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SmartWheel von FlyKly: Für 430 Euro wird jedes Rad zum E-Bike

Nico Klansek erfindet das Radfahren neu: Für wenig Geld und mit ein paar Handgriffen kann man sein altes Rad in ein E-Bike verwandeln. Das Geld für das Projekt wurde im Netz gesammelt.

Von Gernot Kramper

FlyKly plant die Revolution des Radfahrens: Das StartUp von Nico Klansek hat einen Antrieb entwickelt, der jedes beliebige Fahrrad in ein E-Bike verwandelt. Die Idee ist so simpel und klar, dass sie sofort einleuchtet. Klansek hat den gesamten Strom-Antrieb ins Hinterrad gepackt. In einer großen Mittelnabe sitzen Motor, Akku und Steuerungselektronik. Am Rad selbst muss nichts verlegt und verkabelt werden. Es wird einfach das alte Hinterrad ausgebaut und gegen das SmartWheel ausgetauscht. Die Steuerung und Abstimmung des Antriebs erfolgt per Bluetooth und Smartphone - ein zusätzlicher Controller und ein Kabel sind nicht notwendig.

Die simple Montage macht einen Vertrieb übers Internet ohne den Fachhandel möglich. Das SmartWheel wird dann vom Paketboten geliefert. Wer einen kaputten Schlauch am seinen Rad wechseln kann, der kann auch dieses Rad einbauen. In einem Video stellt der Erfinder Nico Klansek sein Projekt im New Yorker Central Park vor. Sein Ziel sei gewesen, dass seine Kunden ihre alten Räder weiternutzen können, erklärt Klansek. Vor allem einfach solle die Verwandlung geschehen. Der Antrieb sei für Alltagsräder gedacht. "Damit kann man sich schnell in der Stadt bewegen, ohne ins Schwitzen zu geraten." Im Video sieht man auch: Seit Kurzem ist es in den USA normal, mit dem Rad in der Stadt zu fahren. Erst diese Bewegung hat die kreative Erfindung von Klansek möglich gemacht.

Die Steuerung per App umfasst auch eine Diebstahlssicherung: Mit dem Smartphone kann der Motor gesperrt werden und durch ein GPS-Signal weiß der Besitzer jederzeit, wo sich das Rad befindet und wird sogar gewarnt, wenn es sich unplanmäßig fort bewegt. Im Set ist ein Halter und Charger für das Smartphone enthalten.

Für extreme Anwendungen ist Klanseks Antrieb allerdings nicht geeignet. Der Motor leistet die üblichen 250 Watt und der Lithium-Ionen-Akku ermöglicht eine Reichweite von 50 Kilometer Kilometern. Das ist für Tourenradler etwas wenig, dürfte für Alltagsfahrer aber durchaus ausreichen. Durch den kleinen Akku bleibt das Gewicht der Nabe aber bei moderaten vier Kilogramm. Mit nur vier Kilogramm zusätzlicher Last kann ein Rad auch nur mit Muskelkraft bewegt werden.

Das ganze Konzept eignet sich ohnehin nicht für Rennräder und Mountainbikes, die auf Performance getrimmt sind. Die zusätzliche Masse im hinteren Bereich ist nicht ideal ausbalanciert.

Besonderer Clou: In Klanseks Rad dreht sich der schwere Akku nicht mit dem Rad. Das ist hält den Aufwand für die Beschleunigung klein und reduziert die physikalischen Effekte, die Rotationsmassen mit sich bringen. Wer seinen mechanischen Drahtesel einfach elektrisieren will, findet mit dem SmartWheel einen idealen Motor. Schon vor dem SmartWheel gab es Nachrüstsätze. Die waren aber alles andere als smart. Da bei ihnen Antrieb, Controller und Akku getrennte Baugruppen sind, ist die Montage nur etwas für überzeugte Bastler.

Neben dem genialen Konzept überzeugt der Preis: Nur umgerechnet 430 Euro soll ein SmartWheel kosten. Billiger und eleganter konnte man seinem Rad noch nie Strompower verleihen. Auf Kickstarter läuft derzeit die Crowdfunding-Kampagne des Unternehmens, dort kann sich jeder Investor sein Rad sichern. Im Frühjahr 2014 soll ausgeliefert werden. Das Netz ist von der Idee begeistert, auf Twitter lässt sich verfolgen, wie das SmartWheel um die Welt geht. Schon jetzt wurde die die benötigte Summe von 100.000 Dollar vierfach übererfüllt. Das Basismodell ist bereits ausverkauft.

Gernot Kramper
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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.