The next Nowitzki

26. Februar 2013, 10:47 Uhr

Er hat viel riskiert und wird nun dafür belohnt: Der deutsche Basketballspieler Tim Ohlbrecht erhält einen Vertrag beim NBA-Club Houston Rockets. Schon am Sonntag trifft er auf Dirk Nowitzki.

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"Für mich ist ein Traum wahr geworden": Der deutsche Nationalspieler Tim Ohlbrecht hat den Sprung in die NBA geschafft©

Tim Ohlbrecht hat sich seinen NBA-Traum erfüllt und 14 Jahre nach Dirk Nowitzki als erster deutscher Basketball-Nationalspieler den Sprung in die beste Liga der Welt geschafft. Nach einem erfolgreichen Umweg über die unterklassige D-League erhielt der 24 Jahre alte Center einen Vertrag über zweieinhalb Jahre bei den Houston Rockets. "Ich habe es geschafft!!! Ich kann es nicht glauben", schrieb Ohlbrecht bei Instagram direkt nach der Unterschrift seines Kontrakts, der bis Ende dieser Spielzeit garantiert ist.

Mit umgedrehter Kappe saß der gebürtige Wuppertaler am Montag (Ortszeit) im Büro der Rockets, an der Wand die Bilder früherer Club-Helden wie Hakeem Olajuwon. Schon am Sonntag steht für Ohlbrecht das Aufeinandertreffen mit einem anderen Superstar an - in Houston geht es im Kampf um einen Playoff-Platz gegen Nowitzki, Chris Kaman und die Dallas Mavericks.

"Für mich ist gestern ein Traum wahr geworden, den ich trotz diverser Rückschläge in der Vergangenheit nie vollständig aus den Augen verloren habe", sagte Ohlbrecht. Sollte er neben den Rockets-Topstars James Harden und Jeremy Lin auflaufen, wäre er der insgesamt achte Deutsche mit einem NBA-Einsatz. "Ich bin stolz, Deutschland auf dieser großen Bühne repräsentieren zu dürfen und werde jetzt noch intensiver arbeiten, um diese Chance entsprechend zu nutzen."

Vergleiche mit Nowitzki

Zu Beginn seiner Karriere hatte das Toptalent stets mit dem Stempel des nächsten Nowitzkis zu kämpfen, zeigte zu häufig schwankende Leistungen und wurde 2010 in der NBA-Talente-Auswahl verschmäht. Im vergangenen November wagte der damals vereinslose Profi den finanziell wenig lukrativen Schritt in die NBA-Aufbauliga (D-League) zu den Rio Grande Valley Vipers und hatte seitdem für die Texaner überzeugt. Im All-Star-Game der D-League Mitte Februar zeigte er mit zwölf Zählern und zwölf Rebounds ebenfalls eine starke Leistung, so dass er sich sogar erlauben konnte, einen Zehn-Tages-Angebot der Boston Celtics auszuschlagen.

"Wir freuen uns alle sehr für ihn, dass er sein Ziel erreicht hat und den Sprung in den NBA-Kader geschafft hat. Es zeugt von großem Willen und Ehrgeiz, den harten Weg durch die D-League zu gehen", gratulierte der neue Bundestrainer Frank Menz, der Ohlbrecht vor wenigen Tagen in den USA besucht hatte. "Bei den Gesprächen mit den Verantwortlichen in Houston war schnell klar, dass sie große Stücke auf Tim halten. Er arbeitet hart, ist fleißig, umgänglich und sehr fokussiert."

Rockets mit guten Playoff-Chancen

Der gebürtige Wuppertaler lief bislang in 84 Länderspielen auf und gilt als aussichtsreicher Kandidat für das Aufgebot bei der Europameisterschaft im September in Slowenien. "Glückwunsch Tim #Ohlbrecht. Lebe deinen Traum", twitterte Nationalmannschaftskollege Jan Jagla.

In der NBA liegen die Rockets derzeit als Achter der Western Conference noch vor Nowitzkis Mavs auf Playoff-Kurs. Vergangene Woche hatten die Texaner in einem Trade die "Big Men" Cole Aldrich und Patrick Patterson abgegeben, so dass sich Ohlbrecht nun hinter dem türkischen Center Ömer Asik einige Spielzeit erarbeiten könnte.

In der Bundesliga war der 2,11 Meter große Hüne bislang für die Bayer Giants Leverkusen, Brose Baskets aus Bamberg, Telekom Baskets Bonn und die Frankfurter Fraport Skyliners aktiv gewesen. "Dass Tim Ohlbrecht nun in der NBA spielt, ist eine großartige Sache", sagte Liga- Geschäftsführer Jan Pommer, "schließlich ist er ein Kind der Bundesliga."

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