HOME

30 Jahre BMW M1: Träumen muss erlaubt sein

Beim Concorso d'Eleganza ließen die BMW-Designer die Hüllen fallen. Zum Vorschein kam der Traum eines Supersportwagens namens "BMW M1 Hommage" - eine motorlose Designerphantasie, die Hoffnungen weckt.

"Fantastico", "great car", "Wahnsinns-Geschoss". Über mangelnde Begeisterung konnte sich BMWs Designerriege nun wirklich nicht beklagen. Die Überraschung war den Bayern auch perfekt geglückt: Beim Concorso d’Eleganza am Comer See zogen sie ihrer jüngsten Designstudie erstmals in aller Öffentlichkeit die weiße Hülle aus und präsentierten den "BMW M1 Hommage". Die Supersportwagen-Designstudie ist die Neu-Interpretation des legendären M1, mit dem die bayrische Autoschmiede Ende der siebziger Jahre ein Stück Automobilgeschichte geschrieben hat.

Ein Verkaufsschlager war der kompromisslos auf Rennwagen getrimmte Keil, den BMW 1978 auf den Markt brachte, nicht gerade. Bereits nach drei Jahren wurde die Produktion wieder eingestellt. Dafür hat der Supersportwagen seinerzeit mit innovativer Technik und einem zukunftsweisenden Aerodynamik-Design für Furore gesorgt. Kein anderer deutscher Hersteller hatte seinerzeit ein ähnlich schnelles Serienmodell am Start, eines, das den Sprint von Null auf Tempo 100 in 5,6 Sekunden hinlegte. Eines, das Ende der Siebziger mit 262 Stundenkilometern über die Autobahnen fegte.

Ins 21. Jahrhundert geliftet

"Vom M1 träumen alle BMW-Designer. Zumindest jede zweite Nacht", so Adrian van Hooydonk, Design-Leiter in der bayrischen Autoschmiede. Dass man die herausragenden Gestaltungsmerkmale des von Giorgio Guigiaro gezeichneten Vorgängers aufgreift, wenn man mit der Neu-Interpretation der Legende beauftragt wird, stand für Hooydonk und sein Team von Anfang an fest. Unverzichtbar das Doppelemblem am Heck, das bei BMW seit jeher ein Fahrzeug mit Mittelmotor kennzeichnet. Das trägt die M1 Hommage ebenso wie das historische Vorbild. Wie beim Vorgänger wurden die Lamellen wieder über die Heckscheibe gelegt. Die schwarzen Akzente, etwa die schwarze Trennfuge zwischen Dachlinie und hinterem Fahrzeugkörper, erweisen dem automobilen Ahnen unverkennbar Referenz.

Auch an den Proportionen und an den Außenmaßen hat das Hooydonk-Team nicht viel gerüttelt. Die Fahrgastzelle wurde dagegen zeitgemäß vergrößert, wie der gewachsene Radstand verrät. Eindrucksvoll neu interpretiert wurden die Scheinwerfer. Beim M1 waren sie "unsichtbar" - bis sich die Klappen öffneten. Beim Hommage-Fahrzeug verstecken sich LED-Leuchten äußerst elegant in einem extrem schmalen Frontschlitz. Dass 30 Jahre zwischen dem M1 und dem Design liegen, zeigen die spannungsreichen Oberflächen des neuen Designer-Wurfs besonders prägnant. Ging es Giuigiaro und vor ihm dem BMW-Turbo-Designer Paul Bracq in erster Linie um die keilförmigen Formen und die extremflache Straßenlage der Renngeschosse so hat sich ausmodelliertes Oberflächendesign im 21. Jahrhundert längst wieder als Emotionsträger etabliert. Kein Wunder also, dass Hooydonk & Co den aalglatten M1 mit starken, sinnlichen Schwüngen ins 21. Jahrhundert geliftet haben.

Jedes Detail erfüllt seinen Zweck

Im ersten Schritt allerdings bestimmt technische Substanz die gesamte Gestalt. Jedes Detail erfüllt einen Zweck. Die prägnante Doppelniere zum Beispiel. Sie ist Teil einer ausgefeilten Aerodynamik, dient der Luftführung zur Motorkühlung und ist zudem Front einer Crash-Box - ähnlich dem Monococque-Chassis eines Formel 1 Rennwagens. Vom Flugzeugbau haben sich die BMW-Designer inzwischen auch noch einiges abgeschaut. Das gesamte Fahrzeug bildet ein ausgeklügeltes Luftführungssystem. So findet zum Beispiel in der schwarzen, zurückgesetzten Fuge unterhalb der Dachlinie die Kühlluftführung für den Motor Platz. Kleine Lamellen und Öffnungen lenken den Luftstrom in den Motorraum.

Das aggressive Siebziger-Orange hat die Designer-Crew in ein effektvolles Metallic-Orange verwandelt. Die neu entwickelte Farbe verleiht der modellierten Oberfläche noch mehr Tiefe und fasziniert mit dramatisch changierenden Reflexen. Ein Schauspiel, nicht nur im Scheinwerferlicht vor der noblen Villa D'Este. "Ein Projekt wie dieses ist eine wertvolle Inspirationsquelle für unsere tägliche Arbeit", kommentiert Designleiter Hooydonk. Sportwagenfans hätten gern Konkreteres gehört. Aber träumen ist ja erlaubt. Auch BMW Turbo und BMW M1 waren ursprünglich lediglich als Prototypen beziehungsweise Kleinserienmodelle geplant. Warum also sollte die M1 Hommage nicht in Serie gehen? Und dann - in 30 Jahren - folgt vielleicht die Hommage an die Hommage.

Susanne Kilimann; press-inform / press-inform
Themen in diesem Artikel

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.