"Dreamfall - The Longest Journey" Die längste Reise geht weiter

"The Longest Journey" gilt bis heute als eines der besten Adventures aller Zeiten. Obwohl die Messlatte für den Nachfolger somit sehr hoch liegt, kommt "Dreamfall" an das Original heran.

Unbeirrt der Erwartungen ließ sich Funcom auf das Wagnis ein, das Kultspiel fortzusetzen. Diesmal zieht nicht die junge April Ryan in die Welt hinaus, sondern Zoé Castillo, die auf den ersten Blick nichts mit der Heldin aus dem ersten Teil gemein hat. Da Funcom aber zumindest bei der Charaktergestaltung gar nichts verlernt hat, schafft es auch Zoé schnell, in die Herzen der Spieler geschlossen zu werden.

Dreamfall - The Longest Journey

Hersteller

Micro Application

Genre

Adventure

Plattform

PC, XBox

Preis

ca. 45 Euro

Altersfreigabe

ab 12 Jahren

Eine Geschichte voller Geheimnisse

Unwissentlich gerät die melancholische Studentin in eine Jahrhunderte alte Intrige voller Geheimnisse und alter Bekannter aus "The Longest Journey". Kenntnisse des Vorgängers sind übrigens nicht nötig - helfen aber, die Geschichte besser zu verstehen. Außerdem gibt es viele Anspielungen auf den ersten Teil, die manchem Kenner ein Lächeln auf die Lippen zaubern. Und natürlich gibt es auch ein Wiedersehen mit April Ryan, die Zoé schließlich auf ihrer Reise durch die hübsch gestalteten und von atmosphärischer Musik untermalten Schauplätze begleitet.

Gesteuert wird dabei nicht mehr mit dem sonst für Adventures üblichen "Point and Click"-System. Vielmehr erinnert das Gameplay an die actionreicheren Kollegen wie "Prince of Persia" oder "Project Zero", in denen sich der Charakter relativ frei durch die Gegend bewegt.

Action-Neuerung teils unausgereift

Ebenso wurden allerlei Actioneinlagen eingebaut, die Zoé während ihrer Reise überstehen muss. Leider ging der Versuch, Actionfans anzusprechen, gründlich in die Hose. Sowohl das Bewegungssystem beim Schleichen als auch beim Kämpfen ist unausgereift und kann nicht mit der Konkurrenz mithalten. Stattdessen wurden die Adventure-typischen Puzzles fast gänzlich vernachlässigt und sind durch die Bank zu durchschaubar, um Genre-Profis bei Laune zu halten. Diese Unzulänglichkeiten werden jedoch durch die mitreißende Story ausgeglichen, die mit ihrer Tiefgründigkeit den ein oder anderen Hollywood-Autor vor Neid erblassen lassen könnte.

Zoé, sowie ihre Freunde und Feinde sind vielschichtig charakterisiert, verhalten sich äußert glaubhaft und bauen zusammen mit Musik und Story schnell eine dichte Atmosphäre auf, die den Spieler rasch in die Welt von "Dreamfall" saugt. Allerdings traute Funcom seinem Adventure in dieser Hinsicht offensichtlich zu wenig zu und reicherte es deshalb mit Action-Elementen an, die etwas mager wirken. Aber all jene, die diese Ungereimtheiten in Kauf nehmen, werden dafür mit einer Reise belohnt, die sie so schnell nicht vergessen werden.

Sebastian Geiger/Teleschau TELESCHAU

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