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Range Rover 3.9 Vogue: Zeitlose Noblesse

Der Range Rover Vogue gilt als der Vorreiter unter den Luxus-SUVs. Noch heute schlägt sich der vornehme Brite mit Bravour.

Anfang der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts hatten die Geländewagen das und das brachiale Kletter und Zugmaschinen-Image abgelegt. Trotzdem: Das Modewort SUV war damals noch in weiter Ferne. Die komfortableren Varianten wurden oft als Zuggerät für Pferdeanhänger gebraucht. Ein ganz besonderes Exemplar war der Range Rover Vogue: Mit ihm demonstrierte der Besitzer, meistens in einer klassischen gewachsten grünen Barbour-Jacke gewandet, britischen Stil und Geschmacksicherheit. Also sah man den Vogue nicht nur auf dem Parkplatz der Gestüte, sondern auch beim Valet-Parking vor Hotels oder den Opernhäusern der Republik. Ganz billig war das Vergnügen, sich von dem gemeinen Allradler abzugrenzen freilich nicht: Ein vernünftig ausgestatteter Range Rover Vogue übersprang locker die 90.000 D-Mark-Grenze. Doch das Geld war gut angelegt. Bis heute ist der britische Klassiker robust, alltagstauglich und hat sich diese zeitlose Noblesse bewahrt.

Schon nach den ersten Metern kann man das nachvollziehen. Der Range Rover Vogue begeistert mit seiner unaufgeregten Souveränität. Das liegt vor allem an dem 3,9-Liter-V8-Motor mit 189 PS und dem Drehmoment von 308 Newtonmeter. Damit kommt der der 1.892 Kilogramm schwere Range Rover Vogue überall gut zurecht. Egal ob Straße oder Gelände. Denn auch die Luxus-Variante basiert auf dem klassischen Range Rover, der bereits 13 Jahre auf dem Buckel hatte. Erst 1994 wurde die 1970 eingeführte erste Generation des Range Rovers ersetzt. Damals bereits unter BMW-Ägide. Ein Auto, das 14 Jahre nicht durch eine neue Modellgeneration ersetzt wird? Heutzutage ein undenkbarerer Anachronismus.

Natürlich wurde der Range Rover weiterentwickelt und die Modelle der 90er-Jahre hatten mit dem brachialen Kraxler nicht mehr allzu viel gemein. Der Komfort des Vogue ist auch heutzutage noch absolut zeitgemäß - trotz Leiterrahmens, zwei Starrachsen und einer konventionellen Stahlfederung, die an der Hinterachse mit einer hydraulischen selbsttätigen Niveauregulierung verfeinert wurde. Im Laufe des Modellzyklus ersetzten die Techniker die antiquierte Chrysler Torqueflite-Dreigang-Automatik durch ein moderneres, kommoderes selbst schaltendes ZF-Vierganggetriebe, das auch im Gelände keine Nachteile bietet.

Die Geländegängigkeit ist eines der wichtigsten Merkmale eines jeden Range Rovers. Die erste Generation macht da keinen Unterschied und zeichnet sich durch eine hohe Verschränkungsfähigkeit aus. Obwohl die Bodenfreiheit 19 Zentimeter beträgt, sollte man die Watttiefe bei maximal zehn Zentimeter belassen. Der Grund ist nicht eine Anfälligkeit des Motors, sondern die Anfälligkeit des Frontspoilers. An die sollte man sich auch erinnern, wenn man mit dem Range Rover Vogue auf Kletter-Tour geht.

Auch der Allradantrieb wurde kontinuierlich verbessert. An der Kombination aus Sperrdifferential und Untersetzung wurde nie gerüttelt. Ab dem Modelljahr 1989 ersetzte eine automatische Visco-Sperre die mechanische Sperre am Zentraldifferential und das neue Borg-Warner-Zwischengetriebe leitete die Kraft nicht mehr über Zahnräder, sondern über eine Gliederkette an die Vorderräder weiter. Hard-Core-Geländefans rümpfen bei der Visco-Lösung etwas die Nase, da sie die traditionelle Variante für langlebiger halten.

Das Interieur des 4,45 Meter langen Geländegängers entspricht dem damaligen Zeitgeist. Das Hartplastik der Armaturen knarzt, wenn es im Gelände zur Sache geht und auf den Sitzen kommt echtes Kutschbock-Gefühl auf. Die waren beim regulären Range Rover übrigens mit Stoff bezogen. Leder war gegen Aufpreis zu haben, oder bei der Special Edition serienmäßig. Der Radstand beträgt 2,54 Meter. Damit lässt es sich auch hinten einigermaßen gemütlich Platz nehmen. Das alles nimmt man locker in Kauf, weil der Range Rover Vogue auch mit 20 Jahren noch eine beruhigende Gelassenheit ausstrahlt.

Press-Inform / pressinform
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.