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P.M. Fragen & Antworten: Warum werden in Straßenkarten absichtlich Fehler eingebaut?

Wenn man eine Straßenkarte braucht, sollte man sich auch auf sie verlassen können. Doch wussten Sie, dass viele Karten absichtliche Fehler enthalten?  P.M. Fragen & Antworten erklärt, warum.

Eine Frau schaut irritiert auf eine Straßenkarte

Verloren trotz Straßenkarte: Viele Karten enthalten Fehler

Niemand wohnt hier, und es wird in diesen Straßen auch nie jemand wohnen: Vorderey in Hamburg, Galgenpfad in Bonn und Am Kirschgarten in Erpolzheim sind der Fantasie von Kartografen entsprungen. Es sind sogenannte "Trap Streets" (Fallenstraßen), die es beispielsweise in London gleich dutzendfach gibt. Fiktive Straßen, einzig dazu da, Konkurrenten zu überführen, die mit dem Kartenmaterial, ohne es zu merken, auch die ausgedachten Einträge übernehmen und sich damit verraten. Manchmal sind es sogar ganze Ortschaften ("Paper Towns") wie Argleton im Nordosten Englands mitsamt Hotels, Geschäften und Häusern. Der moderne Klassiker musste 2009 bei Google Maps gelöscht werden, ist inzwischen wieder als Punkt verzeichnet - mit dem Zusatz "Geisterstadt".

Begonnen hat alles mit einem Ort namens Agloe. Der Name ist ein Anagramm aus den Initialen von Otto G. Lindberg und Ernest Alpers, die den fiktiven Ort nördlich von Roscoe, einige Autostunden von New York, 1925 auf der von ihnen veröffentlichten Straßenkarte verzeichneten. Tatsächlich fand sich der Ort bald darauf auch beim Straßenkarten- Konkurrenten Rand McNally. Doch der konnte kurioserweise darauf verweisen, dass es dort eine Fischerhütte namens Agloe gab. Später gesellte sich noch der "Agloe General Store" hinzu.

Beide Besitzer hatten den erfundenen Ortsnamen verwendet, als sie sich dort niederließen. Mittlerweile gibt es beide Gebäude nicht mehr, doch Agloe ist trotzdem Ziel vieler Reisender. Als Symbol für einen Ort, den es nicht gibt – aber irgendwie doch, denn sind sie ja dort …

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