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22. Juli 2009, 10:10 Uhr

Immer weniger schwarze Schafe

Der Klimawandel macht auch vor schottischen Schafen keinen Halt: Die Soay-Rasse der Inselgruppe St.-Kilda-Archipel wird nicht nur immer kleiner, auch die Anzahl der Tiere mit dunklem Fell hat stetig abgenommen, berichten australische Wissenschaftler. Denn schwarze Schafe haben einen entscheidenden Nachteil. Ihnen wird schneller warm.

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Schwarze Schafe werden auf dem schottischen St.-Kilda-Archipel immer seltener© A.Ozgul/Science/AAAS/DPA

Es gibt immer weniger schwarze Schafe - zumindest auf der schottischen Inselgruppe St.-Kilda-Archipel. Dort habe die Zahl dunkler Schafe der Soay-Rasse von 1985 bis 2005 stetig abgenommen, berichten Forscher um Shane Maloney von der University of Western Australia im Fachjournal "Biology Letters" der britischen Royal Society. Diese Entwicklung sei wahrscheinlich eine Folge der Erderwärmung. Britische Forscher hatten bereits Anfang Juli im Magazin "Science" geschrieben, dass die Soay-Schafe wegen des Klimawandels immer kleiner würden.

Diese beiden Ergebnisse hängen nach Meinung der Forscher zusammen: Bei der Soay-Rasse seien die dunklen Tiere eher größer als die helleren. Dies sei in kühleren Regionen wie St. Kilda sinnvoll, weil dann das Verhältnis des Körpervolumens zur Wärme abstrahlenden Körperoberfläche größer und damit günstiger ist, schreibt Maloneys Team. Zudem werden Schafe mit schwarzem Fell schneller von der Sonne gewärmt. Klein zu sein, hat allerdings ebenfalls einen Vorteil: Als Schaf braucht man dann weniger Gras zum Futtern. Mit dem Klimawandel allerdings habe sich die Gewichtung der Faktoren nun geändert, so die Vermutung der Forscher.

Wegen der im Schnitt milderen Winter sei es weniger notwendig, mit einem möglichst dunklen Fell viel Sonnenwärme einzufangen. Auch groß zu sein, verliere für die Schafe an Bedeutung. Das Gras allerdings wachse weiter nur einige Monate im Jahr - und damit seien die kleineren, helleren Tiere nun eher im Vorteil, erläutern die Wissenschaftler. Dass die Körpergröße schwinde, sei auch schon bei anderen Tierarten der nördlichen Hemisphäre beobachtet worden. Wahrscheinlich werde es ähnliche Beobachtungen auch für Tiere mit dunklem Fell geben, vermuten die Wissenschaftler.

Für die Soay-Schafe zahlt sich eine geringere Größe auch deswegen aus, weil sie seit tausenden Jahren auf sich allein gestellt auf den Inseln leben, auf denen nur eine begrenzte Menge Gras gedeiht, erläutern die Forscher. Trotz dieses Vorteils für "Minis" überlebten bei schlimmen Hungerjahren früher mehr dunkle größere Tiere. Bevor sich der Klimawandel bemerkbar machte, war es anscheinend zum Überleben wichtiger, die Sonne als Heizung zu nutzen. Weniger entscheidend war es demnach, möglichst wenig Gras zu brauchen - wie ein hellerer, kleinerer Artgenosse.

DPA
 
 
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