BMW 3er compact BMW: In guter Gesellschaft


Der neue 3er compact aus München ist ein Auto, mit dem sich jeder anfreunden kann - solange es nicht das Einzige ist, das in der Garage steht.

Der neue 3er compact aus München ist ein Auto, mit dem sich jeder anfreunden kann - solange es nicht das Einzige ist, das in der Garage steht. Dabei haben die Münchner vergleichsweise wenig am Exterieur geändert. Ein wenig höher, breiter und länger - der Neue ist vom alten compact kaum zu unterscheiden. Lediglich die vorwitzige Trennung der Doppelscheinwerfer in zwei runde Einzelleuchten sorgt trotz deutlicher Markencharakteristik für ein eigenes Gesicht. Die niedrige Gürtellinie unterstreicht der rundum gezogene Parkschutz, der vorn sogar das Kennzeichen umschließt.

Was in der Front gut gelöst wurde, lässt BMW-Liebhaber vor dem Heck den Kopf schütteln. Schräge Leuchten und die riesige Kofferraumklappe samt serienmäßigem Spoiler wirken an der eleganten Schrägheck-Limousine verwirrend, kein Aha-Erlebnis beim ersten Anblick.

Pfiffige Lösungen

Klar und fast unspektakulär präsentiert sich der Innenraum: Die sachliche Anordnung der Instrumente ist praktikabel, aber optisch ebenfalls nicht berauschend. Dafür stehen 18 Innenfarben, 14 Polsterungen und drei verschiedene Armaturenausführungen zur Wahl. Zusätzlich gibt es vier »Young-Line«-Pakete mit praktischen Innenraumdetails. So verstecken sich hinter den Vordersitzen kleine Netze, ein Brillenfach bringt die Sehhilfen sicher von A nach B und im Heck gibt es einen Schirmhalter. Ein Traum beim Großeinkauf: In der Hutablage verbirgt sich ein variabler Stauraum, in dem Tüten auch hängend transportiert werden können. Die asymmetrisch teilbare Rückbank schafft Platz für große Aufgaben: Zwischen 310 und 1.100 Litern Kofferraumvolumen stehen zur Verfügung. Der Hersteller verspricht, dass weder ein gut verpackter 19-Zoll-Monitor noch eine Waschmaschine beim Beladen Probleme machen.

Motoren-Premiere

Die Pflicht besteht der neue 3er compact also mit vergleichsweise guten Noten. In der Kür wird es interessant. Um zu demonstrieren, wie bedeutsam der Kleine für die gesamte Modellreihe ist - und nicht etwa die Sparversion des 3er -, warten die Erschaffer in Sachen Motoren mit einer Weltpremiere auf. Als erstes Auto bekommt der jüngste 3er den Valvetronic-Motor verpasst, den BMW in jahrelanger Feinarbeit im eigenen Haus entwickelt hat. Das Prinzip: Variabler Ventilhub statt Drosselklappe. Die Idee: Der Motor soll atmen - wie der Mensch. Bei hoher Anstrengung atmet der Mensch tief und fest. Braucht er weniger Luft, drosselt er die Zufuhr nicht etwa, indem er sich die Nase oder den Mund zuhält - er atmet einfach ruhiger oder flacher. Valvetronic nutzt genau diese Idee: Bedarfsgerechte Luftzufuhr statt permanenter Höchstleistung mit Drosselklappe.

Vorteil Valvetronic: Rund 10 Prozent weniger Verbrauch. Lediglich 6,9 Liter gurgeln auf 100 Kilometer durch die Leitungen. Dabei geht der Vierzylinder mit ausreichend Dampf unter der Haube an den Start: Aus dem Stand in 10,9 Sekunden auf Tempo 100 und eine Höchstgeschwindigkeit von 201 km/h. Außerdem wirkt sich die neue Motorsteuerung auf das Ansprechverhalten aus. Der kleine Kompakte geht zügig ans Werk, wirkt agil und bleibt dank äußerst präziser Lenkung, Traktionshilfe sowie Fahrstabilitätssystem auch in kritischen Situationen auf der Straße. Wer dem Wagen aber zuviel Sportlichkeit abverlangt, muss auf die Spritspar-Vorteile der Valvetronic verzichten. Da heißt es: Entweder, oder.

Gepflegter Fahrspaß

Das Fahrwerk stammt von der Limousine und macht sich in dem radstandverbreiterten Nachfolger bestens. Unbeirrt und voller Tatendrang zieht der compact durch jede Kurve - Fahrspaß garantiert. Einzig Schaltfaulheit verzeiht der 316ti nicht: Der Kompromiss zwischen Komfort und Sportlichkeit verlangt nach Feingefühl in Sachen Drehmoment. Wem die 115 PS (85 kW) nicht reichen, darf sich ab Juni mit dem 192 PS (141 kW) starken Sechszylinder vergnügen - allerdings ohne Valvetronic-Technik.

Fazit

Eine rund Sache. Der BMW 3er compact hat von allem ein bisschen, ohne in irgendeiner Klasse absolute Höchstleistungen zu erreichen. Das macht ihn zu einem perfekten Partner für Menschen mit vielen Anforderungen. Träume erfüllt der kleine Bayer zum Preis von 39.900 Mark indes nicht.

(am)


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