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"Guitar Hero": Ich, Rocker!

Kein jugendlicher Überschwang, keine Euphorie, kein abgegriffener Slogan, aber: "Guitar Hero" rockt - und zwar gewaltig. Das bis dato coolste Game 2006!

Das Prinzip ist ebenso simpel wie genial: Der Gitarren-Controller stellt eine vereinfachte Abwandlung des echten Vorbilds dar: Fünf farbige Knöpfe symbolisieren die Töne, ein Wippschalter steht für die Saiten, die es realitätsgetreu anzuschlagen gilt, und ein Tremolo-Hebel sorgt für das ultimative Verzerr-Feeling. Selbst die Drehregler des Originals wurden umgesetzt - als "Start"- und "Select"-Buttons. Der mitgelieferte Gurt steigert das Authentizitäts-Gefühl noch ein Stück.

Ein hilfreiches Tutorial weist nicht nur Grobmotoriker in die Grundlagen ein. Anschließend wird, wahlweise im schnellen Spiel oder im Karrieremodus, durch die Lieder gerockt, wobei Letzterer benötigt wird, um neue Tracks freizuschalten. Insgesamt bietet "Guitar Hero" 30 bekannte Songs, die als hervorragende Cover-Versionen vorliegen und meist nur am Sänger vom Original zu unterscheiden sind. Je nach Position auf der Karriereleiter tritt der eigens gewählte Gitarrero entweder im kleinen Club oder im ausverkauften Stadion auf - das Drumherum von "Guitar Hero" ist zwar mit Liebe zum Detail gestaltet, spielt jedoch nur eine untergeordnete Rolle.

Während der Songs wird auf einem Laufband angezeigt, welche Töne - in höheren Schwierigkeitsstufen auch Akkorde - angeschlagen werden sollen. Dazu muss der farblich entsprechende Knopf gedrückt und im richtigen Moment der Wippschalter betätigt, also die Saite angeschlagen werden. Wird der Einsatz verpasst oder der Ton verfehlt, schallt aus den Boxen nur schiefes Schrammeln anstelle der Gitarrenspur. Setzt der Klampfen-Held aus, so hört man nur die anderen Instrumente sowie den Gesang.

Zudem ist auf dem Bildschirm ein "Rock"-Barometer zu sehen, das die Stimmung des Publikums widerspiegelt. Befindet sich der Zeiger im grünen Bereich, ergänzen Jubelschreie den Sound, kommt man ans rote Ende, hagelt es "Buh"-Rufe, die dazu führen können, dass der Auftritt abgebrochen wird. Besonders viel Spaß macht das Entladen der "Star Power", die sich der Rocker durch einwandfreies Spiel verdient und die er sich zunutze macht (erhöht den Punkte-Multiplikator), indem er den Hals der Klampfe in Gitarrero-Manier nach oben reißt.

Gelungen ist auch der stetig steigende, aber nie überfordernde Schwierigkeitsgrad, der meist in dem Satz endet: "Nur noch einen Song." Wer nach dem Kauf von "Guitar Hero" noch Bares übrig hat, sollte in Erwägung ziehen, in einen zweiten Gitarren-Controller zu investieren (separat erhältlich), denn der Multiplayer-Modus hat's in sich. Hier treten zwei Hendrix-Nachfolger gegeneinander an, wobei die Kontrahenten in manchen Passagen unterschiedliche Parts übernehmen (Lead und Grundrhythmus). Diese Funktion soll im Nachfolger (US-Release: November 2006) noch ausgebaut werden: Dem Nachwuchs-Rocker steht dann auch die Bass-Spur zur Auswahl.

Guitar Hero

Hersteller/Vertrieb

Harmonix / RedOctane/Capcom Europe

Genre

Sonstiges / Besonderes

Plattform

PlayStation2

Preis

ca. 85 Euro

Altersfreigabe

o. A.

Bis dahin werden jedoch Deep Purple, Bad Religion, The Ramones, Franz Ferdinand, Red Hot Chili Peppers und Co. zu unzähligen Fingerkrämpfen führen - kaum ein Spiel hat größeres Suchtpotenzial sowie innovativeres Gameplay. Obwohl Sony auch mit "SingStar Rocks" die Freunde deftiger Gitarrenmucke bedient, kann das Mikro-Geträller nicht mit "Guitar Hero" und seinem Controller-Meisterwerk mithalten.

Gregor Jossé/Teleschau / TELESCHAU
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