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Porsche 911 Cabrio: Die sonnige Seite des Elfer

Sind Sie ein Alpha-Tier? Wären Sie gern eines? Für das Selbstbewusstsein wirkt das 911 Cabrio wahre Wunder. Selbstzweifel und Depressionen gehören der Vergangenheit an, wenn man auf dem Pilotensitz Platz genommen hat.

Von Gernot Kramper

Mit geschlossenem Dach verführen unbändige Fahrleistungen und geduckte Haltung leicht zu einer Fahrweise, die andere Verkehrsteilnehmer als aggressiv und rücksichtslos empfinden, der offene 911 macht es leichter, die sonnigen Seiten der PS-Herrlichkeit zu empfinden.

Offen oder geschlossen - Welcher 911 darf es sein?

20 Sekunden und die Sonne Spaniens scheint auf den Porschepiloten. Gut gewählt wurde der Ort in der Nähe von Sevilla für Vor- und Verführung, hier wird die neue Fahrspaß-Referenz der Oben-ohne-Fraktion ins richtige Licht gesetzt. Kaum schnurrt das solide Stoffverdeck zurück, leuchtet der Himmel dramatisch über der Frontscheibe. Gleißendes Weiß, tiefes Blau und schwarze Streifen erschaffen für den Ausritt des 911 Cabrio eine ekstatische Bühne, so als hätte El Greco noch einmal den Pinsel über das Firmament geführt. Die venezianischen Farben, ein Glühen wie vom Feuer der spanischen Mystik, lassen den Fahrer mit gläubiger Ekstase die Serpentinen der engen Kreisstraße bezwingen.

Auf die perfekte Art

Wie schon der Coupé zeigt sich das 911 Cabrio als echter 911. Keine Matschaugen in der Front und überhaupt ist die Verwechslungsgefahr mit dem wesentlich billigeren Boxster gebannt. Der offene 911 ist ein herrlich proportionierter Sportwagen, der seine Rasse nicht versteckt, aber vollkommen ohne pubertäre Kraftmeierei auskommt. Die Heckansicht wirkt von hinten bullig und dominant, passend zu den unter der Haube beherbergten Motoren. Die Seitenansicht des Hecks gefällt bei geöffnetem Verdeck weniger, allzu sehr wölbt sich der Specknacken über dem Motor nach oben. Dabei ist das Cabrio ein echtes Leichtgewicht. Der Rohbau des Wagens kommt mit nur sieben Kilogramm Zusatzgewicht aus im Vergleich zum Coupé. Durch Verdeck und Elektromotoren steigert sich der Cabrio-Ballast auf insgesamt 85 Kilogramm, ein sehr überschaubares Mehrgewicht. Das Cabrio bringt so 1.480 Kilogramm auf die Waage, der Carrera S 1.550 Kilogramm. Im Inneren erwartet die Passagiere Porsche-Perfektion vom Feinsten: Leder, Ziernähte, Metall Applikationen. Das 911 Cabrio wurde - wie von Zuffenhausen gewohnt - ein echter Sportwagen, mit einem Fertigungs-Finish, wie man sonst es nur in Luxuslimousinen geboten bekommt.

Offen auf Knopfdruck

Sehr gut gelöst ist das Stoffverdeck mit integrierter Glas-Heckscheibe, das sich während der Fahrt bis Tempo 50 öffnen oder schließen lässt. Erstmals können auch die kleinen, hinteren Seitenscheiben bei geöffnetem Dach hochgefahren werden. Wer will, kann mit dem Windschott den Sturm im Innenraum nun auch bei hohem Tempo minimieren. Kräfte, um den Sturm zu entfesseln, sind mehr als genug vorhanden. Die Normalversion mit 3,6-Liter-Sechszylinder-Boxermotor liefert 325 PS, die etwa 10.000 Euro teurere S-Variante mit 3,8 Liter Hubraum sogar 355 PS. Der Sprint von 0 auf 100 km/h gelingt damit in 5,2 bzw. 4,9 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeiten liegen bei 285 und 293 km/h. Die reinen Werte der beiden Motorisierungen sind also nah nebeneinander, dennoch bietet die S-Variante subjektiv noch einmal deutlich mehr Wumms in der Beschleunigung. Hinzu kommt ein noch tieferes Röhren und Gurgeln aus dem Kraftraum im Heck. Es drängt sich Gefühl auf, die Geräuschdesigner hätten beim "S" noch einmal besonders tief in die Trickkiste gegriffen. Bei der Preisdifferenz von Normal zu "S" sollte beachtet werden, dass das sehr empfehlenswerte PASM (Porsche Active Suspension Management) in den S-Versionen bereits zum Serienumfang zählt.

Keine Giftmaschine

Praktisch lässt sich das Cabrio sehr sportlich bewegen, ohne die Giftigkeit der früheren 911er. Dieser Elfer klebt geradezu auf der Fahrbahn, das ESP greift dabei erfreulich spät, aber eben nicht zu spät ein. Der Wagen vermittelt einen extrem direkten Kontakt zur Fahrbahn, dennoch kann man das Fahrverhalten ohne Übertreibung auch als "gutmütig" bezeichnen. Ohne Murren und ohne Tücke in der Hinterhand folgt das Cabrio der eingeschlagenen Bahn. Mit der S-Motorisierung geht es deutlich beherzter zur Sache. Neu sind die aus dem Boxster bekannten Kopfairbags, die unterhalb der Seitenscheiben platziert sind. Für den verhinderten Sportpiloten bietet Porsche das so genannte Sport Chrono Paket Plus an. Neben der Möglichkeit, Rundenzeiten zu messen, wird mit ihm das Motormanagement auf eine besonders sportliche Fahrweise umgeschaltet.

Und kein Sparschwein

Ab 85.176 Euro darf man ein 911 Cabrio sein eigen nennen. Der Verbrauch liegt bei beiden Varianten zwischen 11 und 12 Litern. Werte, die sich natürlich mühelos überbieten lassen. Doch auch bei inspirierter Fahrweise bleibt der Verbrauch unter 16 Litern. Gemessen an den Fahrleistungen ist das geradezu knauserig.

<Offen oder nicht offen?

Die Entscheidung fürs Cabrio bleibt letzten Endes eine grundsätzliche Geschmacksfrage. Unabhängig vom Aufpreis ist die Linienführung beim Coupé eleganter gelöst, denn er schleppt keinen Walbuckel auf dem Heck herum, die Karosserie ist verwindungssteifer, doch dafür fliegt man auch nicht direkt unter dem dramatischen Himmel Spaniens dahin.

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.