BMW X3 3.0d Beyond Nutzwert


Am Strand lässt der X3 die Muskeln spielen, an der Steigung zieht der Motor durch und die Insassen erleben innen gehobenen Lebensstil. Die großen Luxus-SUVs darf man mit der Frechheit des kleinen Flitzers verachten und wirklich Vergleichbares rollt im Sommer 2007 nicht über die Straßen.

Wer sich keinen leisten kann, will das SUV-Phänomen häufig nicht verstehen. Da wird dann über klobige Formen und ein zuviel an Verbrauch geschimpft. Doch wer im gut ausgestatteten X3 Platz nimmt, dessen Kreditkarte funkelt in der richtigen Frage, zwei Liter mehr fallen dann nicht ins Gewicht. Wenn am Wochenende die Wahl zwischen Shoppen in London oder Surfen am Gardasee ansteht, fällt die Umweltbilanz des SUV gar nicht so schlecht aus. Der X3 spielt mir den Vorzügen des jüngeren, frecheren Bruders. Der große X5 wurde in der zweiten Generation zwar wesentlich eleganter, im Vergleich zum kleineren Modell bleibt er aber eben gesetzter. Dass viele kleine Details im großen Modell wertiger und durchdachter ausfallen, kann allerdings nicht geleugnet werden. Platz ist dafür auch im kleineren vorhanden. Mit großem Gepäck müssen vier Personen eventuell zum Dachkoffer greifen, denn unter der Luke im Gepäckraumboden wartet kein Reservestauraum, das Fach ist mit technischem Gedöns gefüllt.

Leben Deinen BMW-Traum

Surfhose von Quicksilver und dann aus dem Kombiaussteigen? Zum sportiven Lifestyle passt kein Fahrzeugtyp besser als ein SUV. MTB oder Surfbrett aufs Dach. Locker, braungebrannt und solvent – mit dem X3 kann man als stolzer Besitzer all die schönen Werbeträume eins zu eins in der Wirklichkeit nachspielen. Das Schöne ist: das Spiel funktioniert sogar. Selbst wenn man am Lago nur Sonnenschirm und Strandtasche auspackt, wirkt das Familienleben doch gleich weit weniger spießig, als wäre man mit einem Avensis vorgefahren. Autos machen Lifestyle. Alles was Feldwege und Geröllpisten an Schrecken aufzubieten haben, meistert der X3 übrigens auch souverän. Dass der Wagen nicht durch sibirische Sümpfe geprügelt werden kann, muss man verschmerzen. Nimmt man als Vergleich die Möglichkeiten eines tiefer gelegten BMW-Kombis bezwingt der X3 jedenfalls die tiefste Wildnis. Auch in seiner Neuauflage wurde der X3 kein echter Offroader. Differenzialsperren oder Geländeuntersetzung gibt es nicht, der Allradantrieb XDrive reicht vollkommen aus. Im Gebirge ist die Anfahrhilfe für Steigungen eine echte Erleichterung.

Mehr Potential an Bord

Hügel und Bergpässe nimmt der X3 mit Esprit ins Visier. Motorisiert mit dem Drei-Liter-Diesel hat man mächtig Dampf unter der Haube und es macht Spaß sie laufen zu lassen. Natürlich muss sich der X3 auf Serpentinen dem 335i Coupé aus dem gleichem Haus geschlagen geben. Allerdings nur theoretisch, denn in der Realität gehen die Möglichkeiten des edlen Geländegängers meist über das Potenzial des Fahrers hinaus. Mit den beschaulichen Fahrabenteuern, die der Captiva oder ein Hyundai bieten können, hat der X3 jedenfalls nichts gemein.

Ohne Konkurrenz

Am Strand lässt der X3 die Muskel spielen, an der Steigung zieht der Motor durch und die Insassen erleben innen gehobenen Lebensstil. Auf die großen Luxus-SUVs darf man mit der Frechheit des kleinen Flitzers heruntersehen. In der nächsten Saison scharwenzeln dann die flotten Geländehüpfer von VW, von Audi und von Mercedes um die betuchte Kundschaft. Im Sommer 2007 rollt noch nichts Vergleichbares über die Straßen. Nach 14 Tagen im X3 versteht man die SUV-Faszination auf jeden Fall besser. Kein Segment wächst wie dieses. Kein Wunder, der X3 bringt einen nicht nur von A nach B – er macht es mit der gewünschten Attitüde. Und das ist heute sehr vielen sehr viel wert.


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