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Audi S6: S ohne R

Wer mit einer Sportlimousine richtig Spaß haben will, muss sich im Hause Audi nicht zwangsläufig in den 560 PS starken RS6 setzen. Der kleine Bruder macht fast genauso viel Spaß.

Und bläst zu allem Überfluss auch seine Backen nicht derart brünstig auf der RS6. Dabei braucht sich der Audi S6 selbst im Konzert der großen Sportler nicht zu verstecken, denn das Triebwerk von S6 und RS6 ist vom Grundaufbau identisch. Ein vier Liter großer V8-Doppelturbo mit jeder Menge Lust und Last. Brüllen beim RS6 560 PS aus der Klappenanlange und lassen beim Piloten die Gesichtszüge entgleisen, so gibt sich der Audi S6 hier etwas zurückhaltender. Dabei sind die insbesondere durch die optionale Sportauspuffanlage sonor wummernden 331 kW / 450 PS alles andere als eine Ingolstädter Verzichtserklärung. Dank V8-Power und Allradantrieb peitscht die 4,93 Meter lange Oberklasselimousine in beachtlichen 4,4 Sekunden auf Tempo 100; auch die Kombiversion des S6 Avant braucht nur 0,2 Sekunden mehr. Das maximale Drehmoment, stilvoll akustisch in Szene gesetzt, liegt zwischen 1.400 und 5.700 U/min bei 550 Nm. Die Höchstgeschwindigkeit: allzu früh abgeregelte 250 km/h. Wer unter den verschiedenen Fahrprogrammen den Effizienzmodus wählt und das Gaspedal behutsam führt, kann den Sportler mit knapp mehr als zehn Litern Super auf 100 Kilometern bewegen. Der Normverbrauch liegt bei allzu ambitionierten 9,2 Litern, da sich die Hälfte der Brennkammern im Teillastbetrieb in den Mittagschlaf verabschiedet.

Audi S6: S ohne R
Audi S6 Limousine - die Leistung ist ihm nicht anzusehen

Audi S6 Limousine - die Leistung ist ihm nicht anzusehen

Im Gegensatz zum deutlich muskulöseren Topmodell Audi RS6 Avant hält sich der als Limousine und Kombi erhältliche S6 optisch zurück. Keine nennenswert ausgestellten Backen und schon gar kein wildes Spoilerwerk gaukeln dem Unkundigen einen blassen Vier- oder Sechszylinder vor. In jedem Fall kommt man nicht auf die Idee, dass hinter diesem Kühlergrill auf Pedaltritt bis zu 450 PS zum Angriff blasen. Allenfalls die schmucken 19-Zöllern lassen ein Sportpaket vermuten und auch im Innern ist der sportliche Auftritt von edler und schick verarbeiteter Eleganz geprägt. Die Integralsportsitze passen sich vorbildlich an und patzen nur bei der allzu kurzen Kopfstütze. Der Rest ist so wie man es vom Audi A6 schon immer kannte: wertig, aufgeräumt und edel. Das Platzangebot glänzt vorne wie im Fond und der Laderaum fasst 530 Liter.

Überraschend blass zeigt sich die jedoch innen und außen die Modellpflege, denn der 2015er-Jahrgang unterscheidet sich abgesehen von Details wie LED-Leuchten rundum oder Schürzen nur marginal von der bekannten Vorgängergeneration. Das gilt auch für das Fahrverhalten, denn der Audi S6 fährt sich so sportlich, wie es in dieser Liga einst nur ein BMW 5er konnte. Die Lenkung ist direkt und auf Wunsch messerscharf, während sich die Fahrwerksabstimmung Dank der variabel einstellbaren Luftfeder ganz nach Gusto modifizieren lässt. Die Spreizung könnte dabei ggf. noch etwas größer sein; heißt komfortabler im Komfort- und straffer im Dynamikmodus. Real auszusetzen gibt es hier jedoch nichts, denn der Automatikmodus bietet einem ein Klassepaket, ohne dass der Pilot eingreifen muss. Wer sich in die Programmierniederungen der Bordelektronik flüchten will, kann jedem Modus seine ganz persönliche Note geben. Spielerei, die man bei einer mindestens 75.400 Euro Sportlimousine gerne mitnimmt. Wirklich brauchen wird das im Alltagsbetrieb wohl kaum jemand. Das sieht bei dem exzellenten Navigationssystem, zahlreichen Fahrerassistenzmodulen und einer deutlich verbesserten Vernetzung inkl. WLan-Hotspot schon anders aus.

Noch mehr glänzt da nur der rein mechanische Quattro-Allradantrieb, der in dieser Leistungsliga nicht zu ersetzen ist. Sein selbstsperrendes Mittendifferenzial leitet im normalen Fahrbetrieb 60 Prozent der Kraft auf die Hinterachse. Je nach Untergrund und Fahrdynamik können die Kräfte verzögerungsfrei umverteilt werden - bis zu 70 Prozent gelangen dann nach vorne, bis zu 85 Prozent nach hinten. Egal ob Tatendrang des Piloten, regennasse Fahrbahn oder Winter - es kann losgehen und ab geht\'s im Audi S6. Und wer die Backen doch noch mehr aufblasen will: es gibt ja nur den RS6.

Press-Inform / pressinform
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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