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"Crapware": Ärger mit "Zugaben" bei neuen PCs

Weihnachten steht vor der Tür, und auf manchem Gabentisch wird ein neuer Rechner liegen. Doch die Freude am neuen Gerät währt oft nicht lange: Alles ist voll mit vorinstallierten Test-Versionen und Toolbars. Diese "Crapware" genannten Hersteller-"Zugaben" sind nicht einfach loszuwerden.

Von Rainer Mersmann

Das Schnäppchen mit vorinstalliertem Windows Vista vom saubilligen Elektronik-Händler oder vom Lebensmittel-Discounter um die Ecke wird zwar als superschnell beworben, und ein Blick in die technischen Daten bestätigt das auch. Doch aus dem in der Werbung suggerierten "Einfach einschalten und loslegen" wird so schnell nichts. Schuld daran sind die "Zugaben" von Software-Herstellern, häufig auch als Crapware ("crap": Englisch für "Mist") bezeichnet, die zusammen mit dem Betriebssystem vorinstalliert sind und den Rechner ausbremsen. Wie beispielsweise eine Toolbar für den Internet Explorer zum Bestellen von Papierabzügen der auf dem Rechner gespeicherten Digitalbilder, Zugangs-Software der Internet-Provider ABC und XYZ oder Antiviren-Programme, die dem Käufer des Rechners nach Ablauf der kostenlosen Testzeit mit aufpoppenden Fenstern des Inhalts "Kauf mich!" auf die Nerven gehen. Crapware ist also Software, die kaum jemand braucht und vor allem niemand bestellt hat.

Die meisten dieser "Zugaben" möchten nach dem Hochfahren des Rechners erst einmal nach Hause telefonieren - aber nicht, bevor sie einige, für die ordnungsgemäße Funktion des Programms wichtige Daten abgefragt haben: "Wie alt sind Sie?", "Wie sind Ihre PC-Kenntnisse?", "Wie viele Rechner haben Sie?" Fast könnte man erwarten, dass als nächstes die Frage nach der Körbchen- oder Unterhosen-Größe kommt. Wegklicken der Fenster ist zwecklos - beim nächsten Starten des Rechners wird penetrant daran erinnert, dass der Käufer gefälligst seine Hausaufgaben machen soll. Und natürlich sind all diese Programme nicht auf dem neuesten Stand. Bis alle Updates heruntergeladen sind und der stolze PC-Besitzer endlich loslegen kann, vergehen - besonders bei langsamen Internetverbindungen - schon mal mehrere Stunden.

Doch auch, wenn alle Hausaufgaben gemacht und alle Updates installiert sind, kommt keine rechte Freude auf: Die vielen überflüssigen Programme verbrauchen Platz auf der Festplatte, belegen einen Teil des Arbeitsspeichers oder verlangsamen den Rechner durch Prozesse, die ständig im Hintergrund laufen. Natürlich muss diese Crapware bei einem Neustart des Rechners auch geladen werden; der Startvorgang zieht sich in die Länge - fast genug Zeit, um einen Kaffee zu kochen.

Mausklicks mit ungeahnten Folgen

Bei den in Windows ständig aufpoppenden Fenstern mit Hinweisen, Warnungen und Informationen ist der Klick auf den "OK-Button" für die meisten User zum Standard geworden.

Doch wer bei vorkonfigurierten neuen Rechnern mechanisch auf "OK" klickt, hat vielleicht nicht nur bei dem Internet-Provider ABC, sondern auch bei XYZ einen kostenlosen Internet-Zugang bestellt - der nach Ablauf der Testphase dann kostenpflichtig wird. Oder die praktische Drucker-Toolbar für den Internet Explorer, mit dem man ganz einfach die Internetseiten ausdrucken kann: Ein falscher Klick, und der Vorrat an Druckertinte für die nächsten Jahre ist gesichert - unfreiwillig.

Nützlicher sind da Programme zur Archivierung von Digitalbildern auf dem PC. Aber auch hier: Einmal auf den falschen Knopf gedrückt und drei Tage später steht der Postbote mit einem Paket vor der Tür - Inhalt: Papierabzüge von zehn Familienfotos, massenhaft Beispielbildern aus den verschiedensten Programmen und einige Hundert Abzüge von Bildern, die sich in der Zwischenablage des Internet Explorers angesammelt hatten.

Was nützt dem Kunden ein Antiviren-Programm, das sich nach Ablauf der Testphase nicht mehr updaten lässt - es sei denn er kauft es? Viele Benutzer wähnen sich in der trügerischen Sicherheit, ihr PC sei auch weiterhin geschützt. Vor allem, wenn nicht nur ein, sondern gleich zwei oder drei Antiviren-Programme verschiedener Software-Hersteller installiert sind - die sich hoffentlich nicht gegenseitig ins Gehege kommen.

Während einige Lite-Programme, deren Funktionsumfang eingeschränkt ist, noch einen gewissen Nutzen haben können, sind andere Programme schlicht unbrauchbar. Was soll der Benutzer mit einem Bildbearbeitungs-Programm anfangen, in dem er die Bilder nicht speichern kannm, oder einer Einkommensteuer-Software, bei der quer über jedem Ausdruck dick "Testversion" steht?

Die Hersteller behaupten: Der Kunde will es so

Die PC-Hersteller behaupten, bei den "Zugaben" handele es sich um sorgfältig ausgewählte Software, die dem Kunden so ans Herz gelegt werden soll. Immerhin würden 30 Prozent der Käufer eines neuen PCs eines der so beworbenen Produkte kaufen. Fragt sich nur, ob der Kauf bewusst getätigt wurde oder durch einen versehentlichen Klick auf den falschen Knopf.

Mit der Vielfalt an vorinstallierten Programmen - so die Hersteller der Rechner - wolle man dem Kunden die Wahl zwischen verschiedenen Dienstleistern und Software-Anbietern lassen - schließlich wolle man den Kunden nicht gängeln. Doch wenn die Hersteller der PC so uneigennützig das Wohl des Käufers im Blick haben, warum legen sie die "Zugaben" dann nicht als CD bei? Für den Kunden wäre es doch einfacher, von solch einer CD nur einen Virenscanner zu installieren als zwei von drei vorinstallierten Virenscannern zu deinstallieren.

Ein großer PC-Hersteller räumte ein, dass Dienstleister und Software-Hersteller für das Vorinstallieren der Programme zahlen. Ob der Kunde, der die aufgezwungene Werbung erdulden muss, davon profitiert oder ob dadurch die Gewinne der Hersteller steigen, bleibt unklar. Während Firmenkunden bei allen Herstellern ihre Rechner auch ohne "Zugaben" erhalten können, hat der Privatkunde nur die folgenden Optionen: Entweder vorinstalliertes Betriebssystem mit "Zugaben" oder er muss für teures Geld ein normales Windows XP oder Windows Vista zukaufen.

"Crapware" wieder loswerden

Vorinstallierte Crapware wieder loszuwerden ist nicht ganz einfach und mit Windows-Bordmitteln mühsam und manchmal sogar erfolglos. Nicht alle Programme lassen sich über die Systemsteuerung deinstallieren oder verfügen über eine Deinstallationsfunktion.

Noch vor wenigen Jahren lag auch vorinstallierten Rechnern eine "richtige" Windows-CD bei. Um die Crapware zu beseitigen, konnte der Käufer einfach seine Festplatte formatieren und Windows neu installieren. Heute gibt es zu den Rechnern in der Regel nur noch so genannte "Recovery-CDs". Mit ihnen lässt sich der Rechner, beispielsweise nach einem Komplettabsturz, wieder in den ursprünglichen Zustand zurücksetzen. Und das bedeutet, dass auch alle "Zugaben" wieder installiert sind. Für den normalen PC-Besitzer ist es nahezu unmöglich, mit einer Recovery-CD eine saubere Installation nur des Betriebssystems hinzubekommen.

Abhilfe schafft da ein kleines, für private Nutzer kostenloses Programm, das vom Elektroingenieur Jason York aus Detroit ursprünglich für die "Reinigung" von Dell-PCs programmiert wurde: "PC Decrapifier". Inzwischen säubert es auch PCs anderer Hersteller und erkennt mehr als 60 Programme, von "AOL Install" bis zum "Yahoo! Toolbar". Die Benutzung ist denkbar einfach: Nach dem Download das Programm starten (eine Installation ist nicht nötig) und die Lizenzvereinbarung akzeptieren. Es wird dann eine Liste der erkannten Crapware angezeigt. Das Programm kann allerdings nicht erkennen, ob durch den Kauf einer Lizenz aus einer Test- eine bereits Voll-Version gemacht wurde. Der Benutzer muss in diesem Fall das Häkchen vor dem Eintrag herausnehmen. Nach einem Klick auf "Next" wird dann die ausgewählte Software deinstalliert. Leider gibt es den PC Decrapifier nur auf Englisch.

Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.