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"Rumble Roses XX": Rundes im Ring

Eine Schar leicht bekleideter 90-60-90-Miezen steigt in den Ring, um herauszufinden, wer das größte Stehvermögen hat. Unbeteiligte Zuschauer gibt es mit Sicherheit nicht - entweder Mann hat den Controller in der Hand oder er starrt gebannt auf den Bildschirm.

Anstatt dem Kunden auf subtile Art und Weise mitzuteilen, was ihn erwartet, wählt "Rumble Roses XX" die Holzhammer-Methode: Bereits im Intro sind eine Menge leicht bekleideter Damen in lasziven Posen zu bewundern, sodass man(n) gar nicht mehr weiß, wo er zuerst hinschauen soll. Im Grunde aber nur das Vorspiel - denn auch im eigentlichen Game sind die sexy Kämpferinnen alles andere als prüde. Höhepunkte: Im "Foto-Modus" lassen sich ein oder zwei Damen zum Foto-Shooting bitten. Und damit das nicht zu langweilig wird, spendiert der Spieler den Miezen neue Klamotten, darunter Bikinis, die selbst an der Copacabana für Menschenaufläufe sorgen würden. Devot, wie es sich für solche Videospiel-Protagonistinnen gehört, nehmen sie auch die vom Fotografen gewünschten Posen ein. Die Bilder landen auf Festplatte und können mit anderen hormon-überladenen Spielern über "Xbox Live" ausgetauscht werden. Naja …

Noch skurriler: Im "Queens Game" wählt der Spieler vor einem Kampf aus, wie sich der Gegner im Falle eine Niederlage zu revanchiern hat. Zur Auswahl stehen unter anderem "Limbo", "Samba" und "Sexy Posen". Noch nicht abstrakt genug? Wie wäre es mit "Kitzeln", "Katzenwäsche" und "Yoga"? Das Beste zum Schluss: Ist der Spieler der Meinung, dass die ohnehin schon üppige Oberweite der Mädels immer noch nicht groß genug ist, kann er selbst Hand anlegen und die Körbchengröße verändern. Um eventuell aufkommende Gerüchte gleich im Keim zu ersticken: Nein, ein Nude-Cheat ist nicht im Game vorhanden.

Ach ja, echte Spielelemente haben die Entwickler auch integriert. Und diese sind unterm Strich gelungen. Jede Kämpferin verfügt über ein ordentliches Repertoire an Schlägen, Tritten und Griffen, mit denen sie den Gegnerinnen Schaden zufügt. Je mehr Treffer der Spieler landet, desto schneller steigt seine Energieleiste an. Ist diese voll, gibt es einen Spezialpunkt; maximal lassen sich pro Match fünf davon anhäufen. Diese Spezialpunkte sind Voraussetzung, um die richtig krassen Combos, darunter "Killer"-, "Todes"- und "XX-Moves" ausführen zu können. Auch sind die Wrestling-Girls in der Lage, Angriffe abzublocken und gleichzeitig Gegenangriffe zu starten. Die Spanne der Kampfvariationen deckt das komplette Wrestling-Spektrum ab und umfasst unter anderem Einzelkämpfe, Dreier-Duelle und Tag-Team-Fights. Spaßige Abwechslung: Im "Straßenkampf" verfügt jedes Girlie über eine Lebensenergieleiste. Ist diese leer, hat sie die Runde verloren. Das Ganze spielt sich wie ein Beat'em-Up light.

Schlecht: Im Karrieremodus weiß der Spieler nicht immer, was zu tun ist. Zwar kann er auf der Landkarte einen Ort auswählen und an Kämpfen teilnehmen, doch was genau er anstellen muss, um an Titelkämpfe zu gelangen, bleibt schleierhaft. Hat der Gamer einen Kampf siegreich beendet, steigt sein Ansehen an. Und auch seine Fähigkeiten werden - in Abhängigkeit von den im Fight genutzten Moves - besser. Das ist eine gute Idee und verhindert, dass Spiele immer nur den gleichen Moves verwenden. Auch Kohle gibt's natürlich für den Sieger. Dieses Geld steckt der Spieler als Allererstes in einen Fotoapparat (8.000 Kröten), den Rest gibt er nach und nach für neue Klamotten - die aus möglichst wenig Stoff bestehen - aus.

Rumble Roses XX

Hersteller/Vertrieb

Konami/Konami

Genre

Beat'em Up

Plattform

Xbox 360

Preis

ca. 60 Euro

Altersfreigabe

ab 12 Jahren

Bombastisch ist die Grafik. Selbst auf normalen Fernsehern sieht das Bildschirmtreiben extrem gut aus. Auf HD-Geräten legt die Optik noch einmal deutlich an Schärfe zu. Ein Sonderlob gebührt auch den seidenweichen Animationen. Sogar an die Animation von Brust- und Pomuskeln wurde gedacht ...

Artur Hoffmann/Teleschau / TELESCHAU
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