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Unimog Jubiläum: Deutsches Allrad-Monster wird 70 Jahre

Kein Durchkommen? Das gibt es nicht für den Unimog. Das Offroad-Arbeitstier feiert Jubiläum. Heute können auch Privatpersonen ganz einfach am Steuer der Legende Platz nehmen.

Das Überfahren von Baumstämmen ist im Universal-Motor-Gerät eine der leichtesten Übungen.

Das Überfahren von Baumstämmen ist im Universal-Motor-Gerät eine der leichtesten Übungen.

Offroad-Fahrzeuge aus Deutschland waren schon berühmt, bevor das Wort SUV erfunden wurde. Etwa die G-Klasse von Mercedes, der legendäre MAN-Kat-Lkw der Bundeswehr und allen voran der Unimog. Das ist eine griffige Abkürzung für Universal-Motor-Gerät. Später prägte vor allem das Militär das Bild des Unimogs, dabei wurde er als landwirtschaftliches Arbeitstier und Konkurrent des Traktors entwickelt. Nun ist er 70 Jahre alt geworden.

Im Herbst 1946 stand das erste fahrbereite Chassis auf eigenen Rädern, das Modell 2010 von 1952 brachte gerade mal 25 PS zusammen. Der Unimog S von 1964 mit Sechszylinder und 82 PS erinnert - abgesehen von einigen Rundungen - schon an die neueren Modelle.

Die Unimog-Welt ist schier unendlich. Hauptsächlich wird der Unimog allerdings beim Staat eingesetzt: beim Militär, als Feuerwehr und Einsatzfahrzeug im Katastrophenschutz oder als Arbeitstier bei den Kommunaldiensten. Seine Robustheit und Geländegängigkeit korrespondiert leider mit einem sehr selbstbewussten Preisgefüge. Andere Auftragsgeber überlegen es sich zwei Mal, ob sie so ein universelles Fahrzeug wirklich benötigen.

Privatleute können sich heute leicht einen Unimog leisten - gebraucht. Immer noch werden von der Bundeswehr im großen Stil Fahrzeuge ausgesondert. Ein vergleichsweise gepflegter Unimog 435 U1300L mit der typischen 3,3 Meter langen Pritsche wird ab 15.000 Euro angeboten. Fahrzeuge mit Sanitäts- oder Funkkabine gibt es ab etwa 18.000 Euro. Das ist wenig Geld für ein Fahrzeug, das buchstäblich überall durchkommt. Der Unimog schafft auch voll beladen 100 Prozent Steigung, besitzt eine enorme Seitenstabilität und verfügt dank seiner Portalachsen über eine unglaubliche Bodenfreiheit. Einziges Problem bei Privatpersonen: Für einen SUV-Ersatz ist der U1300L beim besten Willen zu groß. Für die Expeditionsmobilszene ist die Ladefläche dagegen zu klein.

Wer so ein tolles Gerät nicht gleich kaufen will, kann eine Parcour-Fahrt im Unimog Museum in Gaggenau - dem alten Produktionsstandort - in der Nähe von Karlsruhe buchen. Das kostet kaum mehr als eine Achterbahnfahrt auf dem Münchener Oktoberfest. Der Parcour wird mit einem Instruktor abgefahren. Auch wenn es langsamer zugeht als auf einer Achterbahn, wird die Fahrt mit dem Unimog mehr Angstschweiß hervorrufen. Garantiert. 

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