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VW Golf GT gegen GT TDI: Welchen GT hätten's gern?

Wer glaubt, dass nur der Golf GTI auf eine lange Geschichte zurückblicken kann, der irrt. Besonders der "GT Special" hat sich bei den alten Gölfen einen Namen gemacht. Der neue GT kommt wieder als Diesel und Benziner - ohne Special, aber mit je 170 PS.

Der Golf II GT Special konnte auf eine treue Fan-Gemeinde zählen. Die Volkswagenjünger freuten sich über die Sportsitze, ein Vierspeichenlenkrad, BBS-Alufelgen und weitere kleine Annehmlichkeiten. Der GT Special aus dem Ende der 80er hatte 66 kW/90 PS und war damit ordentlich, aber nicht gerade sportlich motorisiert. Noch härter traf es die Fahrer eines VW Golf GTD-Special - dessen lauter Diesel war nur was für eingefleischte Sparfüchse.

Es geht voran!

Heute ist vieles anders - und fast alles besser. Der neue Golf mit dem Zusatz "GT" protzt mit 170 PS bei gerade mal 1,4 Litern Hubraum und einem ambitionierten Doppelturbo. Sein Konkurrent aus dem eigenen Hause bietet Dieseltechnik, zwei Liter Hubraum und ebenfalls 125 kW/170 PS. Davon konnten Fahrer der erfolgreichen früheren Golf-Generationen II und III nur träumen.

Diesel-Rakete

Proband Nummer eins, der Golf GT TDI, geht ab wie die Post. Ein kleines Dieselmurren anfangs - und schon zerren 170 Pferde und 350 Nm Drehmoment heftigst an der Vorderachse. 0 auf 100 km/h in 8,2 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 220 km/h schaffte früher nicht einmal der legendäre Golf GTI 16V, der mit 139 PS und oftmals als getunte Version durch die Vororte donnerte. Doch der ließ sich in keinem Fahrbetrieb mit knapp sechs Litern Kraftstoff auf 100 Kilometern bewegen.

Sparsam geht es auch

Wer es gemächlich angehen lässt, drückt den neuen Power-Diesel in der fünften Golf-Generation trotz 170 PS sogar an die Fünf-Liter-Marke runter. Der Zwischenspurt in dem 1,3 Tonnen schweren Niedersachsen ist eine wahre Wonne. Der Vierzylinder dreht willig hoch und lässig fallen die Gänge in die nächste Stufe. Wer es sportlicher und entspannter will, lässt die Hände am Lenkrad - vorausgesetzt er hat sich für das optionale Doppelkupplungsgetriebe DSG entschieden. Muss aber nicht sein. Auch die manuelle Schaltung kann vollauf überzeugen.

Power aus 1,4 Litern

Ähnlich geht es mit dem Benziner ab. Für einen 1,4 Liter großen Motor zieht das Aggregat Dank Doppelaufladung die Drehzahl kraftvoll nach oben. 240 Nm Maximaldrehmoment zwischen 1.750 und 4.500 Touren sind beeindruckend. Dabei soll der Verbrauch pro 100 Kilometer gerade mal bei 7,2 Litern Super liegen. In der Realität sind es mindestens acht - doch immer noch in Ordnung.

220 km/h Ehrensache

Auch der Standard-GT zieht überaus kraftvoll los. Der Klang ist zurückhaltender und im oberen Drehzahlbereich vermisst man etwas den gewünschten Schub - bemerkt jedoch schnell, dass die Tachonadel bereits weit hinter die 130-km/h-Marke geklettert ist.

Auch er schafft rund 220 km/h Spitze. Beim Spurt auf Tempo 100 nimmt er dem Diesel-Modell 0,3 Sekunden ab. Dank der kraftvollen Kombination aus Kompressor, Turbolader und ein paar Kilo weniger auf den Achsen. Während der Kompressor bei niedrigen Drehzahlen werkelt, kommt der Turbo erst ab 2.500 Umdrehungen pro Minuten zum Einsatz und sorgt für eine frühe zweite Beatmung.

Rauer Rabauke

Zwischen GT und GT TDI läuft vieles auf ein totes Rennen hinaus. Über eines muss sich der Golf-Fan aber immer im Klaren sein: Die 170-PS-TDI-Version ist kein Leisetreter. Der Dieselklang ist in nahezu jedem Fahrbetrieb deutlich zu vernehmen. Kein Wunder, denn der zwei Liter große Vierzylinder arbeitet mit Einspritzdrücken von bis zu 2.200 bar. Die meisten Commonrail-Diesel verarbeiten gerade mal 1.400 bis 1.600 bar. Hohe Leistung und vergleichsweise niedrige Verbräuche werden durch die moderne Piezo-Technik jedoch erst möglich gemacht. Der Diesel ist im übrigen mit einem Partikelfilter ausgestattet.

Beide Konkurrenten aus gleichem Hause überzeugen durch sportliche Fahrleistungen, sind optisch voneinander nicht zu unterschieden und bieten das bekannt gute Golf-Fahrwerk. Mit der guten Feder-Dämpfer-Abstimmung, den kräftig zupackenden Bremsen und der präzisen Lenkung machen einem die Volkswagen-Ingenieure die Entscheidung nicht leicht. So sollten Steuern, Wiederverkaufswert, Jahresfahrleistung und der Kaufpreis entscheiden, wer sich in diesem Vergleich durchsetzt. Bei Wiederverkaufswert und Verbrauch dürfte der TDI leichte Vorteile haben. Die anderen Bereiche gehen an den GT.

Auch im Preis vereint

Der Einstiegspreis für den nicht gerade üppig ausgestatteten Golf GT TDI liegt als Dreitürer bei 24.950 Euro. DSG kostet für beide Varianten 1.650 Euro Aufpreis. Der GT-Benziner kommt mit 22.500 Euro nicht nur deutlich günstiger - er spart auch bei der KFZ-Steuer einiges.

So muss jeder letztlich für sich entscheiden, ob Diesel oder Otto. Sportlich sind beide, der kraftvolle Fahrspaß ist bei der TDI-Version etwas größer. Die meisten sollten mit dem VW Golf GT als Benziner jedoch günstiger fahren - Spaß machen sowieso beide.

Pressinform / PRESSINFORM
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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.