AUTO Papas BMW mit 17?

Nach Vorstellung von Verkehrsexperten aus sieben Bundesländern sollen Jugendliche schon mit 17 Jahren in Begleitung Autofahren dürfen.

Das Auto der Eltern - für Jugendliche in fünf nördlichen Bundesländern könnte der fahrbare Untersatz schon bald in greifbare Nähe rücken. Nach Vorstellung von Verkehrsexperten aus sieben Bundesländern sollen Jugendliche schon mit 17 Jahren in Begleitung Autofahren dürfen. Ländervertreter stellten in Hamburg die Eckpunkte eines Modellversuchs »Begleitetes Fahren« vor, der bis Mitte des Jahres dem Bundestag vorgelegt werden soll. »Das Modell ist ein attraktives Angebot für Fahranfänger und ein nennenswerter Beitrag für die Verkehrssicherheit junger Menschen« sagte Rupert Schubert von der Hamburger Innenbehörde. Die angestrebte Neuerung soll die Unfallhäufigkeit bei Führerschein-Neulingen senken.

Unfallgefährdete Fahranfänger

Studien zufolge verursachen Fahranfänger rund ein Viertel aller Verkehrsunfälle in Deutschland. Auch sei hier die Unfallquote in der Gruppe der 18- bis 24-Jährigen im weltweiten Vergleich am höchsten. Beim dem mehrstufigen Modellversuch sollen Jugendliche die Ausbildung in der Fahrschule schon mit 16,5 Jahren beginnen. Die Fahrprüfung kann, laut dem Konzept, dann im Alter von 17 Jahren abgelegt werden.

Fahren unter Aufsicht

Anschließend sollen die Fahranfänger ein Jahr lang in Begleitung einer »qualifizierten Person« am Steuer sitzen dürfen, bevor sie mit 18 Jahren die endgültige Fahrerlaubnis erhalten. Die Begleitperson muss nach den Vorstellungen der norddeutschen Verkehrsexperten mindestens 25 Jahre alt sein und seit sieben Jahren einen Führerschein besitzen. Dabei müsse es sich nicht notwendigerweise um Erziehungsberechtigte handeln.

Erfahrungen aus dem Ausland

Im Ausland gehört begleitetes Fahren seit Jahren zur Praxis. Entsprechende Regelungen gibt es etwa in den USA, Frankreich, Spanien, Österreich, Luxemburg, Norwegen oder Schweden. Für die jetzige Initiative der fünf norddeutschen Länder sowie von Brandenburg und Sachsen-Anhalt waren nach Angaben der Experten die Ergebnisse eines Modellversuchs in Schweden ausschlaggebend. Dort konnte die Unfallquote bei Fahranfängern durch begleitetes Fahren um 40 Prozent verringert werden.

Neu an der Initiative ist vor allem die Tatsache, dass sich gleich mehrere Bundesländer auf ein gemeinsames Modell geeinigt haben. Auch bisher konnte es schon vorkommen, dass Jugendliche vor ihrem 18. Geburtstag den Führerschein machen durften. Um Jugendlichen aus extrem ländlichen Gebieten die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen, wurden auch bisher schon Fahrerlaubnisse ab dem 16. Lebensjahr erteilt.


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