stern.de für unterwegs
. .
Fußball-News
RSS Mobil Wetter stern.de Blogs Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Günther Jauch
sternTV - Information und Unterhaltung mit Günther Jauch

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

 
12. November 2009, 21:03 Uhr

Diese Frau bewegt Deutschland

Ihr beeindruckender Aufritt berührt die Menschen in Deutschland - und darüber hinaus. Selbst die Londoner "Times" huldigt Teresa Enke. Wer ist diese mutige Frau?

Zoom
Teresa Enke, Hannover 96, Robert, Selbstmord

"Beeindruckende Frau": Teresa Enke bei der Pressekonferenz vom Mittwoch in Hannover

Einen solch' ergreifenden Auftritt hat es im deutschen Fußball noch nicht gegeben. Teresa Enkes zu Tränen rührende Pressekonferenz, ihr mutiger Schritt in die Öffentlichkeit hat die Menschen tief bewegt. Ihre Offenheit und Tapferkeit, über ein bis dahin tabuisiertes Thema, über die schwere Depression ihres Mannes Robert und über dessen Tod zu sprechen, berührte die Zuschauer wie kein Fußballspiel es kann.

"Sie ist eine beeindruckende Frau", sagte Hannover-96-Chef Martin Kind am Tag danach: "Sie hat meinen höchsten Respekt". Nicht nur in Deutschland fanden Teresa Enkes Worte große Beachtung. Die renommierte britische Tageszeitung "The Times" brachte als Aufmacherfoto auf Seite eins ein großformatiges Bild der Witwe und titelte: "Manchmal reicht Liebe nicht aus".

Tränen liefen, während die 33-jährige Teresa Enke vor laufenden Kameras vom langen Leiden mit ihrem Mann berichtete. Ihr Mut und ihre schonungslose Offenheit beeindruckten. "Bewundernswert", sagte 96-Manager Jörg Schmadtke, der in diesen Tagen mit der Witwe Kontakt hält und ihr - mit anderen - auch in der Nacht nach dem Suizid Beistand leistete.

Ihr Auftritt hat Freunde "nicht überrascht"

Der starke Auftritt hat diejenigen, die sie näher kennen, "nicht überrascht", wie Kind sagte. Der Clubchef kennt die Frau des nun toten Torhüters seit dessen Verpflichtung im Jahr 2004. Kind hat erlebt, wie sie nach dem Tod der herzkranken Tochter vor drei Jahren trauerte. Er hat versucht, der Familie beizustehen, als sie nach dem Verlust der zweijährigen Lara den Weg in die Normalität suchte.

Und nun saß diese Frau da und erzählte von der schleichenden Krankheit, von der verzweifelten Suche nach einem Ausweg und dem Tod ihres Mannes - dem zweiten Schicksalsschlag in nur drei Jahren. "Es war unglaublich, mit welcher Gefasstheit sie gesprochen hat", sagte Schmadtke. Teresa Enke selber war es, die den Weg in die Öffentlichkeit vorgeschlagen hatte. "Wir fanden, dass es richtig ist, wenn sie es will", erklärte der Manager des Vereins.

"Sie wollte eine Öffentlichkeit für dieses Tabuthema herstellen", berichtete Andreas Kuhnt, der Pressesprecher von 96. "Sie wollte etwas damit anstoßen." Kuhnt war wie Schmadtke in der Nacht dabei, als die Entscheidung für den öffentlichen Auftritt fiel. "Das war sehr mutig", sagte Kuhnt. "Vielleicht war es auch ein kleines Stück Befreiung. Sie konnte erzählen, was sie vorher aus Liebe zu Robert nicht erzählen konnte."

Sie zog mit ihm durch ganz Europa

Vor vierzehn Jahren hatte Teresa ihren Mann kennengelernt, in Jena, auf dem Sportgymnasium. Sie zog mit ihm durch Europa, begleitete den Fußballprofi nach Mönchengladbach, Lissabon, Barcelona, Istanbul, Teneriffa und schließlich zu Hannover 96. Im Umland der Stadt bezogen die Enkes einen alten Bauernhof, engagierten sich vor allem im Tierschutz. Zu den landläufigen Klischees von Spielerfrauen passt Teresa Enke nicht.

"Sie ist ein Frau, die sich mehr Gedanken macht als andere Menschen", sagte Kuhnt. "Sie ist in vielen Bereichen engagiert." Nun ist es am Verein, sich zu engagieren. Kind: "Sie wird unsere Unterstützung haben."

Von Michael Rossmann/DPA
KOMMENTARE (10 von 46)
 
stellita (15.11.2009, 18:07 Uhr)
Lokführer
Erstaunlich und beschämend finde ich, dass das Leid des Lokführers, der unfreiwillig einen Menschen überfahren und getötet hat, und davon absolut traumatisiert, vielleicht sogar berufsunfähig wurde, mit keiner Silbe erwähnt wird.
cybertanne (15.11.2009, 16:41 Uhr)
Diese Frau bewegt Deutschland...
die Überschrift könnte auch in der BILD stehen.
allesklar (14.11.2009, 05:14 Uhr)
Ich muss mich korrigieren... Sorry stern
Ihr ( stern ) habt den Artikel nur gekauft...

Der Artikel ist von einem aus der DPA -
Von Michael Rossmann/DPA


Die leben von verkauften artikeln nach zeile und umso ausschweifender diese sind umso mehr magazine kaufen diese umso mehr geld macht der Author und DPA.
allesklar (14.11.2009, 05:05 Uhr)
Verglorifiziert
der Stern hier nicht ein wenig ueber das mass hinaus?
Vincent_Vega (13.11.2009, 14:47 Uhr)
@bailador
Sie haben recht. Der große Unterschied zwischen dem Fall "Teske" zu anderen Selbsttötungen ist der Medienrummel.

Und Frau Teske "bewegt" ganz Deutschland aufgrund dieses Meduenrummels und eben dieser Medienrummel kommt nur aufgrund des Bekanntheitsgrades des Verstorbenen.

Ich hääte mir damals beim Tod meiner Frau auch mehr Ruhe gewünscht; hätten Frau Teske und der Psychiater aber gar nichts gesagt, wären die Spekulationen -vor allem der um Absatz bemühten Medien- ins Kraut geschossen und der Fall könnte noch Wochen andauern.
Vielleicht wird der Hype so kürzer andauern und die Angehörigen kommen schneller zur Ruhe.
Vincent_Vega (13.11.2009, 14:42 Uhr)
@kldrkur : Hinterher sind sie alle schlauer.
Ihr Kommentar zeugt nur davon, dass Sie keine Ahnung haben, wovon Sie reden.
DerMann hat ja jahrelang einen Psychiater aufgesucht. Doch selbst dieser langjährig behandelnde Psychiater, der es seitens des Berufes wegen hätte vielleicht erahnen können, wurde getäuscht.

Eine Besserung kommt nun mal nicht von ungefähr; und vor allem dann nicht, wenn sich das Umfeld nicht entscheidend ändert, welches die Umstände der Erkrankung evt. gefördert hat.
Johann58 (13.11.2009, 14:41 Uhr)
was jetzt verwundert
sind die Kommentare, die sich nicht mit dem Inhalt des Artikels beschaeftigen sondern mit Medienschelte.

Der vermeintlich letzte Ausweg eines Depressiven ist nicht selten der Freitod. Kein Mensch interessiert es wenn Lieschen Mueller oder Otto Normalverbraucher sich vor einen Zug wirft oder sich die Pulsadern aufschneidet. Waeren Depressionen weniger tabuisiert, koennten viele behandelt werden und ein einigermassen 'normales' Leben leben. So aber bedarf es der Oeffentlichkeit von Prominentenauf etwas aufmerksam zu machen um sich selbst und anderen zu helfen. Im uebrigen glaube ich dass Frau Enke auch in der Vergangenheit alles getan hat um ihrem Mann zu helfen. Ansonsten waere sie kaum so aufgetreten.
Livia008 (13.11.2009, 14:09 Uhr)
@peterPan: Nebenwirkungen
Ich finde ihre Theorie interessant. Haben sie dafür Belege? Auch ich kenne 2 vollzogene Suizide, die nach Nervendurchtrennungen entzündungshemmende Medikamente genommen haben. Gibt es da tatsächlich einen Zusammenhang.

Frau Enke hat unser Mitempfinden verdient, so wie jeder andere Angehörige von Selbsttötungsdelikten auch. Das sollte man so stehen lassen und weder hoch- noch runterreden.
OttoB (13.11.2009, 14:07 Uhr)
Ich finde es grausam
wie die Medien mit dem Tod dieses Menschen umgehen.
Meine Damen und Herren der Presse, es ist alles gesagt, hören sie mit den Schlagzeilen auf und lassen sie die Angehörigen trauern.
bailador (13.11.2009, 11:36 Uhr)
Diese Frau...
... bewegt Deutschland? Nein, mich nicht, und ich will auch nicht in diesen Lament-Kanon einstimmen. Es ist widerlich, wie dieses tragische Schicksal von den Medien hochstilisiert wird. Davon distanziere ich mich ausdrücklich - sicherlich hat diese Frau Mitleid verdient, sie durchlebt gerade vermutlich ihre persönliche Hölle, aber bleibt bitte mal auf dem Teppich - sowas passiert täglich tausendfach. Aber dann zu titeln "Diese Frau bewegt Deutschland" ist schon mehr als anmaßend.
MEHR ZUM ARTIKEL
Nach dem Tod von Robert Enke "Achtet aufeinander!"

Ist Deutschlands Fußball-Betrieb aufgewacht? Nach dem Tod von Robert Enke mangelt es zumindest nicht an Diskussionsbereitschaft und dem Willen zu einem neuen Umgang mit Schwäche, Problemen und Depressionen. Eindringlich formulierte es Thomas Schaaf, Trainer von Werder Bremen. mehr...

Teresa Enke Letzte Hoffnung Liebe

Teresa Enke ist eine starke Frau. Nur wenige Stunden nach dem Freitod ihres Mannes stellte sie sich der Presse und gab Auskunft über das verstörte Seelenleben ihres Mannes. Ein bewegender Auftritt. mehr...

Selbstmord des Nationaltorwarts Depression trieb Enke in den Tod

Schwere Depressionen haben Nationaltorhüter Robert Enke in den Selbstmord getrieben. Sein Arzt und seine Witwe schilderten unter Tränen Enkes Leid der vergangenen Jahre. mehr...

MEHR ZUM THEMA
powered by wefind WeFind
 
stern.de in Social Networks
 
Mobil
 
Widgets
 
 
Adobe Flash Player