HOME

BMW 328i Touring: Platz da!

Fahrdynamisch war der 3er Touring schon immer ganz vorne. Doch die neue Generation glänzt neben aller Dynamik mit ungewohnten Qualitäten.

Denn als Lademeister konnte sich der 3er BMW bisher kaum nennenswert in Szene setzen. Das hat sich mit dem neuen 3er Touring auf einen Schlag geändert. Der sieht als Kombi wie schon beim Vorgänger noch besser aus als die Limousine und offenbart praktische Nehmerqualitäten. 495 Liter Laderaum im Normalzustand und bis zu 1.500 Liter bei umgeklappter Rückbank - da muss auch die alles andere als schwache Konkurrenz in Stuttgart und Ingolstadt erst einmal kräftig schlucken. "Wir haben die Dachlinie nicht mehr so stark wie bisher abfallen lassen", erläutert Anton Ruf, bei BMW verantwortlich für die kleinen Baureihen, "der neue 3er BMW kombiniert Nutzen und Ästhetik. Zudem gibt es erstmals eine elektrische Heckklappe."

Und tatsächlich punktet der neueste Dreier mit nicht ganz neuen, aber deutlich verbesserten Tugenden. Ein Druck auf den Schlüsseltaster und die Heckklappe fährt serienmäßig elektrisch auf und zu. Von innen geht das Ganze nicht so problemlos, weil der Schalter für die Heckklappenbetätigung völlig sinnfrei im linken Fußraum untergebracht wurde. Nicht zu sehen und allenfalls zu ertasten. Besser daher per Schlüssel, Heckklappengriff oder - gegen Aufpreis - per Tritt unter der bayrische Hinterteil. Wie von Geisterhand öffnet sich das Tor zum Laderaum auch ebenfalls. Praktisch zudem bleibt die separat zu öffnende Heckscheibe, die gerade auf engem Raum einen echten Mehrwert bietet. Der Laderaum ist nicht nur üppiger denn je dimensioniert, er sieht auch schick aus und bietet zahlreiche Befestigungsmöglichkeiten für das bisweilen wertvolle Ladegut. Ein Griff und die dreigeteilte Rückbank klappt im Verhältnis 40:20:40 nach vorn. Praktischer geht es nicht. Oho Dreier!

Trotz aller Ladequalitäten kann und will der 4,62 Meter lange Touring beim Kunden mit bekannten 3er-Qualitäten punkten. Er sieht sportlich aus und die Antriebe werden zumindest ab dem Jahreswechsel das gewohnt breite Spektrum abdecken. Zum Marktstart im September gibt es die drei Touring-Varianten 320d, 330d und 328i. Während die Diesel auch bei der neuen Generation den Hauptanteil der Kunden abgreifen dürften, zeigt der drehfreudige Zweiliter-Turbo des BMW 328i Touring viel Licht und etwas Schatten. Der Vierzylinder ist ein Wunder an Laufruhe und drehfreudig wie kaum ein anderes Triebwerk in dieser Klasse. Die Fahrleistungen sind angesichts der geringen Zylinderzahl und des überschaubaren Hubraums eindrucksvoll. 180 kW / 245 PS und 350 Nm bei niedrigen 1.250 U/min sind ebenso beeindruckende Werte wie 0 auf 100 km/h in sechs Sekunden und 250 km/h Spitze.

Besonders in Verbindung mit dem optionalen Achtgangautomatik-Getriebe von ZF präsentiert sich der aktuell stärkste Touring-Benziner besser denn je. Abstriche muss der Fahrer jedoch beim Motorsound und dem Realverbrauch machen. Der in Aussicht gestellte Normdurst von 6,8 Litern Super auf 100 Kilometern ist selbst bei größter Zurückhaltung im rechten Pedal kaum zu realisieren. Dagegen bereitet es auch ohne Raserei keinerlei Mühe, die Zehn-Liter-Marke deutlich zu knacken. Auch beim Klang ist der 328er Motor kein Vergleich zum schwächeren 325i-Modell der Vorgängergeneration, der über einen prächtigen Reihensechszylinder verfügte. Doch gerade in den kleinen Fahrzeugklassen 1er und 3er sind die grandiosen Reihensechszylinder bei den Benzinern nur noch Nebendarsteller. Wer sich nicht für den 328i oder den extrem sparsamen 320d Touring (Normverbrauch 4,7 Liter Diesel) erwärmen kann, kann jedoch beim 330d Touring ins Schwärmen kommen. Mit einem 258 PS und 560 Nm starken Dreiliter-Diesel bestens unterwegs, soll er sich mit kaum mehr als fünf Litern Verbrauch zufrieden geben.

Eine Klasse für sich ist die exzellente Fahrwerksabstimmung des 1,5 Tonnen schweren BMW 328i Touring. Die Zeiten, in denen ein Dreier nur sportlich und straff unterwegs war, damit die einen beeindruckte und die anderen verschreckte, sind lange vorbei. Gerade mit der adaptiven Dämpfereinstellung (1.100 Euro) hat der Fahrer alle Möglichkeiten zu reisen, wie er es möchte. Die Lenkung ist klasse, könnte jedoch noch einen Hauch direkter sein. Das Fahrverhalten dagegen: nahezu perfekt.

Anton Ruf: "Seit 25 Jahren ist der 3er Touring auf dem Markt. Und bisher hat jede Generation die in sie gesteckten Erwartungen und die Verkaufsziele übertroffen." Dabei haben die Preise keine ganz unwichtige Bedeutung. Der sportlich motorisierte BMW 328i Touring kostet inkl. empfehlenswerter Achtgang-Automatik mindestens 41.410 Euro. Mit standesgemäßer Ausstattung deutlich über 50.000 Euro. Volumenmodell dürfte erneut der nun 184 PS starke BMW 320d Touring werden, der bei 37.100 Euro startet. Allradantrieb und weitere Motorvarianten kommen 2013. Keine Frage: dieser 3er Touring wird wieder ein Bestseller.

Press-Inform / pressinform
Themen in diesem Artikel

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.