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Fahrbericht: Audi A5 2.0 TDI Cabriolet: Feines Stöffchen

Sich in der Sonne aalen und Kraftstoff sparen - das schließt sich längst nicht mehr aus. Das neue Audi A5 Cabriolet ist ein Schönling. Und es verbraucht mit seinem 170 PS starken Basisdiesel gerade mal 5,6 Liter.

Wenn es bei der Motorisierung etwas weniger sein darf, ist der 2.0 TDI mit seinen 125 kW/170 PS und 350 Nm Drehmoment genau der Richtige. Nicht zu stark und nicht zu schwach. 230 km/h Spitze sind allemal drin und bei der Beschleunigung gibt es nichts zu mäkeln.

Erstmals bietet Audi ein aktuelles Fahrzeug auch mit Start-Stopp-Technik an. Das spart unterm Strich 0,2 Liter auf 100 Kilometer. Viel wichtiger ist für viele jedoch der psychologische Effekt: "Wenn der Motor aus ist, hat der Kunden die Sicherheit, dass der Wagen nichts verbraucht", sagt Falco Mayer von der technischen Entwicklung bei Audi. So knausert das A5 Cabriolet zwar bereitwillig - der Fahrspaß kommt vor allem bei geöffnetem Dach jedoch keinesfalls zu kurz.

Cabriofans werden allein den satten Klang eines Sechs- oder gar Achtzylinders vermissen. Denn die Geräuschkulisse des offenen A5 2.0 TDI ist eine Enttäuschung. Kein bulliges Brummen oder sonores Grollen beim Ausdrehen der Gänge. Ganz im Gegenteil: Auch hier ist eher Zurückhaltung Programm. Das Effizienzprogramm zeigt im Multifunktionsbildschirm an, wie man den Durst des 1,7 Tonnen schweren Viersitzers im Alltagsbetrieb nochmals verbessern kann.

Klimaautomatik, Sitzheizung oder Heckscheibe verbrauchen wertvolle Energie. Der kleine Bildschirm mahnt das gegebenenfalls an und animiert den Piloten somit ebenso zu mehr Effizienz wie die Schaltpunktanzeige. Dabei zeigt sich das Start-Stopp-System überraschend zurückhaltend abgestimmt. Während die Konkurrenz die Fahrzeuge bei getretener Kupplung schon im Schritttempo ausgehen lässt, wartet die Audi-Technik exakt bis zum Stillstand. Kuppelt man ein, springt der Vierzylinder-Diesel binnen Sekundenbruchteilen wieder an. An das zumindest leichte Schütteln muss man sich in einem derartigen Beau erst einmal gewöhnen.

170 PS reichen

Im normalen Fahrbetrieb ist man auch mit dem 170 PS starken Basisdiesel munter unterwegs. Der Diesel arbeitet sich aus dem Drehzahlkeller willig nach oben. Die Lenkung ist weitgehend frei von Antriebskräften und die sechs Gänge lassen sich lässig einlegen. Diejenigen, die allein die Sonne genießen und sich in einem schmucken Cabriolet sehen lassen wollen, werden mit der Motorleistung bestens auskommen und sich über einen realen Verbrauch von deutlich unter sieben Litern Diesel auf 100 Kilometern freuen.

Deutlich sportlicher ist man mit dem 2.0 TFSI mit 211 PS oder gar dem 3.2 FSI unterwegs. Gerade beim Sechszylinder stimmt der beim Cabriolet nicht unwichtige Sound. Doch etwas mehr akustische Dynamik hätte es auch hier sein dürfen. Aber der A5 ist nun mal weder als Coupé noch als Cabriolet ein Protzer.

"Ein Cabriolet von Audi hat selbstverständlich ein Stoffdach", hält Jürgen Klaschka, Leiter des A5-Produktmarketings, mit Sticheleien nach München nicht zurück. "Ein Cabriolet mit Klappdach käme für uns einfach nicht in Frage. Man soll auch bei geschlossenem Dach erkennen können, dass man ein Cabriolet fährt."

Nachteile bei der Winternutzung oder dem Geräuschkomfort gibt es durch die Kopfbedeckung nicht. Im Gegenteil. Wer das Akustikverdeck bestellt, kann sich im Innern flüsterleise unterhalten oder den Klängen aus dem Soundsystem lauschen. Schade nur, dass sich Audi die Dämmung extra bezahlen lässt. So etwas sollte in der 50.000-Euro-Liga serienmäßig sein.

Beim Stoffdach hat man zudem die Wahl zwischen den vier Farbvariationen rot, schwarz, blau und braun. Im Gegensatz zu einigen Konkurrenten ist das vollelektrische Dach nicht nur elegant - es lässt sich in 15 Sekunden auch bis 50 km/h während der Fahrt öffnen und schließen.

Kühle Gedanken

Der Innenraum zeigt sich wertig, elegant und im bekannten Audi A4-/A5-Look. Vorne sitzt man bequem und bei geschlossenen Seitenscheiben und hoch geklapptem Windschott bis über 100 km/h nahezu zugfrei. Wenn es doch einmal kühler wird, helfen Sitzheizung und die neue Kopfraumheizung (460 Euro), die den Insassen in der ersten Reihe eine warme Brise in den Nacken bläst. Voraussetzung ist, dass man den versteckt am Sitz angebrachten Schalter ertastet hat. Optional gibt es beheizbare und belüftete Klimakomfortsitze. "Eine neue Lederbeschichtung sorgt zudem dafür, dass die Sitzoberfläche bei Sonneneinstrahlung um bis zu 20 Grad Celsius kühler ist als bisher", sagt Audi-Entwickler Mayer.

Im Fond geht es eng und deutlich zugiger zu. Besser, man nutzt die zweite Reihe nur für Taschen oder klappt die getrennten Rücksitze komplett um. Für den Freizeit-Transport stehen dann bis zu 750 Liter Stauraum zur Verfügung. Bei normaler Nutzung fasst das Ladeabteil zwischen 320 und 380 Liter. Das serienmäßige Windschott passt in die Reserveradmulde.

Das bisher rund 170.000 Mal verkaufte Vorgängermodell auf Basis des A4 wurde beim norddeutschen Karosseriespezialisten Karmann gebaut. Der offene A5 kommt nun aus dem Audi-Werk in Neckarsulm. "Die Entscheidung, den Wagen in unserem eigenen Werk zu bauen, hat eine ganze Reihe von Gründen", erklärt Jürgen Klaschka. "Natürlich geht es um die Finanzen - aber auch um Flexibilität und Standortsicherung."

Marktstart für das neue Audi A5 Cabriolet ist im Mai. Das Basismodell A5 1.8 TFSI kostet mindestens 37.300 Euro. Das Topmodell S5 Cabriolet startet bei 61.400 Euro. Zum Marktstart werden beim A5 Cabriolet drei Benziner (211, 265 und 333 PS) und zwei Diesel (190 und 240 PS) verfügbar sein. Der 170 PS starke Basisdiesel des A5 2.0 TDI kommt ebenso wie ein 180 PS starker Benziner erst im Herbst und dürfte bei rund 41.000 Euro liegen.

Abstriche muss man bei den Basismodellen in punkto Komfort machen. Während die Sicherheitsausstattung bei allen Modellen auf gleichermaßen hohem Niveau liegt, sind klassenübliche Details wie 17-Zoll-Alufelgen oder Bi-Xenonlicht erst ab dem 211 PS starken 2.0-TFSI-Modell serienmäßig. 18-Zoll-Felgen gibt es sogar erst beim Topmodell S5 ab Werk.

Stefan Grundhoff / pressinform / PRESSINFORM

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.