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Saudi-Arabien lockert Fahrverbot: Frauen dürfen endlich ans Steuer, aber ...

Im streng religiösen Saudi-Arabien dürfen Frauen demnächst ein Auto lenken. Aber nur wenn sie strenge Regeln befolgen. Doch auch die Polizei muss sich auf die Neuerung einstellen.

Von Gernot Kramper

Mit Bildern auf Twitter dokumentierten mutige Frauen den Bruch des Auto-Banns

Mit Bildern auf Twitter dokumentierten mutige Frauen den Bruch des Auto-Banns

Kaum ein Gesetz ist in Saudi-Arabien so umstritten wie das strikte Fahrverbot für Frauen. Nun hat die Madschlis al-Schura, ein Rat, der den Monarchen berät, entscheidende Lockerungen angekündigt. Die Schura-Versammlung will, dass Frauen in Zukunft selbst ein Auto lenken können. Allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen: Sie müssen über 30 Jahre alt sein, dürfen nicht nach 20 Uhr auf der Straße unterwegs sein und kein Make-Up am Steuer tragen. Konservative Kleidung ist ebenso unerlässlich, wie die Zustimmung eines männlichen Verwandten.

Wenn all diese Bedingungen erfüllt sind, sollen Frauen dann innerhalb von Städten ohne männliche Begleitung ein Fahrzeug führen dürfen, außerhalb von Ortschaften muss sich auch in Zukunft ein Mann im Auto befinden. Unklar ist bisher, ob auch ein Kind oder Jugendlicher als Begleitung ausreicht. Damit das Gesetz in Kraft treten kann, muss König Abdullah ibn Abdilazīz noch zustimmen. Die Änderung war abzusehen, nachdem zu Beginn des Jahres erstmals Frauen in die Madschlis al-Schura berufen wurden.

Angebliche gesundheitliche Gefahren

Der strikte Auto-Bann war selbst bei religiösen Saudis umstritten, weil er die Bewegungsfreiheit von Frauen extrem einschränkt. Reiche Familien leisten sich einen oder mehrere Fahrer, in ärmeren Familien sind die Frauen darauf angewiesen, dass ein Angehöriger sie kutschieren kann. Zu Fuß lassen sich die modernen Städte Saudi-Arabiens nicht durchqueren.

Muslimische Gelehrte laufen nach wie vor Sturm gegen das neue Gesetz. Sie fürchten eine allgemeine Unzüchtigkeit, sollten sich Frauen allzu frei bewegen können. Im vergangenen Jahr verkündete der Großmufti von Saudi-Arabien noch, das Autoverbot für Frauen schütze das Königreich vor dem "Bösen" an sich. Auch sagen die Gelehrten dem Autofahren negative Folgen für Gesundheit und Fruchtbarkeit von Frauen nach.

Doch zuletzt gerieten die Konservativen ins Hintertreffen. Im vergangenen Jahr gab es mehrere Internetkampagnen gegen das Verbot - immer mehr saudische Frauen posteten Videos und Bilder, auf denen sie ein Auto lenkten. Diese Selbstzeugnisse sind im saudischen Königreich nicht ungefährlich. Noch Anfang 2014 wurde eine Frau zu 150 Peitschenhieben verurteilt, weil man sie am Steuer erwischte.

Die Aktivistinnen am Steuer brachen den Widerstand der Konservativen

Die Aktivistinnen am Steuer brachen den Widerstand der Konservativen

Fahren erlaubt, Sprechen verboten

Aber können Frauen sich nun bald einfach ans Steuer setzen? So leicht geht es nun nicht. Nach der verqueren Logik des Königreichs müssen zuvor umfangreiche Vorbereitungen getroffen werden. Zunächst wird eine Behörde für den weiblichen Straßenverkehr eingerichtet. Denn auch wenn die Frauen in Zukunft Auto fahren dürfen, muss unter allen Umständen verhindert werden, dass sie mit fremden Männern in Kontakt kommen. Vollkommen ausgeschlossen, dass ein männlicher Polizist eine Frau wegen eines Verkehrsverstoßes anspricht oder sie gar von männlichen Sanitätern nach einem Unfall berührt wird. Um Unschicklichkeiten zu vermeiden, müssen Rettungs- und Pannendienste und die Verkehrspolizei weibliche Kontaktpersonen erhalten.

Besonders sicher waren die Straßen im Königreich mit dem Frauen-Bann nicht: Saudi-Arabien kamen2013 auf 100.000 Einwohner 24,7 Verkehrstote, in Deutschland waren es "nur" 4,7.

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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.