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Cabrios: Oben ohne im Trend

In Deutschland sind Cabrios weiterhin Verkaufsrenner. Mehr als im Sonnenland Spanien.

Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Deutschland liegt bei 8,7 Grad. Fast die Hälfte des Jahres (170 Tage) drückt schmuddeliges Regenwetter mehr oder minder aufs Gemüt. Trotzdem sind wir Deutschen echte Cabrio-Europameister. Am Ende des laufenden Jahres, so schätzt das Markforschungsinstitut B & D Forecast, werden doppelt so viele Autos wie Anfang der 90er Jahre kein festes Dach mehr haben, rund 180 000 Neuzulassungen. Das sind etwa fünf Prozent aller verkauften Personenautos. Schon 2004 lag die Quote nur knapp darunter. Zum Vergleich: Während im meteorologisch eher tristen Teutonien 48 von 1000 Neuwagen-käufern ein Cabrio bestellten, waren es im Sonnenland Spanien nur sieben.

Der Oben-ohne-Boom begann, als Stoff- oder Kunststoffplanen durch Klappdächer aus Metall abgelöst wurden. Geschlossen wurden Cabrios so zu Coupés. Premiere feierte diese Technik 1996 im Mercedes SLK. Vier Jahre später präsentierte Peugeot im Modell 206 CC die mobile Kopfbedeckung auch in einem erschwinglichen Kleinwagen. Damit sorgten die Franzosen für den Durchbruch des automobilen Klapptricks, den ein Pariser Zahnarzt bereits vor dem Krieg erfunden hatte. Heute ist die feine Faltmechanik so ausgereift und platzsparend zu bauen, dass sie sogar in Mikro-Autos wie den Daihatsu Copen passt. Die Pioniere von einst standen bis zum vergangenen Jahr auch in den Verkaufs-Hitparaden ganz oben. Platz drei belegte der BMW Z4 - mit Stoffverdeck.

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