"Billy The Wizard" Auf die Besen, fertig, los!


Abgekupfert, abgeschmiert: "Billy The Wizard" hofft auf den Harry-Potter-Effekt, ist aber ein katastrophaler Wii-Ritt.

Die Grundidee des selbsternannten Fun-Racers ist dabei nicht schlecht: Auf magischen Besen statt in Rennwagen in den Geschwindigkeitswettstreit zu treten, ist mal was anderes. Die Grafik ist unspektakulär, aber erträglich. Wii-Spieler sind es mittlerweile gewohnt, den Mangel an State-of-the-Art-Optik mit der Freude am Gameplay zu kompensieren. Das ist bei "Billy The Wizard" allerdings derart simpel geraten, dass als Zielgruppe nur Eltern in Frage kommen, die vom Hobby ihrer Sprösslinge keine Ahnung haben und auf den Marketingtrick mit der Potter-Ähnlichkeit hereinfallen.

Was den Spaß an dieser Luftnummer ebenso schnell verschwinden lässt wie ein Kaninchen im doppelten Boden eines Zaubererzylinders, ist die katastrophale Steuerung. Selbst geübte Wii-Spieler lassen die kleinen Zauberer permanent im Sturzflug gegen Burgmauern krachen. Gelenkt wird der Besen-Pilot mit dem Nunchuck. Eingesammelte Pickups und Turbo-Boosts werden dagegen mit der Fernbedienung aktiviert, ebenso das Ballern auf Gegner. Letzteres geschieht, indem die Fernbedienung wie eine Peitsche nach vorn bewegt wird - überflüssig, zu erwähnen, dass genaues Zielen nahezu unmöglich ist. Alles in allem also ein eher zweifelhaftes als zauberhaftes Vergnügen. Ohne Übertreibung stellt sich die Frage, ob es sich dabei um die vielleicht schlechteste Steuerung in der an Enttäuschungen nicht arme Geschichte der Videospiele handeln könnte ...

Billy The Wizard

Hersteller/Vertrieb

Data Design/TGC

Genre

Rennspiel

Plattform

Wii

Preis

ca. 30 Euro

Altersfreigabe

ab 6 Jahren

Dass der Titel mit rund 30 Euro etwas weniger kostet als ein herkömmliches Wii-Spiel, mag zwar erklären, warum es ohne aufsehenerregende Zwischensequenzen auskommt. Das Game krankt aber weit mehr als an der simplen Aufmachung. Dass neben dem eigentlichen Rennen auch Bücher-Einsammeln und Drachenkampf für Abwechslung sorgen sollen, versöhnt in keinster Weise - zumal der lustig gemeinte Comedy-Soundtrack nervtötender als monophone Klingeltöne der ersten Handy-Generation ist.

Michael Eichhammer/Teleschau TELESCHAU

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