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E-Mobilität: Das neue Londoner Taxi fährt voll elektrisch

Für Londons Taxis sind seit Jahresbeginn elektrische Antriebe vorgeschrieben. Die Fabrik sitzt nahe Coventry, dem alten Herzen der britischen Autoindustrie. Die Besitzer kommen aus China.

Von Frank Janßen

Statt legendärer Taxis: Chinesische Autobauer erobern Europa mit E-Cabs

Das neue Taxi der London Electric Vehicle Company (LEVC) vor der Tower Bridge

Aufreißen – zuschlagen, aufreißen – zuschlagen. Immer wieder, rund um die Uhr testen die Roboterarme die hinteren Fahrgasttüren des neuen Taximodells. So simulieren sie in wenigen Wochen das lange Leben, das vor den Türen liegt. Bis zu 400.000 Zyklen muss jeder Mechanismus aushalten, ohne dass die Scharniere nachgeben oder die Schlösser auseinanderfallen. Ein normales Auto schafft oft gerade einmal 50.000.

Für Steve Swift, Chefingenieur bei der London Electric Vehicle Company, ist die Entwicklung des neuen Taximodells TX klar die "interessanteste Aufgabe" seiner bisherigen Laufbahn. Und tatsächlich ist er Zeuge eines kleinen Wunders: Erstmals seit zehn Jahren nimmt eine neue Autofabrik auf englischem Boden den Betrieb auf. "Vor 18 Monaten war hier noch grüne Wiese und Matsch", sagt Swift. Doch schon bald sollen 10.000 Taxen jährlich vom Band rollen – alle ausgestattet mit einem elektrischen Antrieb.

LTC wurde 2013 vom chinesischen Geely-Konzern aufgekauft

Coventry war einst das Herz des britischen Maschinen- und Fahrzeugbaus, das so legendäre Marken wie Triumph, Rover und Jaguar hervorbrachte. Doch vom Glanz der Vergangenheit blieb wenig. Manche Marken gingen unter, andere befinden sich heute im Besitz ausländischer Hersteller. So auch die London Taxi Company (LTC), die in Coventry zum Schluss noch jährlich 1500 ihrer traditionellen Black Cabs herstellte – mit zwei Klappsitzen, also Platz für fünf Fahrgäste, und einem Dieselmotor. Doch auch LTC wurde schließlich 2013 von dem chinesischen Geely-Konzern aufgekauft, zu dessen Reich auch die schwedische Automarke Volvo gehört.

Klassisches Design, moderne LED-Scheinwerfer

Klassisches Design, moderne LED-Scheinwerfer

Geely nun hat Ehrgeiziges vor: Bald nach der Übernahme von LTC tauften sie die Firma um in London Electric Vehicle Company (LEVC) und begannen 2015 mit der Entwicklung eines elektrisch angetriebenen Taxis. Bereits zwei Jahre später, im vergangenen Dezember, wurden die ersten Elektro-Taxis an Londoner Unternehmer ausgeliefert, die ihre Flotten nun Stück für Stück erneuern. Bis 2020 soll die Hälfte der rund 22.500 Londoner Taxen durch das neue Modell ersetzt sein.

Hinter dem Engagement der Chinesen steckt auch ihre Erfahrung mit der dicken Luft in den Millionenstädten ihrer Heimat. Weil in fast allen Metropolen rund um den Globus der Zustand der Umwelt kritischer wird, sehen sich mehr und mehr Stadtverwaltungen gezwungen, saubere Antriebe vorzuschreiben. Gerade hat Londons Bürgermeister Sadiq Khan eine "Giftsteuer" in Höhe von zehn Pfund täglich für Fahrzeuge mit hohen Emissionen erhoben – zusätzlich zur City-Maut in Höhe von 11,50 Pfund (12,40 Euro).

Auch große Fahrgasttüren sind vorgesehen

Auch große Fahrgasttüren sind vorgesehen

Natürlich haben die Stadtväter auch den öffentlichen Verkehr ins Visier genommen, um gleich ganze Flotten durch sauberere Generationen zu ersetzen (siehe Übersicht auf der folgenden Seite). In London dürfen seit dem 1. Januar nur noch Taxen neu zugelassen werden, die mindestens 30 Meilen, gut 48 Kilometer, elektrisch angetrieben zurücklegen können. Geely hat diese Entwicklung offenbar vorhergesehen.

Die Chinesen wollen umweltfreundliche Taxis nicht nur nach London liefern

"LEVC wird ein maßgeblicher Player in dem Geschäft werden, und das in zwei Dritteln der Zeit, die normalerweise vonnöten ist", sagt Chefingenieur Steve Swift.

Die Fabrik für das neue Taxi von LEVC befindet sich nordöstlich des Stadtzentrums von Coventry. Das Foto zeigt ein fast fertig montiertes Modell

Die Fabrik für das neue Taxi von LEVC befindet sich nordöstlich des Stadtzentrums von Coventry. Das Foto zeigt ein fast fertig montiertes Modell

Die Chinesen wollen ihr umweltfreundliches Taxi nicht nur nach London liefern – es soll die Welt erobern. Für Oslo, die europäische Vorzeigestadt für Elektromobilität, wurde gerade der Vertrag mit einem Importeur unterzeichnet. Aus Amsterdam liegen Bestellungen für 225 Fahrzeuge vor.

Der große Lenkwinkel der Vorderräder ermöglicht den für London vorgeschriebenen Wendekreis von unter 8,54 Metern

Der große Lenkwinkel der Vorderräder ermöglicht den für London vorgeschriebenen Wendekreis von unter 8,54 Metern

Die Lithium-Ionen-Batterie des neuen Taxis hat eine Kapazität von 31 Kilowattstunden und soll eine Reichweite von 80 Meilen ermöglichen, knapp 130 Kilometern. Zu wenig für eine Metropole wie London, deshalb kann ein Dreizylinder-Benzinmotor zugeschaltet werden, der auf Langstrecken Elektrizität produziert. Solche Hybridfahrzeuge müssen, so die neue Regelung, von Benzinmotoren angetrieben werden. Diesel sind nicht mehr erlaubt. Das neue Auto sieht dem klassischen Black Cab zwar sehr ähnlich; es hat dieselbe Silhouette wie seine Vorgänger. Aber die Technik ist völlig anders konstruiert.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.