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Der Unimog im Winter-Einsatz: Es kann nur einen geben

Wo andere die Räder von sich strecken, fährt sich der Unimog erst warm. Der Gottvater aller Geländewagen zeigt im Winter seine ganzen Stärken.

Der Unimog wühlt sich durch Schlamm und Wasser

Der Unimog wühlt sich durch Schlamm und Wasser

Des einen Freud, des anderen Leid. Wenn der Winter zuschlägt, türmen sich schnell meterhohe Schneemassen auf Passstraßen und machen diese Verkehrsadern genauso unbefahrbar, wie die Startbahnen am Wiener Flughafen Wien-Schwechat. Da zählt jede Minute. Damit alles wieder reibungslos läuft, sind oft brachiale Wintergeräte nötig, die sich ohne Gnade durch die weiße Wand wühlen. Wo herkömmliche Schneepflüge die Räder von sich strecken und vor den Schneemassen kapitulieren, braucht es einen automobilen harten Hund, der vor nichts zurückschreckt.

Es kann nur einen geben
Der Unimog wühlt sich durch Schlamm und Wasser

Der Unimog wühlt sich durch Schlamm und Wasser

Der Unimog erfüllt diese Stellenbeschreibung: lenkergeführte Portalachsen, kräftige Dieselmotoren mit bis zu 220 kW / 299 Ps und ein maximales Drehmoment von bis zu 1.200 Newtonmetern. Wenn diese Maschine hinter der Schneeschaufel oder -Fräse mit der Wucht seines Gesamtgewichts von bis zu 16,5 Tonnen auf die weiße Pracht prallt, kann es nur einen Sieger geben. Klar ist: Der Unimog kennt beim Räumdienst keine Gegner nur Opfer, sei es in der Stadt oder in Skigebieten.

Seit acht Jahrzehnten verkörpert der Unimog ("Universal-Motor-Gerät" ) rustikale Unverwüstlichkeit. Ursprünglich von Albert Friedrich als Landschafts-Fahrzeug mit 25 PS und Allradantrieb konzipiert, etabliert sich das Vehikel schnell als Alleskönner fürs Grobe: ob bei der Bundeswehr, im kommunalen Einsatz, als Feuerfahrzeug, beim Ascheräumen am Vulkan Ätna oder sogar als Schienenfahrzeug. Die kantige Form blieb über all die Jahre erhalten, ebenso das "U" im Namen. In den 1950er Jahren stand der U401 parat, wenn es zur Sache ging. Schon bei den ersten Unimogs war die Vielseitigkeit Trumpf.

Über die Jahre kamen immer neue Varianten mit verschieden Radständen - aktuell von 2,8 Meter beim U 216 bis hin zu 3,90 Meter beim U 530 in der Langversion. Auch Mercedes-Tuner Brabus verwandelte den Kraxler mit der grandiosen Verschränkung zur "Black Edition".Nicht jeder Unimog hat einen kräftigen Sechszylinder-Diesel an Bord. Oft müssen vier Töpfe und mindestens 115 kW / 156 PS reichen. Da die Aggregate aus der LKW-Division stammen, zieht selbst die Einsteiger-Version mit einem maximalen Drehmoment von 650 Newtonmetern kräftig an. Selbst der "kleine" Diesel (Motorenbezeichnung OM 934) hat einen Hubraum von 5.1 Liter. Wenn dieser Unimog einmal kräftig Luft holt, klebt ein Smart vor dem Kühlergrill. Bei den Sechszylindern sind es sogar 7.7 Liter Hubraum. Mittlerweile ist auch das kompromisslose Blaumann-Fahrzeug zum Saubermann mutiert: Die Triebwerke erfüllen mittlerweile die Euro-6-Norm.

Luxuriöser ist es natürlich im Führerhaus geworden. Ähnelte die Kabine zu Beginn einem kargen Kutschbock, freut sich der Lenker mittlerweile über allerlei Luxus. Besonders cool geht bei der aktuellen Version der Fahrerwechsel über die Bühne, bei Bedarf lassen sich nämlich das Lenkrad und die Pedale von links nach rechts schieben. Seine jährliche Meisterprüfung legt der Unimog immer Ende April ab. Dann befreien die Kraxler die Großglockner Hochalpenstraße (48 Kilometer lang und bis zu 2.504 Meter hoch) vom Schnee, der zu diesem Zeitpunkt da noch reichlich liegen kann. Doch beim Unimog gilt: Wenn es hart auf hart kommt, zieht der Harte erst richtig durch und so ist die pittoreske Verkehrsader schnell von der weißen Pracht befreit.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.