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"Popstar Guitar": Gitarre mit vier Saiten

Auch Midway will ein Stück vom großen Musik-Kuchen abhaben. Leider wirkt "Popstar Guitar" ziemlich altbacken ...

Immerhin: Der Zukauf eines teuren Plastikinstrumentariums entfällt bei "Popstar Guitar". Im Lieferumfang des Musikspiels ist ein spezieller "AirG"-Aufsatz für die Wiimote bereits enthalten. Die vier farbigen Buttons stehen für die virtuellen Gitarrensaiten, angeschlagen wird mit dem Nunchuck. Nomen est omen: Man kommt sich tatsächlich so vor, als würde man Luftgitarre spielen ...

Trotz dieser an und für sich guten und kostengünstigen Idee will sich dennoch kein rechter Spielspaß einstellen. Dies liegt zum einen am AirG-Aufsatz selbst, der alles andere als gut verarbeitet wirkt. Während des Tests kam es des Öfteren vor, dass sich die Tasten verhakten. Der zweite Designfehler betrifft das Notenbrett. Während bei "Guitar Hero", "Rock Band" und Konsorten die Noten aus der Tiefe auf den Spieler zukommen, fallen sie bei "Popstar Guitar" von oben nach unten. Somit bleibt dem Spieler weniger Zeit, um zu reagieren. Dafür müssen hier nur vier Saiten angeschlagen werden, was das Musizieren wieder ein wenig einfacher macht. Nette Idee: Anstatt das Sammeln der Noten mit Star-Power zu belohnen, lösen "Popstar Guitar"-Spieler Bühnenexplosionen aus.

Die Songliste umfasst knapp 60 Tracks. Neben Songs von Teenie-Idolen wie Miley Cyrus, Avril Lavigne und den Jonas Brothers dürfen auch 3 Doors Down, Fall Out Boy, Green Day und Blink 182 imitiert werden. Bei den meisten Stücken handelt es sich jedoch um Coverversionen, deren Qualität von "ganz okay" bis "grausam" reicht. Darüber hinaus wurde die Trackliste großzügig mit hierzulande unbekannten Indie-Interpreten wie "The Renovators", "Dimtribe" und "Fractional" aufgefüllt.

Popstar Guitar

Hersteller/Vertrieb

Broadsword Interactive/Midway Games

Genre

Sonstiges / Besonderes

Plattform

Wii

Preis

ca. 50 Euro

Altersfreigabe

o.A.

Der Karrieremodus unterscheidet sich nur unwesentlich von den großen Vorbildern "Guitar Hero" und "Rock Band": Der Gamer gründet eine Band, tingelt durch Clubs und gewinnt immer mehr Fans. Im Laufe der Zeit werden die Bühnen größer und die Setlists, die zu spielen sind, länger. Die gewonnene Kohle investiert der Wii-Gitarrist in neue Outfits. Doch selbst sündhaft teure Glitzeranzüge können nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Optik des Games schlichtweg inakzeptabel ist. "Popstar Guitar" bewegt sich auf Shareware-Niveau. Die ebenfalls integrierten Mini-Spielchen, darunter auch für zwei Gamer, sind nicht der Rede wert.

Artur Hoffmann/Teleschau / TELESCHAU
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