"NBA Live 07" Ab ins Körbchen!

Das jüngste Update der "NBA Live"-Serie wartet mit altbekannte Schwächen und neuen Features auf. Es profitiert von EAs langjähriger Erfahrung im Basketball-Sektor und leidet zugleich darunter.

Auf dem Cover prangt Dirk Nowitzki, die transatlantische Version hingegen ziert Tracy McGrady (Miami Heat). Freilich erntet der Würzburger Export Sympathiepunkte, aber die Schwächen des Spiels kann auch der 2,13-Meter-Hüne, der kürzlich seinen Vertrag bei den Mavericks für 60 Millionen Dollar verlängerte, nicht verdecken. Vor allem Einsteigern zeigt sich das Hauptmanko rasch - die Fülle an Optionen. Während der 13 Jahre, die es die "NBA Live"-Serie nun schon gibt, kamen stetig neue Optionen und Features hinzu, entsorgt wurde dagegen nur selten. So quillt das Menü vor Einstellungen nahezu über, von den einzelnen Regeln bis zur Augenfarbe des eigenen dribbelnden Frankensteins kann jedes Detail persönlich festgelegt werden. Novizen werden deshalb womöglich auf die diversen Karriere-Modi verzichten und sich anschließend im schnellen Spiel an der vertrackten Steuerung die Zähne ausbeißen. Virtuelle Nowitzkis mögen sich durch das Wirrwarr klicken, aber vielleicht später feststellen, dass weder die Ballphysik noch schnelle Bewegungen sonderlich realistisch wirken.

Für EA scheint das Kleinkram zu sein. Die Programmierer stampften lieber die "Total Freestyle Control", mit deren Hilfe Top-Scorer Spezialmanöver hinlegen, und den "X-Factor", der Durchschnittsspieler zeitweise zu Hochkarätern mutieren lässt, aus dem Boden. Hauptaugenmerk liegt jedoch auf dem Dynasty-Mode: Über ein Vierteljahrhundert leitet der Bildschirm-Basketballer darin sein Team. Als Supervisor schlüpft er in die Jobs des Personalchefs, Trainers sowie Talentscouts und selbstverständlich in die der Spieler. Außerdem muss der NBA-Manager sicherstellen, dass die Chemie zwischen seinen Stars stimmt. Er legt fest, wann Urlaub genommen werden darf oder hält Pressekonferenzen ab, um das Ego seiner Schützlinge aufzupolieren. Wem diese Variante zu arbeitsintensiv ist, der kann auf den herkömmlichen Karriere-, den Playoff- oder den Allstar-Modus zurückgreifen. Die eigenen Fähigkeiten am Controller oder der Tastatur lassen sich im Training und in der Slam-Dunk-Schule verfeinern.

NBA Live 07

Hersteller/Vertrieb

Electronic Arts/Electronic Arts

Genre

Sport

Plattform

PlayStation2, PC, PSP, PlayStation3, Xbox 360

Preis

ca. 50 Euro

Altersfreigabe

o.A.

Optisch überzeugt "NBA Live 07" insbesondere auf der Xbox 360. Der PC- sowie der PS2-Version wurde nur eine abgespeckte Grafik mit auf den Weg gegeben. Dennoch: Ordentlich animierte Zuschauer jubeln detailgetreuen Spielern in haarklein nachgebauten Stadien zu. Wenn dank gelungener Mehrspieler-Variante im Wohnzimmer Stimmung aufkommt, kann man sich schon mal in die Arena versetzt fühlen. Zwar kommentieren das Ex-Chicago-Bulls-Mitglied Steve Kerr und der Kommentator Marv Albert nur auf Englisch, das aber täuschend echt und obendrein sympathisch. Untermalt wird das Spektakel von einem erstklassigen Rap- und Ragga-Soundtrack, der für Atmosphäre sorgt. Alles in allem liefert EA ein ordentliches Update ab - mehr jedoch nicht.

Gregor Jossé/Teleschau TELESCHAU

Mehr zum Thema

Newsticker