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VW Führungsstreit: Der Patriach wird aufs Rententeil geschoben

Von wegen vom Hof jagen. Martin Winterkorn geht gestärkt aus dem Kampf mit Ferdinand Piech hervor. Sein Vertrag wird verlängert, Piech wird ausscheiden. Damit stehen WiKo alle Türen offen.

Ein Kommentar von Wolfgang Peters

Der Ziehsohn Winterkorn hat die Vaterfigur Piech ausmanövriert.

Der Ziehsohn Winterkorn hat die Vaterfigur Piech ausmanövriert.

Der neue starke Mann an der Spitze des größten europäischen Autokonzerns ist der alte Chef: Martin Winterkorn bleibt nicht nur bis 2016 als VW-Chef im Amt, sein Vertrag soll darüber hinaus, wahrscheinlich bis Ende 2017, verlängert werden. Dann nämlich wird ein neuer Vertrag auf ihn warten, in Verbindung mit der Ablösung von Ferdinand Piech als Vorsitzendem des Aufsichtsrates. So zumindest sehen die groben Perspektiven aus, die sich nach dem Treffen und dem Vertrauensvotum der wichtigsten Mitglieder des Aufsichtsrates von Volkswagen abzeichnen.

Winterkorn wird jetzt nicht auf-, sondern durchatmen, das Sakko seines konservativ geschnittenen Zweireihers zu Recht rücken und nach der unerwarteten Piech-Attacke mit etwas dünneren Lippen und aufgekrempelten Ärmeln wieder an die Arbeit gehen. Er wolle sich nicht vom Hof jagen lassen, wurde kolportiert und das war dem intern in der Wolfsburger Büro-Sprache als WiKo geführten VW-Chef auch nicht zugetraut worden. 1947 nicht mit dem goldenen Löffel geboren, sondern mit der ehrlichen Absicht, im Leben mit Arbeit etwas zu erreichen, in Ausbildung und Technik-Jobs eingestiegen, setzte er seinen nicht wirklich geträumten Traum dann doch in die Realität um.

Dabei ging es ihm nicht um die Macht des Herrschenden, sondern um die Wirkung des Führenden. Winterkorn ist auf das Ergebnis orientiert, wie es der Chef eines Unternehmens sein muss. Und er ist ein Mann des technisch Machbaren, gleichzeitig aber auch nicht frei von Visionen, die Volkswagen an die Spitze gebracht haben. Dazu gehört das Ziel, sich der Perfektion des Automobils zu nähern, ohne die Vorstellungen seiner Kunden zu überschätzen. Und genau hier beginnen die Schwierigkeiten von WiKo und von VW.

Denn der im Vergleich zu ihm ältere, aber durchaus noch ausgebufftere Ferdinand Piech, noch bis Ende 2017 Chef des VW-Aufsichtsrates, will die größte Konzern-Marke energischer am Zügel führen: Natürlich nicht ohne technische Visionen, aber mit niedrigeren Produktionskosten und vor allem schärferen Blicken auf die Produktivität und die Menge des beschäftigten Personals.

Das alles hat Winterkorn natürlich auch im Blick, auch er kann rechnen und ihm sind die Vergleiche zwischen den Unternehmen nicht fremd. Aber Piech führte womöglich die schärfere Klinge an der Spitze des Unternehmens. Zur Zeit hat er seine angebliche Distanz zu Winterkorn nicht aufgehoben, diesen aber auch nicht vom Hof gejagt. Das hat ihm das Präsidium des Aufsichtsrates vermasselt. Nicht zuletzt wegen der neuen Porsche-Entschlossenheit.

Aufsichtsrat Wolfgang Porsche wurde bisher unterschätzt und jetzt hat er die Gelegenheit genutzt, die Piech-Pläne nicht nur zu stutzen, sondern in den Papierkorb der VW-Geschichte zu werfen. Aber jeder darf sicher sein, dass für Piech eine Niederlage noch nie ein Ausweg war. So bleibt es spannend an der Spitze von Volkswagen. Aber viel wichtiger wird sein, ob der nächste Golf oder der kommende Polo mit neuer Technik besser und billiger werden. Darauf muss Winterkorn seine Arbeitskraft richten. Für Spielchen um die Macht hat er keine Zeit.

Wolfgang Peters/MID / MID

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.