Na, so was: Turnstar Fabian Hambüchen hat mit 22 Jahren seine Autobiografie geschrieben. In einem Vorabdruck sind amouröse Details bekannt geworden – und dass er Angst hatte, wegen Passiv-Kiffens gesperrt zu werden. Seine Teamkollegen finden es "lächerlich".

Florian Hambüchen gibt Einblicke in sein Intimleben - und erntet Spott von den Kollegen© Karl-Josef Hildenbrand/DPA
Mit Unverständnis haben Team-Gefährten von Turnstar Fabian Hambüchen auf pikante Details aus seine Autobiografie reagiert. "Alle, mit denen ich bisher darüber gesprochen habe, finden das alles nur lächerlich", meinte Mannschafts-Europameister Philipp Boy am Dienstag am Rande einer Pressekonferenz zu den deutschen Turn- Meisterschaften in Berlin.
Der Cottbuser gilt am Wochenende neben dem Unterhachinger Marcel Nguyen als härtester Rivale Hambüchens im Kampf um die deutsche Mehrkampf-Krone. "Ich selber werde so bald bestimmt keine Autobiografie schreiben. Man sagt ja, wenn man so was macht, geht es mit der Leistung bergab", fügte der Lausitzer hinzu.
Intime Einzelheiten über sein Intimleben
Hambüchen war am Dienstag mit Details seiner Autobiografie an die
Öffentlichkeit gegangen. So enthüllte der 22-jährige Ex-Weltmeister
und Olympia-Dritte vier Tage vor Beginn der Meisterschaften in der
Hauptstadt in einem Vorabdruck des Buches "Fabian Hambüchen Die
Autobiografie" in "Bild" intime Einzelheiten seines Liebeslebens. So
stellt er unter anderem dar, wie ihn seine Mutter beim Sex mit seiner
damaligen Freundin erwischte.
Zudem schildert der Wetzlarer, wie Drogen seine Beziehung mit seiner ersten Partnerin bereits nach drei Monaten zerstörten, weil deren Freunde ständig und überall kifften. "Ich ging als unfreiwilliger Passivraucher ein enormes Risiko ein. Cannabis steht auf der Doping-Liste. Selbst minimale Dosen, durch Passivrauchen konsumiert, könnten unter Umständen einen positiven Doping-Test zur Folge haben", schreibt Hambüchen in seinem Buch. "Plötzlich tauchte da vor meinem inneren Auge wieder die Headline auf: 'Hambüchen positiv getestet'. Das war ein Alptraum, und so weit durfte es nicht kommen lassen. Und so trennte ich mich von Lara, obwohl ich sie liebte", gesteht Hambüchen.
Cheftrainer sieht kein Problem
Für Cheftrainer Andreas Hirsch ist die Veröffentlichung des Buches
durch den Turn-Leitwolf Hambüchen so kurz vor dem Höhepunkt der
Saison mit den Weltmeisterschaften in Rotterdam (18. bis 24. Oktober)
kein Problem. "Wenn jemand denkt, dass er sein Leben publizieren
muss, so soll er das tun. Ich akzeptiere aber genauso, dass es andere
nicht tun", sagte der Coach am Dienstag. Hambüchen wird am Samstag
leicht gehandicapt in die Titelkämpfe und damit auch die wichtigste
WM-Qualifikation gehen, da er sich mit Fußproblemen plagt und zuletzt
nur eingeschränkt trainieren konnte.