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Audi A3 Sportback: Große Klappe und Speed dahinter

Mehr als nur vier Türen: Der A3 Sportback zeigt der Kompaktklasse die Rücklichter. Wenn der wuchtige Audi-Grill im Rückspiegel auftaucht, wird er dort nicht lange bleiben.

Wer ist der schnellste Hirsch in der Kompaktklasse? Wer steckt die giftigsten Motoren unter die Haube? Wer beglückt Amateur-Piloten mit einem High-End-Rallye-Getriebe? Wessen Allrad-Konzept begeistert immer noch? Vier Fragen, vier Ringe, eine Antwort: Audi. Beim Rennen um die Pole-Position im Sport-Image liegt Audi beim Verkaufsstart des A3 Sportback klar in Führung. Mögen letzten Endes auch mehr Wagen mit dem vernünftigen TDI verkauft werden, Audi kann auch anders.

Bei der Motorisierung leisten sich die Ingolfstätter keine Ausbaulücke. Ganz oben im Leistungsbereich liegt der 3.2 Liter Sechszylinder Benziner mit 250 PS und 320 Newtonmetern für souveräne Fahrgenüsse. Mehr Gift und Galle spuckt allerdings der neue 2.0 TFSI mit 200 PS und 280 Newtonmetern Drehmoment. Bereits im Stadtverkehr macht sich die unbändige Leistung des Triebwerks mit Turboaufladung und Benzin-Direkteinspritzung bemerkbar, ein Leistungsdefizit ist in keiner Situation spürbar. Das Drehmoment steht im Bereich zwischen 1.800 und 5.000 Umdrehungen pro Minute zur Verfügung. In engen Serpentinen und auf kurvigen Landstrassen ist der Fahrspaß in Kombination mit dem Quattro-Antrieb kaum zu toppen. Für angehende Sport-Piloten bietet Audi ein sogenanntes DSG-Getriebe an. Kurz gesagt, vermag das Direkt-Schaltgetriebe zwei Gänge gleichzeitig einzulegen. Ist zum Beispiel der dritte Gang eingelegt und es wird weiter beschleunigt, legt das Getriebe den vierten Gang bereits vorsorglich ein. Wird dann hoch geschaltet, erfolgt der Gangwechsel unter Last und ohne "Kupplungs-Pause". Ein Feature aus dem Rennsport, dessen Vorzüge beim Spurt allerdings nur sehr sportlich ambitionierte Fahrer herausfahren werden, das aber perfekt die Vorteile von Handschaltung und Automatik in sich vereint. Den klassischen Kompromiss von Sportlichkeit und Wirtschaftlichkeit schließt der 2.0 TDI. Die Leistung des Diesels mit 140 PS und einem Drehmoment von 320 Newtonmetern ist mehr als ausreichend. Aber trotz des "Wumms" des TDI-Drehmoments muss sich dieser Motor in Sachen Sportlichkeit dem überlegenen 2.0 TFSI geschlagen geben. Die Einstiegsmodelle des 1.6 FSI Benziners (115 PS) und des 1.9 TDI (105 PS) bewegen den Wagen natürlich auch, das sportive Image verwirklicht sich bei dieser Wahl naturgemäß nicht auf dem Asphalt.

Der A3 Sportback: Wäre das ein Wagen für Sie?

Klassische Reinheit

Optisch schufen die Designer mit dem A3 Sportback den Eindruck eines ganz neuen Fahrzeugs und nicht nur die verlängerte Version des Zweitürers. Der neue überdimensionale Audi-Grill trägt die Optik mit Bravour. Beim A3 Sportback zeigen sich die Vorzüge des neuen Audi-Gesichtes noch deutlicher als beim A6. Der Grill erschafft einen stattlichen, markanten Auftritt, dynamisch ziehen sich die Linien der Motorhauben an ihm vorbei. Der ganze "Rest" des Wagens kann auf Firlefanz und Design-Mätzchen verzichten. Schweller und Radläufe wurden leicht ausgestellt, ansonsten dominieren aufgeräumte klare Linien und Flächen. Die neu gestalteten hinteren Scheinwerfer sorgen für einen markanten Abschluss. Mit wenigen innovativen Elementen wurde einen möglichst großer Effekt erzielt und dabei ein klassisches aufgeräumtes Wagen-Design abgeliefert. Sportliche Emotionalität trifft hier auf kühle Sachlichkeit. Der Sportback überzeugt optisch, gerade weil er sich nicht in Gefälligkeiten ergeht.

Ohne Strafbank für Passagiere

Im Innenraum herrscht die bekannte klassische Funktionalität, die minimalen Unterschiede zum Zweitürer wollen gesucht werden. Im Audi-Cockpit findet sich dafür jeder Fahrer intuitiv zurecht. Nicht unwichtig: Der Sportback fühlt sich an jeder Stelle einfach gut an. Es macht Spaß den Wagen an Lenkrad und Schaltknauf zu berühren. In Sachen Materialgüte und Verarbeitung macht ihm keiner etwas vor. Auch das Navigationssystem "plus" mit DVD zeigt, was heutzutage möglich ist. Ganz Europa auf der Scheibe, MP3-Funktionalität und eine Bedienerführung, die von der Optik her mit dem mithalten kann, was heutzutage in Computerspiel-Menüs möglich ist. Eine Benchmark wurde auch beim Preis vom mindestens 2.860 Euro erreicht. Das Fahrzeugkonzept: "Kombi meets Coupé" garantiert praxisgerechte Stauräume. Der Kofferraum liegt bei 370 Litern mit nur zwei Passagieren, bei umgelegter Rückbank stehen bis zu 1.120 Liter zur Verfügung. Für die Glücksgefühle überm Gaspedal muss beim Audi nicht das Raumangebot die Zeche bezahlen. Bei einem Wachstum von 83 Millimetern gegenüber dem Dreitürer bleibt der Radstand gleich, allein der hintere Überhang legt zu. Dieses Maß kommt komplett dem vergrößerten Innenraum zu Gute. Sitzt man vorne ohnehin fürstlich, wartet auf die rückwärtigen Passagiere keine Strafbank, sondern ein mehr als anständiges Raumangebot. Wegen der nur unmerklich abfallenden Dachlinie können auch groß gewachsene Passagiere aufrecht sitzen und müssen nicht in einer Demutshaltung verharren.

Leistung muss sich wieder lohnen

Leider! Beim Preisblatt stockt der Lobgesang für den Sportback merklich. Das Basismodell steht mit unter 20.000 Euro beim Händler, wer allerdings so verwegen sein sollte, einen sportlichen Sportback mit den wesentlichsten Austattungswünschen sein eigen nennen zu wollen, sollte sich auf andere Preisregionen einstellen. ESP und elektrische Fensterheber vorne und hinten sind serienmäßig, ein A3 Sportback Ambition 2.0 TFSI Quattro mit 6-Gang liegt bei 29.050 Euro, Basics wie Klimaanlage und Radio/CD Spieler kommen extra und damit wäre die Liste der Wünsche vermutlich noch lange nicht abgeschlossen. Im Nullkomma-Nix wird 35.000-Euro-Marke überschritten mit dem Kurs auf 40.000 Euro. Anderseits lässt sich Audi die Premium-Produkte schon länger "First-Class" vergüten, der Preisaufschlag zum A3 Zweitürer liegt daher auch nur bei höchstens 650 Euro. Und das ist allein das neue Aussehen wert.

Ein "Will haben"-Wagen

Der Sportback strapaziert die finanzielle Leidensfähigkeit, zahlt dafür mit hohen Motorleistungen, Allradantrieb und jeder Menge Fahrspaß und Fahrdynamik zurück. Kompromisse beim Raumangebot werden nicht abverlangt. Das Design setzt auf Qualität und Klarheit. Gut möglich, dass mancher etwas weniger Reinheit wünscht und dafür mehr Späßchen, die Männern Laune machen.

Gernot Kramper

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.