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Merian Scout Navigator: Deutschland für die Hosentasche

Den guten alten Straßenatlas haben Navigationssysteme praktisch schon abgelöst. Nun ist der Reiseführer dran. Im Test erweist sich der rund 800 Euro teure "Merian Scout Navigator" als Eier legendes Wollmilch-Navi.

Reiseführer, Hotelverzeichnis, Museums-Guide und Restaurant-Führer: Eine Menge Gedrucktes muss mit, wenn man unterwegs nicht die besten Tipps verpassen will. Die vielen Wälzer, Broschüren und Heftchen nehmen freilich nicht nur Platz weg, sondern sind selten aktuell - schließlich kauft niemand seinen Reiseführer jedes Jahr neu. Der Merian Scout Navigator soll nun Schluss machen mit dem Papierwust. Er ist Navigationssystem und (Deutschland-)Reiseführer in einem.

Wie die Konkurrenz von Falk setzt Merian ganz auf seine Kompetenz in Sachen Tourismus und Insider-Tipps. Die Informationen, mit denen das Navi voll gepackt ist, stammen aus den Redaktionen der Magazine "Merian", "Feinschmecker" und "Prinz". Das vorinstallierte Kartenmaterial auf dem 4 GB großen Flash-Speicher umfasst ganz Westeuropa sowie die Hauptverkehrsstraßen von Osteuropa. Zum Lieferumfang des 779 Euro teuren Gerätes gehören eine Saugnapfhalterung für die Scheibe, Umhängeband und Tragetasche, Wechselstromnetzteil mit UK-Adapter und Kopfhörer. Ein TMC-Modul zur Stauumfahrung ist ebenso in das Gerät integriert wie ein Bildbetrachter und ein MP3-Player.

Solide und zuverlässig

Das Gehäuse mit Touchscreen-Display wirkt sehr hochwertig und ist mit stabilen Druck- und Schiebeschaltern ausgestattet. Die Halterung für die Windschutzscheibe ist sekundenschnell angebracht, mit zwei Rädchen lässt sich die Position des Gerätes gut justieren. Vibrationen während der Fahrt übertragen sich kaum auf die Halterung. Einziger Minuspunkt bei der Hardware war das 12V-Stromkabel unseres Testgerätes für den Zigarettenanzünder - hier löste sich ein schlecht angebrachtes Kabel am Stecker. Auch die Akkulaufzeit enttäuschte: Nach zweieinhalb Stunden Batteriebetrieb wollte das Gerät wieder ans Stromkabel - nicht viel, wenn man sein Navi mal per Rad oder zu Fuß benutzen will.

Der Scout navigiert zuverlässig durch den Verkehr. Die Sprachansage kommt rechtzeitig und ist gut verständlich, die Angaben sind präzise. Die Kartendarstellung auf dem hochauflösenden 3,7-Zoll-Display ist ruckelfrei und klar, optisch wirkt das System allerdings ein wenig altbacken. Eine Fahrspur-Übersicht mit Schildern wie bei einigen Navis der Konkurrenz gibt es beispielsweise nicht. Die Computerstimme kann Straßennamen aussprechen, was allerdings nicht immer überzeugend klingt. Insgesamt ist der Merian kein überragender, aber ein solider und zuverlässiger Verkehrslotse. Seine wahren Stärken spielt der Scout nicht auf, sondern neben der Route aus.

850 Audio-Beiträge zu touristischen Highlights

Über 30.000 Reiseinformationen zu Sehenswürdigkeiten, Parks und Landschaften, Hotels, Restaurants, Freizeitmöglichkeiten und vielen anderen Dingen lassen den Deutschland-Trip zur Entdeckungstour werden. Nicht nur auf den ausgelatschten Routen, sondern auch auf dem platten Land hält der Scout eine Fülle an Informationen bereit. Knurrt etwa der Magen, zeigt das System per Knopfdruck eine Liste aller umliegenden Restaurants oder Hotels samt kurzen Infos zur Küche, Öffnungszeiten und Telefonnummer an. Mit einem weiteren Klick kann man sofort zum gewählten Ziel navigieren. Das gleiche gilt für Parks, Museen und Schlösser, Diskotheken, Factory-Outlets, Opernhäuser, Schwimmbäder, Golfplätze - mit dem Scout kann man Deutschland buchstäblich in die Tasche stecken. Für jeden Punkt gibt es Textinformationen, denen man anmerkt, dass sie von Reiseprofis zusammengestellt wurden. Dazu kommen europaweit 1,5 Millionen weitere POIs (Points of Interest) wie Tankstellen, Bahnhöfe oder Flughäfen.

Als besondere Schmankerl gibt es mehr als 850 Audio-Beiträge zu touristischen Highlights. Die kann man sich optional auch automatisch während der Fahrt vorspielen lassen, sobald man sich einem der Ziele nähert. Die 2-3 Minuten langen Beiträge sind klar verständlich, werden von professionellen Sprechern präsentiert und mit Soundeffekten untermalt. So spielt im Hintergrund klassische Musik, wenn ein Sprecher über das Residenzschloss Arolsen informiert, und ein Wolf heult, wenn eine Dame erzählt, wie das Wolfhager Land zu seinem Namen kam. Auf einer knapp 250 Kilometer langen Tour von Kassel nach Düsseldorf sorgte im Schnitt alle 15 Kilometer ein Audiobeitrag für kurzweilige Unterbrechungen.

Für spontane Kurztrips

Der Merian Scout ist ein ideales Navigationssystem für Menschen, die spontane Kurztrips lieben und sich nicht vorher mühsam Informationen anlesen wollen. Wer einen tagelangen Kultururlaub am selben Ort plant, wird um einen dicken Reiseführer wohl nicht herumkommen. Für alles andere bietet der Scout einen zuverlässigen und vor allem aktuellen Ersatz für den Reiseführer. Merian will das Angebot für den Scout weiter ausbauen. So sollen zum Nachrüsten zum Beispiel Multimedia-Reiseführer für Italien, Spanien oder Frankreich erscheinen.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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