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"Civilization"-Schöpfer Sid Meier: Alles andere ist Geschichte

Sid Meier ist aus der Spieleindustrie nicht wegzudenken, seit fast 30 Jahren entwirft und programmiert er Videospiele. In seinem neuen Game "Civilization Revolution" widmet sich der US-Amerikaner seinem Lieblingsthema: der Geschichte der Menschheit.

Von Nina Ernst

Sid Meier ist Pragmatiker. Der Designer will mit seinen Spielen weder die Menschen wachrütteln, noch neue technische Maßstäbe setzen. Auch seine künstlerische Freiheit will er im Gegensatz zu anderen Spieleentwicklern damit nicht zum Ausdruck bringen. Sid Meier möchte die Leute einfach nur unterhalten. Und sein größtes Hobby mit ihnen teilen. Das ist ihm gelungen. Vielleicht ist es gerade dieser spezielle Anspruch an seine Arbeit, der Computerspiele wie "Civilization", "Railroad Tycoon" und "Pirates!" zu Kultgames gemacht hat.

Meier programmiert und entwirft seit den 80er Jahren Computerspiele und gilt spätestens seit dem Erscheinen des Strategiespiels "Civilization" im Jahr 1991 als eine feste Größe in der Computerbranche. Der heute 53-Jährige hat für seine Spiele mehr Preise erhalten als jeder andere seiner Kollegen. Mit dem Rekord von mehr als 30 Auszeichnungen wurde Meier sogar in die aktuelle Ausgabe der "Guinness World Records Gamer's Edition", der Spieleausgabe des berühmten Rekordbuchs, aufgenommen.

Am Anfang war eine Wette

Angefangen hat Meiers Karriere mit einer Wette. Während einer Besprechungspause bei der Arbeit spielte er mit seinem Kollegen Bill Stealey ein Flugsimulationsspiel. Meier gewann ständig, weil er die Schwachstellen der künstlichen Intelligenz entdeckt hatte und sie austricksen konnte. Er sagte, er könne in nur zwei Wochen ein besseres Spiel programmieren. Sein Kollege nahm ihn beim Wort, die Wette galt. Die Folge: Meier und Stealey gründeten 1980 ihre erste Softwarefirma MicroProse.

28 Jahre später kann Sid Meier auf 43 veröffentlichte Computerspiele zurückblicken. Seine Fans nennen ihn "Vater des Computerspielens". In solch einer schnelllebigen Branche über so einen langen Zeitraum immer noch erfolgreich zu arbeiten, ist mehr als ungewöhnlich. Dabei wirkt Meier absolut normal und bodenständig. Fast wie der Prototyp des netten Amerikaners, völlig ohne Starallüren, die manche Entwickler pflegen. Selbst bei noch so akribischer Suche kann man an dem charmanten Mann in Golfhose und Polohemd bis auf das verschmitzte Lächeln keine Ecken und Kanten entdecken. So viel Normalität wirkt fast schon unheimlich. Jedoch scheint Meier noch nicht einmal besonders darauf zu achten, was andere von ihm denken. Der Familienmensch lässt seine Ehefrau ganz selbstverständlich an seinen Interviews teilnehmen. Auch seine Mutter hat Meier schon auf die großen Messen der Videospieleindustrie mitgenommen, um ihr zu zeigen, womit ihr Sohn sein Geld verdient. Dass seine um ein cooles Image bemühten Kollegen vielleicht darüber tuscheln könnten, ist ihm egal.

Auch was bei Videospielen gerade als Trend gilt, beeinflusst Meier größtenteils nicht. Beeindruckende Grafik und spektakuläre Effekte sind nicht sein Ding. Er macht Games, die ihm selber Spaß machen. Meiers Spiele sind wie er selbst: unauffällig, bodenständig, charmant. Trotz fehlender Effekthascherei schaffen viele seiner Spiele es, Computerbesitzer so zu faszinieren, dass diese ganze Nächte vor dem Bildschirm verbringen. Obwohl Meiers bevorzugte Themen wie Eisenbahnstreckenbau und Geschichte nicht unbedingt für jeden nach Spaß klingen, haben seine Werke viele Fans.

Die Zivilisation - ein Bestseller

Allein das historische Strategiegame "Civilization" wurde über acht Millionen Mal weltweit verkauft. Ob es schwierig ist, aus so einem langweiligen Thema wie der Geschichte ein unterhaltsames Computerspiel zu machen? "Wer sagt, dass Geschichte ein trockenes Thema ist?", wehrt sich Meier grinsend gegen das Vorurteil. Er ist seit seiner Kindheit fasziniert von der Menschheitsgeschichte: "Als ich jung war, habe ich viele Karten- und Brettspiele über Geschichte gespielt. Und eines Tages bin ich Spieldesigner geworden, weil ich dachte, das gäbe ein gutes Thema für ein Computerspiel ab." Auch seine anderen Spiele widmen sich Themen, die ihn seit der Kindheit beschäftigen: Eisenbahnen, Flugzeuge, Piraten. Als er irgendwann anfing, sich für Golf zu interessieren, hat er das Spiel "SimGolf" entworfen. "Mein Job macht so viel Spaß, weil ich Spiele über all die Dinge machen kann, die mich interessieren", sagt Meier.

In seinen populärsten Spielen, den Titeln der "Civilization"-Serie, kann der Spieler als Herrscher mit Management, Diplomatie und Kriegsführung ein Weltreich aufbauen und die Geschicke der Menschheit lenken. Ob große Persönlichkeiten, Ereignisse oder Anekdoten - Meier interessiert sich für alles, was mit Historie zu tun hat. Ihn fasziniert es, dass selbst Menschen aus unterschiedlichsten Lebensverhältnissen gemeinsam angeregt darüber diskutieren können.

Dürfte Sid Meier sich einen berühmten Herrscher aussuchen, in dessen Rolle er schlüpfen dürfte, wäre er gerne Napoleon. Nicht nur weil der nach Meiers Meinung furchtlos war und ein aufregendes Leben geführt hat. "Außerdem hat er viel von dem großartigen französischen Käse gegessen. Das ist etwas, das ich wirklich gerne mag", fügt der Pragmatiker schmunzelnd hinzu.

In seinem neuen Spiel "Civilization Revolution" bringt Meier seine PC-Reihe auf die Spielkonsolen, denen er sich künftig verstärkt widmen will. Außerdem arbeitet er gerade an einem Konzept, die populäre Serie als reines Onlinespiel umzusetzen. "Ich hoffe, ich werde für immer Spiele machen", sagt der Designer. "Das ist der beste Job der Welt". Seine Motivation: zu sehen, wie viele Menschen mittlerweile Spaß an Videospielen haben.

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Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.