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"Halo 3": Das Beste zum Schluss

"Halo 3" ist da, und die Welt steht für ein paar Stunden still. Doch kaum hat sich die Ruhe gelegt, wird weltweit um die Wette geballert. Online und Offline, allein oder im Team - "Halo 3" bietet alles, was das Herz begehrt.

Die wichtigste Erkenntnis vielleicht vorweg. "Halo 3" ist nicht nur ein Spiel, sondern Hoffnungsträger, Marke und Wirtschaftsfaktor in einem. Ein sogenannter System-Seller, der nicht nur die Hardware-Verkäufe der Xbox 360, für die der Titel exklusiv erscheint, kräftig ankurbeln, sondern auch der kostenpflichtigen Online-Plattform "Xbox Live" weitere Kunden bescheren soll. Und das Konzept scheint bestens aufzugehen: Knapp 1,7 Millionen Vorbestellungen registrierten die Software-Händlern dieser Welt. Und wer nicht auf die Post warten wollte, stand um Mitternacht Schlange, als die Läden extra ihre Tore öffneten. Was mitunter zur Folge hatte, dass "Halo 3" bereits am ersten Tag alleine in den USA über 170 Millionen Dollar in die Kassen von Microsoft spülte. Mehr als der Sommer-Blockbuster "Spider-Man 3".

Apropos Kinofilm: "Halo 3" ist eines dieser Spiele, die den Vergleich nicht scheuen müssen. Egal, ob Grafik, Sound oder Hintergrundstory - hier wird interaktive Unterhaltung auf höchstem Niveau geboten. Und wie etwa "Fluch der Karibik 3" oder "Das Bourne Ultimatum" knüpft auch "Halo 3" exakt dort an, wo der Vorgänger aufhörte: Die Covenant-Alien-Allianz ist auf dem Vormarsch, die Erde liegt in Trümmern, und die letzten verbliebenen Soldaten rüsten sich für den großen Kampf. Mittendrin, der Master Chief, seit seinem Debüt im ersten "Halo"-Game, uneingeschränkte Xbox-Ikone und damit in einem Atemzug mit Mario, Sonic und Solid Snake zu nennen.

Was in den insgesamt neun Missionen, die in mehrere Kapitel eingeteilt sind, passiert, ist buchstäblich bombastisch. Der Gamer kämpft sich entweder alleine oder gemeinsam mit drei anderen Spielern (Coop-Modus) durch atemberaubende Schauplätze. Deren landschaftliche Bandbreite reicht von feuchtem Dschungel über staubigen Wüstensand und zerstörte Städte bis hin zu weitaus höheren Sphären. Dabei greift der Master Chief auf ein Waffenarsenal zurück, das sowohl altbekanntes Rüstzeug als auch neue Schießprügel kennt - darunter der "Spartan-Laser" oder "Brute-Stachler". Sollte das alles keine Wirkung zeigen, darf sich der Spieler hinter fest montierte Geschütze klemmen oder diese kurzerhand aus der Verankerung reißen und damit durch die Gegend spazieren. Cool: Dabei schaltet die Kamera in die Third-Person-Ansicht, was die Übersicht verbessert. Auch spezielle Ausrüstungsgegenstände lassen sich nun einsetzen. Der "Blasenschild" schützt den Chief vor feindlichen Kugeln, Personen können jedoch durch die Hülle gehen. Die "Tretmine" ist selbsterklärend, und mittels "Grav-Lift" können Personen und Fahrzeuge in die Luft "gehoben" werden. Letztere - vom Scorpion-Panzer bis hin zum Alien-Gleiter - dürfen alternativ auch wieder selbst gesteuert werden.

Rund acht bis zehn Stunden dauert der erstklassig inszenierte Sci-Fi-Krieg, der dem Spieler nur wenige Atempausen, dafür aber viele Aaah-Erlebnisse gönnt - wenngleich "Halo 3" trotz enormer Weitsicht grafisch keine neuen Maßstäbe setzen kann. Das Missionsdesign peitscht einen von einem Ziel zum nächsten - und gelegentlich wartet eine besonders böse Überraschung in Form eines haushohen Bossgegners.

Halo 3

Hersteller/Vertrieb

Bungie Studios/Microsoft

Genre

Action

Plattform

Xbox 360

Preis

ca. 70 Euro

Altersfreigabe

ab 18 Jahren

Wie die Trilogie endet, wird hier nicht verraten. Nur so viel: Der Spaß hört mit dem Abspann nicht auf - dank des tollen Multiplayer-Modus. "Halo 3" greift die besten Elemente des Vorgängers - immer noch der meistgezockte "Xbox Live"-Titel - auf und erweitert diese um eine Reihe bahnbrechender Features. Da wäre zum einen "Die Schmiede", ein Map-Editor, mit dessen Hilfe die Spieler während einer Multiplayer-Partie die Karte verändern können. Sie können unter anderem Objekte verschieben, Spawn-Punkte festlegen, Waffen und Fahrzeuge beliebig platzieren und Kartenziele definieren. Diese Kreationen werden auf "Xbox Live" hochgeladen, um sie allen anderen Gamern zur Verfügung zu stellen. Diese Art des File-Sharings funktioniert auch mit Videos und Screenshots. Klasse: Alle zur Verfügung gestellten Inhalte lassen sich auch auf Bungie.net begutachten. Auf dieser Seite können die Gamer übrigens auch in ihren Statistiken stöbern.

Artur Hoffmann/Teleschau / TELESCHAU