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"Bee Movie - Das Game": Ohne Stachel

Vorhersehbare Bescherung: Zum Computeranimations-"Bee Movie", dem diesjährigen weihnachtlichen Kinovergnügen für die ganze Familie, bringt Activision das Spiel für den Gabentisch.

Barry B. Benson, von Stand-Up-Comedian Jerry Seinfield kreiert und in der US-Filmversion auch synchronisiert, ist der typische Mutmacher-Antiheld amerikanischer Machart. Gerade mit der Ausbildung fertig, startet die männliche Biene in ihren ersten Job bei Honex, einem Moloch, der Honig genauso am Fließband produziert wie Hollywood Weihnachtsfilme. In "Bee Move - Das Game", das sich ziemlich eng an der Kinohandlung orientiert, ist das der Ausgangspunkt für Barrys große, gefahrvolle, erkenntnisreiche Reise in die Welt der Menschen.

Knallbunt in wahrhaft psychedelischen Farben präsentiert sich die Wabenwelt dem Spieler, feine Texturen und aufwendige Animationen sind nicht Bestandteil eines Bienenlebens. Die Aufgaben, mit denen das Abenteuer beginnt, sind allenfalls für die ganz Kleinen spannend: per Tastendruck guten Honig ins richtige Töpfchen bugsieren oder mit einem Taxi durch den Bienenstock brettern. Doch schon hier offenbaren sich auch gleich die ersten Schwächen, die die jüngsten Spieler durchaus vor Probleme stellen können: Die Kameraführung erlaubt manchmal, dass man den zu steuernden Barry hinter Wänden gänzlich aus den Augen verliert und eigentlich keine Kontrolle mehr darüber hat, was er dort treibt.

Sehr linear wird man durch andere Charaktere von Aufgabe zu Aufgabe durch die 3-D-Welt gelotst - ein Kompass sorgt dafür, dass dabei die Orientierung nicht flöten geht. Unterbrochen wird die Abfolge der kleinen Spielhäppchen durch zahllose Filmsequenzen, die die Story mit mäßig witzigen Dialogen weiterspinnen.

Etwas mehr in Fahrt kommt die Geschichte, wenn Biene Barry in die Welt der Menschen wechselt. Dort kann schon ein Regentropfen tödlich sein - diesen gilt es ebenso auszuweichen wie den Windschutzscheiben heranflitzender Autos, fetten Hornissen oder den klebrigen Zungen von hungrigen Fröschen. Immerhin sorgt eine "Matrix"-ähnliche Zeitlupenfunktion dafür, dass das gelbschwarze Tierchen schnell genug reagieren kann.

Bee Movie - Das Game

Hersteller/Vertrieb

Beenox/Activision

Genre

Action

Plattform

PlayStation2, PC, Nintendo DS, Wii, Xbox 360

Preis

ca. 30 bis 60 Euro

Altersfreigabe

ohne Altersbeschränkung

Insgesamt wird die Geschichte um das Honigkomplott nett, aber wenig aufregend präsentiert: bunte, kinderfreundliche Grafik, Hintergrundmusik aus der Hollywood-Retorte, Synchronsprecher, die Bienen und Menschen ein wenig Charakter verleihen. Die Steuerung geht - bis auf die genannten Aussetzer - locker von der Hand und dürfte auch Einsteigern kaum Frustmomente bescheren. Für ganz junge Spieler geht "Bee Movie" in Ordnung, die Größeren werden bei dem Titel Abwechslung und Herausforderung vermissen.

Herbert Aichinger/Teleschau / TELESCHAU
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