"F.E.A.R. 2: Project Origin (dt.)" Schauer-Shooter


Der Genremix aus Shooter- und Horror-Elementen lehrt Actionfans zum zweiten Mal das Fürchten.

Wie schon der Vorgänger aus dem Jahr 2005 bietet auch das PC-, Xbox-360- und PS3-Sequel "F.E.A.R. 2: Project Origin" das volle Programm aus dem Horrorfundus - vom blutroten Himmel und rasend schnell vorbeiziehenden Wolken über schummrige Beleuchtung und tonnenweise Blutspuren bis zur Spieluhr, deren deplatziert fröhliche Melodie andeutet, dass es sich hierbei nur um die Ruhe vor dem Sturm handelt, den Gruselmädchen Alma säen wird.

Der surrealen Soundkulisse gelingt es perfekt, die schaurig-schöne Unbehaglichkeit zu verstärken. Und auch grafisch macht "F.E.A.R. 2" einiges her: Explosionen, Feuer- und Zeitlupeneffekte sowie die Animationen der Figuren wurden erstklassig in Szene gesetzt. Nur ein grundlegendes Problem des Vorgängers blieb: die öden Innenlevel, die offenbar aus Versatzstücken zusammengebaut wurden.

Spielerisch bietet "F.E.A.R. 2" wenig, was man nicht auch schon aus dem Vorgänger kennt. Die vom Taschenlampenlicht erhellten Wanderungen durchs Halbdunkel sind Standard im Survival-Horror-Genre. Doch "F.E.A.R. 2" ist vor allem ein klassischer Ego-Shooter und spielt erst in zweiter Linie mit Gruselelementen. Dennoch: Die düsteren und verstörenden Visionen, von denen Protagonist Michael Becket heimgesucht wird, sorgen immer wieder für Gänsehaut und Herzrasen. Vor allem, wenn der wandelnde Albtraum Alma überraschend aus dem Dunkel auftaucht, kann es schon mal vorkommen, dass der Spieler auf seiner Couch zurückschreckt.

Was das paranormale Schreckensgör umtreibt, ist seit dem ersten Teil bekannt. Welche Verbindung zwischen Becket und ihr jedoch besteht, gilt es nun in "F.E.A.R. 2" aufzuklären, das zeitlich etwa eine halbe Stunde vor dem Big Bang des Originals einsetzt.

Auch wenn Neulinge der Geschichte nur schwer folgen können - sich zu verlaufen, ist im streng linear aufgebauten "F.E.A.R. 2" trotz der schlechten Lichtverhältnisse so gut wie unmöglich: Gerät der Spieler vom rechten Weg ab, macht ihm das nach kurzer Strecke eine verriegelte Tür oder eine verbarrikadierte Treppe klar. Geradlinige Action, im wahrsten Sinne des Wortes also.

Die Umgebung ist nach Belieben kaputt- und manipulierbar. So kann Becket Tische umwerfen oder Sofas verschieben, um diese als Deckung zu nutzen. Ähnlich verhalten sich im Übrigen auch die cleveren Computer-Gegner. Sowohl die schießwütigen Söldner unter dem Befehl eines gewissen Vanek, als auch Almas Albtraumgestalten gehen vor Granaten in Deckung, ziehen sich zurück oder warten auf den richtigen Moment, um dem Spieler in den Rücken zu fallen. Etwas weniger vorsichtig darf man an Bord eines Mechs vorgehen, der gelegentlich gesteuert werden darf ...

F.E.A.R. 2: Project Origin (dt.)

Hersteller/Vertrieb

Monolith/Warner

Genre

Action

Plattform

PC, PlayStation3, Xbox 360

Preis

ca. 60 Euro

Altersfreigabe

ab 18 Jahren

Fazit: "F.E.A.R 2" bietet ein paar schaurig-schöne Stunden, setzt aber weitestgehend auf dieselben Kniffe wie der Vorgänger. Veteranen werden entsprechend cool Almas Geheimnis aufdecken. Alle anderen werden nur das Licht beim Zocken anlassen ...

Michael Eichhammer/Teleschau TELESCHAU

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