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Audi A1 Sportback: Segelsport

Vor acht Jahren brachte Audi den ersten A1 auf die Straße. Zeit also für die zweite Generation: optisch aufgefrischt, technisch aufgerüstet und farblich aufgehübscht.

Audi A1 2019

Audi A1 2019

Alles so schön bunt hier: In der neuen, zweiten Generation kommt der Audi A1 mit zehn verschiedenen, kräftigen Außenfarben daher - darunter Gelb, Rot und Blau. Die Karosserie selbst ist um 56 Millimeter und damit über die Vier-Meter-Marke gewachsen - der Handlichkeit tut das keinen Abbruch. In der Breite ist der Audi A1 mit 1.740 mm nahezu gleich geblieben, die Höhe liegt bei 1.409 mm. Insgesamt gibt ihm das eine noch etwas sportlichere Optik. Verstärkt wird dieser Eindruck durch ein paar Designelemente, die an den Sport quattro aus dem Jahre 1984 erinnern sollen. So die drei flachen Schlitze unter der Kante der Motorhaube. Reine Optik sind die angedeuteten seitlichen Lufteinlässe. Bullig wirkt die Front vor allem aber durch den breiten und tief platzierten Singleframe-Grill.

Segelsport
Audi A1 2019

Audi A1 2019

Die Voll-LED-Scheinwerfer, so schwärmen Audis Marketing-Poeten, "zeigen Anleihen dynamischer Flügelformen aus dem Segelsport, sogenannte Hydrofoils". Da hat jemand eine stark ausgeprägte assoziative Phantasie gehabt: Hydrofoils sorgen im Segelsport dafür, dass sich der Bootsrumpf bei entsprechendem Tempo ganz aus dem Wasser hebt und es aussieht, als rase er auf dünnen Stelzen über das Wasser. Auch in der Seitenansicht steckt allein schon optisch Dynamik. Etwa durch die breite C-Säule. Alle Linien steigen keilförmig nach hinten an, eine tiefe Linie zwischen den Kanten der Kotflügel sorgt optisch für einen tiefen Schwerpunkt. Hinten finden sich neu gestaltete Heckleuchten, optional auch mit animiertem Blinker.

Innen haben die Ingolstädter den A1 komplett überarbeitet und auf die Höhe der Zeit gebracht. Schon in der Basisversion bringt er ein volldigitales Kombiinstrument samt einem hochauflösenden 10,25-Zoll-Display mit. Ebenfalls Serie ist das unten abgeflachte Multifunktionslenkrad. Das Platzangebot ist vor allem vorne ausgezeichnet. Große Fahrer können ihren Sitz weit genug nach hinten schieben und auch das Lenkrad ist in Tiefe und Neigung gut einstellbar. Auf der Rückbank kann es dann allerdings etwas arg eng werden, so um die Kniescheibe herum. Das Volumen des Laderaums ist gegenüber dem Vorgänger um 65 Liter gewachsen und liegt nun bei 335 Litern. Das ist in dieser Fahrzeugklasse mehr als ordentlich. Bei Bedarf lässt sich der Laderaum auf bis zu 1.090 Liter erweitern.

An Elektronik kann man sich in den neuen A1 Sportback so ziemlich alles bestellen, was aktuell in den Audi-Regalen liegt. Das fängt mit einer Infotainment-Ausstattung an, die aus der Oberklasse kommt: Soundanlage von B&O mit elf Lautsprechern und 560 Watt Leistung, Navigation mit Routenberechnung in der Cloud, Audi connect, Apple CarPlay und Android Auto, drahtlose Aufladung des Smartphons. Umfangreich auch das Angebot an Assistenzsystemen für den Fahrer: Spurhalteassistent, Audi pre sense front, dessen Radarsensor kritische Situationen vor dem Auto erkennt, querende Fußgänger und Fahrradfahrer, ein ebenfalls radarbasierender Geschwindigkeitsassistent - und natürlich wahlweise mehrere Assistenten für Ein- und Ausparken.

Zum Modellstart kommt der Audi A1 Sportback mit drei Motoren, alles Benziner. Im 30 TFSI arbeitet ein Turbo-Dreizylinder mit 999 ccm Hubraum. Er liefert 85 kW/116 PS Leistung und erstaunliche 200 Nm maximales Drehmoment. Dazu kommen ein 1,5-Liter-Vierzylinder mit 110 kW/150 PS im A1 35 TFSI sowie der 40 TFSI mit 147 kW/200 PS und einem maximalen Drehmoment von 320 Nm. Später soll noch der A1 25 TFSI mit der 95 PS starken Basismotorisierung folgen.

Auf der Straße ist man mit dem Audi A1 30 TFSI bereits bestens bedient. Kaum zu glauben, wie das Motörchen mit dem Hubraum einer Milchtüte abgeht. Den Druck aufs Gaspedal nimmt er sofort an und spurtet munter los. Überholen? Kein Thema. Autobahn? Erst recht nicht. Bei voller Beschleunigung und auch nur etwas feuchter Fahrbahn kommt der Fronttriebler allerdings an der Vorderachse gerne kurz ins Wabbeln. Als Höchstgeschwindigkeit schafft der kleine Audi 203 km/h, für den Spurt von 0 auf 100 braucht er 9,4 Sekunden. Damit hängt er einen ähnlich motorisierten Ford Fiesta oder Opel Corsa locker ab.

Das Fahrwerk ist entsprechend dem Charakter des Audi A1 Sportback eher sportlich straff abgestimmt. Das sorgt zwar mit für ein agiles Handling und für ein rasantes Fahrgefühl, kann auf schlechten Straßen allerdings auch gerne mal nerven. Wer es noch ruppiger mag, der darf gerne ein noch strafferes Sportfahrwerk ordern. So oder so: Der A1 fährt unbeirrbar dorthin, wohin er soll, kommt präzise und ohne Heckschlenker um die Kurven, hat einen exzellenten Geradeauslauf und bremst bei Bedarf mit Biss, ansonsten sehr gefühlvoll. Die 6-Gang-Handschaltung ist knackig und ohne zu Hakeln auf kurzen Wegen zu bedienen, die Lenkung ist griffig direkt und präzise. Auf Wunsch ist auch eine Sechsgang-S tronic bestellbar. Ebenfalls optional ist Audi drive select, mit dem sich eine von vier Fahrcharakteristiken wählen lässt: auto, dynamic, efficiency und individual.

Der vor allem gefahrene Audi A1 Sportback 30 TFSI kostet in der Grundversion ab 21.150 Euro und ist dann schon ganz ordentlich ausgestattet. Wer mehr will - bei Audi wie immer kein Problem.

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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.