa Enke nicht.

"Sie ist ein Frau, die sich mehr Gedanken macht als andere Menschen", sagte Kuhnt. "Sie ist in vielen Bereichen engagiert." Nun ist es am Verein, sich zu engagieren. Kind: "Sie wird unsere Unterstützung haben."

Von Michael Rossmann/DPA
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Nach dem Tod von Robert Enke "Achtet aufeinander!"

Ist Deutschlands Fußball-Betrieb aufgewacht? Nach dem Tod von Robert Enke mangelt es zumindest nicht an Diskussionsbereitschaft und dem Willen zu einem neuen Umgang mit Schwäche, Problemen und Depressionen. Eindringlich formulierte es Thomas Schaaf, Trainer von Werder Bremen. mehr...

Teresa Enke Letzte Hoffnung Liebe

Teresa Enke ist eine starke Frau. Nur wenige Stunden nach dem Freitod ihres Mannes stellte sie sich der Presse und gab Auskunft über das verstörte Seelenleben ihres Mannes. Ein bewegender Auftritt. mehr...

Selbstmord des Nationaltorwarts Depression trieb Enke in den Tod

Schwere Depressionen haben Nationaltorhüter Robert Enke in den Selbstmord getrieben. Sein Arzt und seine Witwe schilderten unter Tränen Enkes Leid der vergangenen Jahre. mehr...

MEHR ZUM THEMA
powered by wefind WeFind
Verwandte Fragen

Sie kennen die Antwort? Beantworten Sie die Frage hier oder senden Sie selber eine Frage

 
stern testen, Serie sichern

Jetzt den stern inklusive der aktuellen Gesundheits-Serie testen! Jetzt sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (7/2012)
Unser täglich Fleisch